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Das Muschelessen
 
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Das Muschelessen [Taschenbuch]

Birgit Vanderbeke
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (86 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 20 (15. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596137837
  • ISBN-13: 978-3596137831
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,9 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (86 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 86.232 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Birgit Vanderbeke
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer einmal wirklich alle Klischees eines widerwärtigen Familienvaters kennenlernen will, der greife zum schmalen Band Das Muschelessen. Mutter, Tochter und Sohn warten bei einem Berg Muscheln auf die Rückkehr des Vaters. Die achtzehnjährige Tochter beschreibt in einem hundertseitigen Gedankenfluß -- so ungefähr jeder zweite Punkt am Ende eines Satzes fehlt -- das bisherige Familienleben, Schwerpunkt Vater. Ihre Formulierungen sind eher einer vierzehnjährigen angemessen. Je weiter ihre Überlegungen fortschreiten, desto gräßlicher wird das väterliche Ungetüm. Aus dem trauten Familienkreis wird ein schreckliches Disastergemälde. Man frägt sich, warum die übrigen Familienmitglieder das abscheuliche Gebaren soviele Jahre zugelassen haben.

Die Handlung am Abend ist spärlich, umso aufregender, mit geschickter Steigerung der Spannung erleben wir die skizzierten Ereignisse davor.

Nicht die Familie wird demontiert, wie die tageszeitung im Klappentext meint, sondern der tyrannenhafte Familienvater, der jahrelang seine Familie ohne erkenntlichen Widerspruch drangsalierte. So besehen kann diese Erzählung nicht realistisch gemeint sein. In der Palette der schlechten Eigenschaften findet wohl jeder männliche Leser ein paar, die auch auf ihn zutreffen; sicher ist aber niemand dabei, auf den viele zusammenfallen: so ein Scheusal würde kein Buch lesen.

Der Stil wie in Ludwig Thomas Lausbubengeschichten wäre mir nach mehr Seiten auf den Geist gegangen. Mit 109 Seiten endete die Erzählung aber rechtzeitig mit einer Überraschung. Ein vergnüglicher Lesenachmittag. Empfehlenswert. --Herbert Huber

Amazon.de-Hörbuchrezension

Als noch unveröffentlichte Autorin bekam Birgit Vanderbeke 1990 für einen Auszug aus Das Muschelessen den Ingeborg-Bachmann-Preis. Aus demselben Jahr stammt auch diese Lesung des Gesamttextes. Und wenn man die nun mehr als ein Jahrzehnt später hört, begreift man, dass die Autorin den ersten Preis beim Klagenfurter Wettlesen nicht zuletzt für ihre beeindruckende und stimmige Vortragsweise erhalten hat. Noch eines wird klar: Das Muschelessen ist ein typisches Beispiel für einen Text, den man hören muss, dessen mäandernder Sprachfluss und das bisweilen an Thomas Bernhard erinnernde beharrliche Einkreisen seines Themas erst durch Artikulation und passenden Tonfall volle Wirkung entfaltet.

Bereits bei dieser frühen Erzählung begegnet einem der typische Vanderbeke-Stil, den man inzwischen auch in Alberta empfängt einen Liebhaber oder Ich sehe was, was du nicht siehst genießen konnte: Mit einer Mischung aus Einfachheit und raffiniert-rhythmischer Komposition wird hier der zeitlupenhafte Zusammensturz einer Familienscheinharmonie zelebriert -- in einer Art, die weit entfernt ist von jeder Betroffenheitsprosa.

Spieldauer: 169 Minuten, ungekürzte Lesung, 3 CDs. Erhältlich als MC und CD --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Intensives Leseerlebnis 14. Oktober 2011
Von Stefan T. TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Das Muschelessen" führt den Leser direkt in die Abgründe einer kleinbürgerlichen Familie. Ungewöhnlich ist, dass es dabei so gut wie keine Handlung im eigentlichen Sinn gibt. Das Buch ist eher als eine Art innerer Monolog, in unendlich lang scheinenden Gedankenketten verfasst. Die Sätze ziehen sich oft länger als eine Seite und erinnern mehr als einmal an assoziatives Schreiben. Die wenigen Dialoge sind lediglich angedeutet und auch kaum als solche zu erkennen, da auf Anführungszeichen trotz direkter Rede komplett verzichtet wurde (eine Eigenart der Autorin, die auch bei "Sweet Sixteen" zur Anwendung kommt). Auch wenn sich diese Beschreibung im ersten Moment nicht gerade ermutigend anhört, sollte man sich nicht abschrecken lassen. Trotz des außergewöhnlichen Stils geht die Lektüre nämlich erstaunlich flüssig und schnell von der Hand. Eine kurze Einlesephase ist dafür allerdings notwendig.

