Da ist er nun, Vladimir Nabokovs lange umrätselter "letzter, unvollendeter" Roman. Genau genommen ist das schon eine an Lüge grenzende Übertreibung, die Erwartungen weckt, die dieses bescheidene Buch zwangsläufig enttäuschen muss. Dem Leser präsentiert sich nämlich nichts anderes als eine Romanskizze mit (zu) vielen Leerstellen, die schnell gelesen ist. Dennoch wird der Nabokov-Kenner, Nabokov-Liebhaber darin sein Vergnügen finden. Winzigen Perlen gleich stecken auch in diesem Text geniale Metaphern, Spielereien, Humorismen, typische "Nabokovismen" eben. Wem Nabokov unbekannt ist, mache aber besser einen Bogen um dieses Buch und lese erstmal "Lolita", "Pnin" und "Einladung zur Enthauptung" (in dieser Reihenfolge).