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Das Mittelalter: Geschichte und Kultur
 
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Das Mittelalter: Geschichte und Kultur [Gebundene Ausgabe]

Johannes Fried
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 580 Seiten
  • Verlag: C.H. Beck; Auflage: 1 (22. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406578292
  • ISBN-13: 978-3406578298
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 212.983 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Johannes Fried
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Johannes Frieds große Geschichte des Mittelalters. Eine grandiose Reise in ein Jahrtausend voller schöpferischer Energien und dramatischer Auseinandersetzungen.

Johannes Fried, einer der großen Mediävisten unserer Zeit, schildert in seinem Buch die faszinierende Geschichte jener Menschen und Mächte, die Europa zu seiner geistigen und kulturellen Einheit formten, die Grundlagen der modernen Nationen schufen, Staat und Kirche in zähem Ringen voneinander lösten, die Freiheit des Bürgers erfanden und auf vielen Feldern, von der Wissenschaft bis zur Entdeckung ferner Länder, in neue Welten aufbrachen.
Einzelne Menschen - bald ein Papst, bald ein König, bald ein Gelehrter, Missionar oder Kaufmann - machen sich dem Leser im Laufe des Buches bekannt und geleiten uns durch ihre Zeit. Sie lassen uns teilhaben an ihren Erfahrungen und Konflikten, an ihren Erlebnissen und Ideen. Johannes Frieds souveräne Erzählkunst bringt uns auf diese Weise das angeblich so "finstere" Mittelalter nahe, wie es nur wenigen Historikern gelingt. Die viel gescholtenen aufregenden Jahrhunderte des Mittelalters, so zeigt uns dieses bedeutende Werk, eröffnen in Wahrheit den Weg in unsere moderne Welt.

Über den Autor

Prof. Dr. Johannes Fried ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Frankfurt. Er war von 1996 bis 2000 Vorsitzender des Verbandes der Historiker Deutschlands.
1995 erhielt er für sein Werk "Der Weg ins Mittelalter" den "Preis des Historischen Kollegs", 2006 den "Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa".

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43 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Wie immer wartete man gespannt auf das Erscheinen eines Buches des renommierten Frankfurter Mediävisten, und wie zu erwarten war, präsentiert es sich "sprachgewaltig" und eigensinnig zugleich. Ein typischer Fried eben! Die Vorzüge des Buches sind in den Rezensionen der Tagespresse bereits zu genüge positiv bewertet worden. Daher hier eine andere Gewichtung.

Der Rezensent muss feststellen, dass der Autor für dieses Buch wohl kaum erneut den "Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa" verdient hat. Da ist zunächst sein hochgestochener, oberlehrerhafter und altertümelnder Schreibstil, ein stets präsenter imaginärer erhobener Zeigefinger, schwerfällige Sätze - und damit verbunden: riesige Satzgebirge. Nicht zu sprechen von den Satzverschachtelungen in Gedankenstrichen und Klammern! Lebendige Sprache in der Geschichtswissenschaft muss heute anders aussehen! So wie etwa die Bücher des Augsburger Neuzeithistorikers Johannes Burkhardt.

Dem Leser begegnen bei Fried Satzgebirge wie etwa auf S. 31: drei Sätze fast hintereinander mit 51, 57 und 61 Wörtern! Ein Satz mit 86 Wörtern (S. 37f.); 88 (S. 109); 87 (S. 111); 80 (S. 184); 63 (S. 226); auf S. 276 zwei Sätze hintereinander: der erste mit 48, der andere 57 Wörter; 59 (S. 277); 60 (S. 316); 73 (S. 428); 69 (S. 538); "Höhepunkt" ist ein Satz mit 92 Wörtern auf S. 459.

Extrem störend ist der inflationäre Gebrauch von Geschlechtswörtern im Zusammenhang mit Herrschertiteln. Beispiele: "Ein 'europäischer' Herrscher: Der Kaiser Karl IV." (S. 6); "Vulgarrömisches Recht (für seine Goten) ließ der König Eurich (+ 484) in Gestalt des [...]" (S. 23); "Dort regierte zur Zeit des Boethius der Kaiser Justinian" (S. 30); "Der Kaiser Heinrich II."; "Der Kaiser Karl IV."; "der König Wenzel".
Warum wird jeweils "der" nicht weggelassen?

Aber auch Sätze mit "den Kaiser, den Abt" finden sich: "Erst durch Karl den Großen und mehr noch durch dessen Sohn, den Kaiser Ludwig den Frommen, sowie dessen Ratgeber, den Abt Benedikt von Aniane, wird [...] (S. 38); und so geht es bei Fried munter weiter: "den Kaiser Friedrich II.", "den Desiderius" (statt einfach "König Desiderius");
dann Sätze mit "dem": "Vom dem Papst Hadrian";
und mit "des": "Das Thronbild des Kaisers Otto III."

