Ihrem neuen Roman "Das Moor des Vergessens" legt Val McDermid mit der "Meuterei auf der Bounty" ein aus meiner Sicht interessantes Basisthema zugrunde.
Kurz zum Plot: Als im Lake District eine Moorleiche gefunden wird, die durch die charakteristischen Tätowierungen der Seefahrer in karibischen Gewässern gekennzeichnet ist, steht für die meisten Bewohner der dortigen Gegend fest, dass es sich bei der Leiche um Fletcher Christian, den Anführer der legendären Meuterei auf der Bounty, handelt. Auch Jane Gresham, Literaturforscherin uns Wordsworth-Expertin, glaubt daran und kehrt daraufhin in ihr Heimatdorf Fellhead im Lake District zurück, um vor Ort nach einem bislang unentdeckten Wordsworth-Gedicht zu suchen, welches Gerüchten zufolge nach Rückkehr Fletcher Christians von Wordsworth verfasst worden sein soll, um die wahren Geschehnisse auf der Bounty festzuhalten. Bald schon muss Jane jedoch feststellen, dass sie nicht die einzige zu sein scheint, die nach dem Manuskript sucht. Plötzliche Todesfälle unter den von Jane befragten Einwohnern bringen Jane als Hauptverdächtige in Bedrängnis. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, bei dem es nicht nur darum geht, das Manuskript als erstes zu finden, sondern auch, weitere Todsfälle zu verhindern.
Meines Erachtens nach ist es Val McDermid auch in diesem Buch wieder gelungen, einen spannenden und interessanten Plot zu stricken. Zwar entwickelt sich die Geschichte zunächst langsam, gewinnt dann aber zusehens an Spannung und gipfelt in einem furiosen Finale, das unerwartete Wendungen bereithält. Die Charaktere sind wie immer bei Val McDermid gut ausgearbeitet und sympathisch und ihre Motive gut nachvollziehbar. Auch gelingt es der Autorin in anschaulicher und gelungener Art und Weise, die Geschichte von Fletcher Christian und der Bounty in die Handlung einzuflechten.
Für mich ein gelungenes Buch, das zu lesen wirklich lohnt!