Selten war ich mir so unsicher, ob das gelesene Buch gut oder nur mittelmäßig ist.
Ich habe das Buch mehr oder weniger in einem Zug durchgelesen und war ohne es richtig zu bemerken schon am Schluß angelangt. Eindeutig Merkmale eines wirklich guten und spannenden Buches.
Als ich mich jedoch hinterher fragte, was ich eigentlich gelesen hatte, kam eher Enttäuschung auf.
Eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, welche am Ende gewaltsam zusammengeführt werden.
Eine Hatz durch die Wirren der französischen Revolution, in der alle, aber wirklich alle, bedeutenden Persönlichkeiten der Zeitgeschichte (Karl der Große als Vorgeschichte, Katharina die Große, Bach, Robbespierre, Edison, Napoleon und viele andere, deren Nennung den hier vorgegebenen Rahmen mehr als sprengen würde) eingearbeitet sind. Diese Personen werden in einen stark konstruiert wirkenden Bezug zueinander gesetzt, in dem die weibliche Hauptdarstellerin gleich einer Billardkugel hin und her gestoßen wird.
Zum anderen eine Jagd durch Algerien und das New York der 70er Jahre, in der mehr als skurrile Gestalten die Handlung bevölkern. Eine Fahrt im offenen Rolls-Royce mitten durch die algerische Wüste, eine lange Wanderung in Badeschlappen und ohne Ausrüstung durch deren Gebirgsregionen, ein schuhkartongroßer Hund als Retter der Menschheit, Morde und Maschinengewehrsalven.
Ebenso wie der historische, ist auch der Handlungsstrang der Gegenwart gespickt mit unglaubwürdigen Aktionen und Zufällen.
So gut die Idee ist, ein Schachspiel mit menschlichen Figuren zu spielen, so schlecht wird diese umgesetzt. Es ist niemals klar, warum die Darsteller welche Schachfiguren verkörpern sollen und wie sie konkret in das Spiel eingebunden sind.
Trotz guter Lesbarkeit, insgesamt also eher eine Enttäuschung.