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Das Museum der Unschuld: Roman Taschenbuch – 12. August 2010


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 592 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (12. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596177685
  • ISBN-13: 978-3596177684
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 4 x 19 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 23.745 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bis Kemal auf seine entfernte Verwandte Füsun trifft, hält er sich für einen glücklichen Menschen. Er ist fast verlobt, eigentlich ist auch die Hochzeit schon beschlossene Sache. Aber dann betritt er auf der Suche nach einer Handtasche für seine Geliebte die Istanbuler Boutique Champs-Élysées , in der Füsun als Verkäuferin arbeitet. Und damit nimmt sein Leben einen Lauf, der Kemal -- zumindest am Anfang -- noch ein wenig glücklicher macht.

Der reiche Kemal trifft die mittellose Füsun, die sich mit der Teilnahme an einem Schönheitswettbewerb die Verachtung der ganzen Familie zugezogen hat, heimlich wieder. Er nimmt sie mit in seine Wohnung und verbringt die Nacht mit ihr. Allmählich wächst sich die Leidenschaft aus zu wahrer, aber auch tragischer Liebe, in deren Verlauf Kemal Füsun ein eigenes Museum widmet. Und der Roman Das Museum der Unschuld des türkischen Bestsellerautors Orhan Pamuk weitet sich zu einer stark an Thomas Mann gemahnenden, fast epischen Geschichte, in der ein verwöhnter und von den Lockungen der modernen Großstadt faszinierter Außenseiter der traditionellen türkischen Gesellschaft immer wieder auch die Schuld empfindet, nicht hinreichend bürgerlich und standesgemäß zu sein.

„Ist nicht eigentliches Ziel von Roman und Museum, unsere Erinnerungen so aufrichtig wie möglich zu erzählen und dadurch unser Glück in das Glück anderer zu verwandeln?“ fragt Pamuk im Roman. Nach der Lektüre seines autobiografisch angehauchten Buchs Das Museum der Unschuld mag man dem Autor unumwunden recht geben. Denn Pamuk ist es gelungen, nicht nur dieser wundervollen Liebesgeschichte in einer parallelen Welt, sondern auch dem Istanbul der siebziger Jahre ein gar nicht angestaubtes Denkmal zu setzten: Glücksgefühl beim Lesen inklusive. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"Mit seinem neuen Roman setzt Pamuk sein großes Istanbul-Projekt fort und beschert seinem Heimatland einen künftigen Klassiker." (Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.08)

"Ein Liebesroman, ein großartiger und trauriger." (Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung, 13.09.08)

"Pamuks "Das Museum der Unschuld" verewigt das Istanbul der siebziger Jahre, erfindet eine Gestalt der Weltliteratur und erzählt die bewegende Geschichte einer unglücklichen Liebe." (Andreas Kilb, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.08) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENTTOP 50 REZENSENT am 25. Januar 2010
Format: Audio CD
Für den Erfolg der Audiobücher gibt es verschiedene Gründe. Sie machen die zunehmende Verweildauer in Autos und auf Strassen erträglicher, sind aber auch eine Möglichkeit für ungeduldige Leser, sich mit Werken wie diesem zu befassen. Denn 600seitige Bücher, in denen es nicht um Mord- und Totschlag, Geheimbünde, Verschwörungen, menschliche Kopulationen oder Vampire geht, entsprechen dem Durchhaltevermögen eines gehetzten Publikums nur noch bedingt. Daher finde ich es großartig, dass man sich auch "Auf der Suche nach einer verlorenen Zeit" von Marcel Proust oder eben die Romane von Orhan Pamuk vorlesen kann. Vor allem wenn Sprecher wie Ulrich Noethen sich dieser Aufgabe annehmen.

Wie gekonnt der bekannte Schauspieler die wunderbaren Sätze von Orhan Pamuk intonieren und sich in seine Figuren einfühlen kann, bewies Ulrich Noethen bereits beim Roman "Istanbul". Nun gibt er Kemal eine Stimme, einem modernen Türken, der in Paris studierte und durch ein zufälliges Treffen dazu veranlasst wird, auf die 1970er und 1980er Jahre Istanbuls zurückzublicken. Wie Orhan Pamuk Vergangenes wieder neu auferstehen lässt und beschreibt, rechtfertigt einmal mehr, dass ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde. Aber eben, solche Museumsbesuche brauchen Zeit und die Fähigkeit, längere Zeit vor einem (Sprach)bild verweilen zu können.