Was den Inhalt selbst betrifft, fehlt es nicht an Identifikationspunkten. Bestimmte Eigenarten der einzelnen Familienmitglieder kann man in ähnlicher, wenn auch meist abgeschwächter Form sicher in vielen Haushalten finden. Was allerdings ein wenig unglaubwürdig erscheint: Birgit Vanderbeke schreibt dem Vater (praktisch die abwesende Hauptperson der Geschichte) so gut wie alle schlechten Eigenschaften zu, die es überhaupt gibt. Das erscheint im Nachhinein doch einigermaßen übertrieben, zumal es scheinbar viele Jahre lang überhaupt kaum einen Versuch der Auflehnung gegen den Tyrannen gibt. Während des Lesens fällt diese Problematik aber kaum auf, zu intensiv und zum Teil auch bedrückend ist das Leseerlebnis.

Interpretiert werden kann das Ganze - wie schon in anderen Rezensionen erwähnt - auch als Parabel auf das Ende der DDR. Aber egal, wie man es betrachtet - das Werk bleibt intensiv und düster und schrammt für mich nur knapp an der Höchstwertung vorbei.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Viel zu schlecht bewertet 9. Oktober 2007
Von Daggi TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Das Muschelessen" gehört auch zu meinen Buchfavoriten und ich kann ebenfalls die Bewertung von nur zweieinhalb Punkten nicht verstehen. M.E. hat Birgit Vanderbeke den Ingeborg-Bachmann-Preis hierfür nicht zu Unrecht erhalten.

Frau Vanderbeke schreibt in einer sehr eindringlichen, sehr reduzierten Sprache, die nachwirkt. Vom Zusammenbruch einer Familienharmonie (die vielleicht nie bestanden hat?) wird berichtet. Das hat nichts Reißerisches, Sensationelles an sich. Diese Gelüste werden hier nicht bedient. Als Hörbuch ist die Erzählung jedenfalls ein sehr eindrücklicher Text, der haften bleibt, und mich dazu animiert hat, noch zu anderen Büchern von Birgit Vanderbeke zu greifen ("Ich sehe was, was du nicht siehst", "Geld oder Leben"). Auch diese kann ich empfehlen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Mit Schrecken muss ich feststellen, dass die durchschnittliche Bewertung für "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke bisher bei gerade mal zweieinhalb Sternen liegt. Neunzehn Rezensenten lehnen das Buch gar ganz ab.
Meine Entrüstung lässt bereits meine eigene Einstellung zu diesem Werk vermuten: Ich finde "Das Muschelessen" großartig. Ein wenig Toleranz wird vom Leser zu Beginn zwar schon erwartet, der langgezogene Schreibstil, die nie enden wollenden Sätze können anfangs vielleicht ermüdend wirken. Aber die einfache und scheinbar ungegliederte Sprache hat durchaus ihre Bedeutung. Es wird gezeigt, dass das ganze Buch eigentlich nur ein innerer Monolog der Protagonistin ist, die überraschend kühlen Reflexionen einer jungen Frau über ein an sich äußerst emotionales Thema. Allerdings ist Protagonistin nicht ganz richtig, ist doch der eigentliche Hauptcharakter des Werkes der Vater.
Die Idylle, das Ideal der Familie wird hier auf anfangs subtile und dann immer deutlichere Weise demaskiert, die Familie offenbart sich als Reich der Willkür eines Haustyrannen. Klassische Familienkonflikte, freilich arg überzeichnet, werden hier aufgerollt, der Konflikt zwischen dem, was sich angeblich und nach Meinung des Vaters gehört und dem, was sich die Frau und die beiden Kinder wünschen, dem Properen und dem Lebendigen, dem Rational-Analytischen und der freien Emotionalität.
Was mit dem Kochen von Muscheln für eine Familienfeier beginnt, entwickelt sich auf nahezu unfreiwillige Weise zum Strafgericht über einen Mann - das Urteil ist zum Schluss jedenfalls klar.
Wer vorurteilsfrei an diesen schmalen Band herangeht, der kann meiner Meinung nach nur gewinnen. Ich finde, dass "Das Muschelessen" die große Beachtung, die ihm zuteil wurde, voll und ganz verdient.
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Vor 2 Monaten von Meridian veröffentlicht
Wie auch Muscheln eine Geschmackssache
Wie sich an den Meinungen der Vorrezensenten gut ersehen lässt, ist "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke wohl eines jener Bücher, die zu polarisieren vermögen. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Alexander Petrovic veröffentlicht
Das Muschelessen
Das Buch, das Muschelessen war was ich mir bestellt hatte kam sauber und ohne ein Problem an, also super Empfehlenswert.
Vor 3 Monaten von Tane veröffentlicht
Das Verständnis ist ausgegangen.......
Die Mutter wartet mit dem Teenager- Geschwisterpaar mit Miesmuscheln -speziell für ihn- auf den Vater, der, entgegen seiner Art, unpünktlich zu sein scheint. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Geologe veröffentlicht
Die schrittweise Entlavung eines Familientyrannen
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Vor 5 Monaten von Lesefrosch veröffentlicht
Das Muschelessen
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Vor 11 Monaten von Leseratte veröffentlicht
tiptop!
Das Muschelessen war Thema in einer Klausur. Die Interpretationshilfe war zur Vorbereitung einfach nur perfekt, kann ich nur weiterempfehlen! Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Matthias Gasser veröffentlicht
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