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Das Mordschloss
 
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Das Mordschloss [Gebundene Ausgabe]

Tom Matzek
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Kremayr & Scheriau (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3218007100
  • ISBN-13: 978-3218007108
  • Größe und/oder Gewicht: 22,5 x 14,7 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 718.099 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Tom Matzek
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Schloss Hartheim im Schatten der Vergangenheit - Von der Heil- zur Mordanstalt. Schauplatz der Ereignisse: ein Renaissanceschloss inmitten eines kleinen Dorfs an der Donau. Bis zum Jahr 1940 herrscht hier ländliche Idylle. Dann wird plötzlich alles anders. Das Schloss, lange Zeit ein Pflegeheim, wird zu einer Mordanstalt des Dritten Reichs für so genanntes "unwertes Leben". Der Journalist Tom Matzek sammelte drei Jahre lang Daten und Fakten zu den - bis heute nicht gänzlich aufgearbeiteten - ungeheuerlichen Vorgängen auf Schloss Hartheim. Er begibt sich mit seinem Buch auf eine Spurensuche in ein real gewordenes Schattenreich, in dem jegliche menschliche Moral außer Kraft gesetzt waren. Schloss Hartheim war eine einzigartige Vernichtungsmaschinerie - sie stand mitten im Ort. Wegsehen und Weghören waren unmöglich. Der Tötungswahn der Euthanasiefanatiker in Hartheim ging so weit, dass sie mit Mauthausen einen Konkurrenzkampf in Sachen Massenmord führten. Matzek rekonstruiert das Grauen im Mordschloss anhand persönlicher Schicksale von Opfern, Tätern, Augenzeugen, Widerstandskämpfern. Da ist der reiche Viehhändler, der nach einem Nervenzusammenbruch Opfer der Euthanasie wird, vergast von Rudolf Lonauer, einem medizinischen Massenmörder, der privat fürsorglicher Familienvater ist. Und da ist der Staatsanwalt, selbst NSDAP-Mitglied, der gegen die Täter zu ermitteln versucht. Dieses ebenso fundierte wie engagierte Buch zeigt die Verbindung der Ereignisse im kleinen Ort Hartheim zu der von Adolf Hitler gewollten Endlösung. Im Jahr 2003 wird mit einer großen Ausstellung an das "Mordschloss" Hartheim erinnert.

Über den Autor

Geboren 1964 in Wien. Studium der Publizistik und Politikwissenschaft. Seit 1985 Journalist bei diversen Print-Medien. Seit 1989 Redakteur beim ORF. Mitarbeit am Dokumentarfilm „The Concert“ von Robert Dornhelm. Buch und Regie für verschiedene ORF-Dokumentationen zur jüngeren Vergangenheit. Im Rahmen von zwei Dokumentarfilmen für den ORF hat Tom Matzek im Zeitraum von fast drei Jahren an der Geschichte und an Geschichten rund um Hartheim gearbeitet. Dabei stieß er nicht nur auf bisher ungenutztes historisches Quellenmaterial, er arbeitete auch Aussagen von bekannter Zeitzeugen auf und gab Anstoß zu einer Menge noch immer offener Fragen.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gegen das Verschweigen 20. Juli 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Es gibt viele Journalisten, die unter ihrem Beruf zu leiden haben. Der Druck des Tagesgeschäfts zwingt sie zu einem ständigen Themenwechsel und erlaubt es oft nicht inne zu halten, länger zu reflektieren, all das Recherchierte über erweiterte Schlagzeilen hinaus zu vertiefen. Die je unterschiedliche Betroffenheit sucht und findet jedoch ihren vielfältigen Ausdruck, der von einer deformacion professionelle bis zu einer Monographie reichen kann. Vor allem dann, wenn die in Erfahrung gebrachte Wirklichkeit einen totalen Anspruch stellt.
Tom Matzek war als Mitarbeiter der Zeitgeschichtsredaktion des ORF dem Unfassbaren auf der Spur. In der Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen wollte ihn die Geschichte eines einzigen Gebäudes auch nach Redaktionsschluss nicht entlassen: Schloss Hartheim in Oberösterreich.
Der schmucke Renaissancebau wenige Kilometer von Linz entfernt, der schon vor hundert Jahren vom Orden der Barmherzigen Schwestern als Heil- und Pflegeanstalt für Behinderte geführt wurde, sollte im Dritten Reich zum mörderischen Zentrum eines praktizierten Rassenwahns bestimmt werden. Von Mai 1940 bis Dezember 1944 wurden dort, von SS-Ärzten geleitet, über 30.000 Menschen ermordet, vergast, verbrannt. Lebensunwerte Ballastexistenzen, Erbkranke, rassisch Minderwertige", die auf Führers geheiß in verschleierten Zügen und Bussen aus der Ostmark, dem süddeutschen Raum, Sudetenland, Südtirol und Slowenien in das 200-Seelendorf verschleppt und im Schloss getötet wurden. Die `weißen Götter` Dr. Renno, Dr. Lonauer und viele andere waren ihre Mörder.
Von Sekundärliteratur sicher geführt, gelingt es Tom Matzek ein umfangreiches Bild dieses grausamen Ortes nach zu zeichnen und die historischen Hintergründe und Motivlagen dieser tausendfachen Mordtaten auszuleuchten. Mehr noch: in über zwanzig Interviews schafft es der Autor - wohl zur letzten Möglichkeit - auch bisher verschwiegene Zeitzeugen sprechen und uns wissen zu lassen, dass in diesem kleinen Ort nicht nur Angst und Terror herrschten, sondern auch Widerstand geleistet wurde. Die ortsansässigen Antifaschisten Leopold Hilgarth und Ignaz Schuhmann opferten dafür gar ihr Leben.
Auch wenn Matzek phasenweise zu Redundanzen, in manchen Erklärungsversuchen zu Psychologismen neigt, ist es ein wertvolles Buch geworden. Nach den Arbeiten von Brigitte Kepplinger, Walter Kohl, Gerhardt Marckhgott und Florian Zehethofer reiht es sich ein in die historischen Aufarbeitungen der NS-Euthanasie in Oberösterreich, die ein oft erwünschtes und gefordertes Verschweigen verhinderten.
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