Die Sprachkunst von Orhan Pamuk hätte allerdings nicht gereicht, um Leser in aller Welt zu begeistern. Er schafft es selbstverständlich auch, Spannungsbögen aufzuziehen und Identifikationsfiguren zu entwerfen.
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43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Horst Hrubesch am 8. November 2008
Format: Gebundene Ausgabe
Manchmal würde man gerne ein Buch im Original lesen können ' um festzustellen, wie viel Anteil die Übersetzung an einem Text hat. Ich war bisher weder mit Pamuk noch überhaupt mit der türkischen Literatur vertraut, doch was hier vorliegt, ist nicht zuletzt ein Werk sprachlicher Brillanz, das momentan seinesgleichen sucht.
Pamuk spielt mit Dichtung und Wahrheit, mit Illusion, Erinnerung und Beobachtung: '"Wenn wir uns ausgiebig küssten, stellten wir fest, dass sich neben unseren feuchten Mündern und unseren herausfordernden Zungen auch unsere Erinnerungen in die Sache einmischten. Ich küsste also zuerst Füsun, dann die Füsun in meinem Gedächtnis, dann öffnete ich die Augen, schloss sie wieder und küsste die gerade gesehene Füsun und die in meiner Erinnerung."
Auch in diese so seltsam zugleich modern wie fremd-archaisch geschilderte Kultur einzudringen, ist nichts weniger als gewinnbringend. Wenn Literatur in der Lage ist, die Sicht des Eimnzelnen und damit der Gesellschaft zu beeinflussen und Fremdes verstehbar zu machen, so ist dies nichts weniger als ein ganz wichtiger Roman. Ein schöner, ein grausamer, ein bemerkenswerter.
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36 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Great Pretender am 24. September 2008
Format: Gebundene Ausgabe
Orhan Pamuks neuer Roman »Das Museum der Unschuld« handelt von Füsun, einer jungen Frau und Kemal, einem kaum älteren Mann, der dabei ist, eine standesgemäße Verlobung einzugehen. Die unerwartete Begegnung gibt beider Leben eine andere Richtung, und das um so mehr, als Kemal seine Geleibte bald durch eine Lüge verliert und acht Jahre werben muß, ehe er sie zurückgewinnt.

»Das Museum der Unschuld« ist ein Liebesroman über eine unterbrochene Liebe von Füsun und Kemal in Istanbul vor 30 Jahren. Die unterbrochene Liebe ist die Kraft, die die Gegenstände in die Welt setzt und sie museal werden läßt. Der Roman, der Erinnerungen seiner Jugend enthält, handelt von lauter alltäglichen Dingen und läßt daraus ein Museum entstehen. So groß ist die unglückliche Liebe, daß sie alles beseelt, was Füsun besaß und berührte, und am Ende auch: was sie hätte besitzen und berühren können.

Kemal hat das Bedürfnis, die unterbrochene Liebe zu Füsun in lauter Gegenständen zu dokumentieren und wandelt sich zum Gründer einer Sammlung, in der nicht nur die Erinnerung an Füsun, sondern auch an ein verlorenes Istanbul erhalten ist.

In dem Roman geht es in hohem Maße um die Verwirrungen innerhalb der Liebe. Das Museum der täglichen Dinge entsteht aus Enttäuschung, aus unerwiderter Liebe und ist nicht zum Besichtigen da, sondern zum Erfühlen. Die musealen Gegenstände dokumentieren weniger die Liebe, als dass sie dazu dienen, die Frau zu symbolisieren. Kemal spürt an ihnen der vergangenen Wärme nach, riecht nach ihnen, befühlt sie. Er braucht das, um sich erinnern zu können.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Maja Novak am 18. Januar 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Eine Liebe und ihre Bewahrung jenseits ihrer gelebten Gemeinsamkeit ist Thema dieses außergewöhnlichen Romans des türkischen Nobelpreisträgers.
Der Protagonist Kemal zeigt uns in der detaillierten Beschreibung seines Lebens ein eindrucksvolles Bild seiner Heimatstadt Istanbul im letzten Drittes des 20. Jahrhunderts, lässt uns teilhaben am Gesellschaftsleben der Vermögenden, an ihren Werten und Zielen und gibt damit auch Einblick in Tradition und Evolution der Türkei jener Jahre.
Kemal findet keine Erfüllung in dem Leben, was ihm als Mitglied der zumindest finanziell gehobenen Gesellschaft vorgegeben ist. In diese ' ihm zunächst nicht bewusste ' defizitäre Gefühlslage fällt der Beginn seiner Liebe zu Füsun, einer entfernten Verwandten aus der weniger begüterten Linie.
Durch Einsicht in die Welt des Kinos und die damalige türkische Produktion sentimentaler Liebesfilme werden Sehnsüchte und emotionelle Mängel der saturierten Bevölkerungsschicht transparent, deren Realität geprägt von Äußerlichkeiten und gestrigen Maximen eine authentische Emotionalität nicht zulässt, was sich jedoch in der Resonanz beim Leser als durchaus nicht allein türkisches Phänomen erweist.

Es hat eine Zeit gebraucht, bis ich meine zeitgenössisch-pragmatische Sicht von Liebesbeziehungen überschreiten konnte und mich vom Autor in Menschheitsanliegen entführen ließ, um dort auch selbst nicht mehr unangenehm berührt zu werden.
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