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Zum Inhalt: Der Roman spielt Mitte bis Ende der 80er Jahre in einem kleinen Kaff in Mittelengland. Eine Gruppe radikal-feministischer Frauen hat sich zusammengetan und ein Zeltlager gegründet um gegen die hier in einem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt stationierten Atomwaffen zu demonstrieren. Mit von der Partie ist Lindsay Gordon eine Reporterin die für ihre Zeitung berichten soll. Sie passt auch ganz gut in das Milieu ist sie doch eine ehemalige Liebhaberin Deborah Pettersons, einer der zentralen Figuren in diesem Camp. Doch ehe sie es sich versieht wird Deborah mitten in einen Kriminalfall hineingezogen. Ein Bewohner der angrenzenden Ortschaft, seines Zeichens Vorsitzender eines Vereins der die Frauen vertreiben will, gerät mit Deborah aneinander und meint sie hätte ihn tätlich angegriffen. Bald darauf wird er tot aufgefunden und Deborah ist natürlich die Hauptverdächtige. Lindsay sieht sich verpflichtete diesen Fall für ihre Ex-Geliebte aufzuklären.
Soweit wäre das noch irgendwie erträglich, ja hätte man vielleicht sogar etwas daraus machen können. Auch dass sich dann alles in die Richtung Geheimdienstgeschichte entwickelt mag ja noch angehen. Allerdings aufgrund welch geringer Fakten und Vermutung Lindsay innerhalb kürzester Zeit den Fall klärt und damit in die Fänge des Geheimdienstes kommt ist stümperhaftes Geschreibsel, das Wort Literatur will in diesem Zusammenhang nicht über die Lippen kommen.
Aber wie bereits einleitend gesagt, nicht nur inhaltlich ist das Buch ein Tiefpunkt. Bisher war ich von Val McDermid sprachlich sehr ansprechende Romane gewohnt. Dieser hier ist allerdings deutlich schlechter gefasst weshalb auch nie wirklich Leselust aufkommen kann. Auch die Übersetzung ist unter jeder Kritik, denn für Sätze wie: "Sie wählte die Nummer vom Krankenhaus" kann man die Autorin nicht verantwortlich machen - hier verwendet man den Genitiv Fr. Hruby. Auch stilistisch liegt ein Scherbenhaufen vor, das Buch plätschert dahin, es kommt niemals Spannung auf.
Dass keine Identifikation mit den Hauptfiguren möglich ist, mag auch daran liegen, dass ich mich als Mann nicht mit radikalen Feministen identifizieren kann und möchte. Die Personen sind aber auch einfach zu platt, viel zu klischeehaft dargestellt um wirklich ansprechend zu sein. Berücksichtigt man all diese Punkte kann das Urteil über dieses Buch nur lauten: Hände weg. Für mich jedenfalls heißt es, dass ich aus der Serie um Lindsay Gordon keine Bücher mehr lesen werde. Val McDermid hat andere Figuren geschaffen denen ich mich wieder gerne zuwenden werde.
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