Meine beiden Klassiker aber (S. 280): "Dem Orden übertrug der Papst Gregor" - statt einfach "übertrug Papst Gregor", und (S. 577, Anm. 90): "Jetzt ritt [der deutsche König] Konrad in seinem Reich den Schimmel, deutlich mit dem Reichswappen geschmückt [in der Buchmalerei], während der Ludwig einen Braunen bestieg, den das [franz.] Königswappen zierte."
Man beachte "der Ludwig"! Und so geht es munter weiter. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht oder besser: Altbacken.

Doch nun zu einigen Thesen des Autors, die durch dessen Renommee leider viele unbedarfte Leser für bare Münze halten werden - auch wenn für den Laien das Buch (wie oben angedeutet) kaum lesbar ist. Doch nicht nur durch den altbackenen Schreibstil, auch durch die vielen Zeitsprünge und Themenwechsel dürften viele Leser Probleme haben Fried zu folgen und das dicke Buch kaum zu Ende lesen. Das ist freilich das Manko jeder Gesamtdarstellung; wenn diese aber zudem in keinem guten Stil geschrieben ist, mit Satzgebirgen, wird jeder Leser froh sein, wenn er den Schluss (endlich) erreicht hat.

Das Schicksal der Christen und Juden unter islamischer Herrschaft wird von Fried mit "körperlich unbehelligt, wenn auch rechtlich benachteiligt" verniedlicht (S. 45). Tatsächlich sind die härtesten Strafen und Hinrichtungsarten ihnen vorbehalten gewesen, sie durften keine Waffen tragen, ihre Aussage vor Gericht gegen einen Moslem galt nichts, diese durften sie schlagen und wehe ein Jude oder Christ schlug zurück! Jeder von ihnen musste eine Kopfsteuer entrichten und bekam dabei zum Zeichen seiner Unterlegenheit und Minderwertigkeit einen symbolischen Schlag. Und wehe, die Kopfsteuer konnte nicht gezahlt werden: dann hieß es entweder du konvertierst und glaubst künftig an Allah - oder: Tod! Sie waren ganz offiziell Menschen zweiter Klasse. Um diese Nachteile nicht mehr erdulden zu müssen wurde man am besten Moslem - eine perfide und geniale Methode diese "Dhimmitude".
Forscher, die sich heute speziell mit der Dhimmitude etwa auf der iberischen Halbinsel beschäftigt haben, zeichnen seit ein paar Jahren ein ganz anderes Bild des angeblich toleranten islamischen Spanien. Schon "lustig" zu lesen, wenn heute immer noch renommierte deutsche Mediävisten das Lied von der toleranten islamischen Herrschaft singen! Spezialuntersuchungen in den betroffenen Ländern zeigen längst ein anderes Bild - aber bis diese Fortschritte in der Forschung überall ankommen, tja, das dauert leider!

Lustig wird es, wenn Fried während der Belagerung von Augsburg durch die Ungarn (955) schreibt, "trieben sie [die Ungarn] ihre vordersten Reihen (unterjochte Fremdvölker, aus denen sie gebildet waren) mit Peitschenhieben [sic!] zum Angriff auf die Wälle der Stadt" (S. 114). Er erzählt hier - ohne es zu erwähnen! - die Heiligenvita des Verteidigers der Stadt, des hl. Bischofs Ulrich, einfach nach, ohne diese Sachkritisch zu hinterfragen. Mir fällt hier gleich Herodot ein, der die Perser auch einmal tapfer schildert, dann wurden sie angeblich wieder mit der Peitsche angetrieben! Oder man denkt an den Herrn der Ringe - Stichwort: Orks. So etwas kommt also dabei heraus, wenn sich deutsche Mediävisten militärischen Ereignissen widmen. Hans Delbrück, dem Vater der Sachkritik, hätte man mit so einer unkritischen Quellennacherzählung nicht kommen dürfen!

Auf S. 179 war nach Fried Kaiser Johannes Herrscher von Byzanz während des Ersten Kreuzzuges; das war natürlich der Vater, Alexios I. Komnenos! Auf S. 395 schreibt Fried doch tatsächlich, dass der deutsche König Rudolf v. Habsburg keinen Romzug plante! Das ist schlicht falsch! Ein solcher stand kurz vor der Ausführung, und nur durch den Tod des Papstes wurde nichts daraus. Schließlich hätte die Kaiserkrönung Rudolf ermöglicht die Wahl seines Sohnes zum deutschen König zu betreiben, um die Nachfolge abzusichern!
Vor Kaiser Heinrich VII. war Konrad IV. (+1254) der letzte deutsche König der in Italien "sein Königtum zur Geltung zu bringen gedachte", und nicht, wie Fried (S. 415) schreibt, Friedrich II. (+1250)!

Besonders gefällt sich Fried dabei auf die Entwicklung Deutschlands im Mittelalter zu schimpfen - und lässt dabei das Alte Reich in der Neuzeit nicht aus. Das alles erinnert doch sehr an Sybel, Treitschke und Konsorten (was das späte Mittelalter und die Neuzeit anbelangt)!
Kostproben: "[...] die unselige Italienpolitik" der deutschen Könige. Der deutsche König im Hochmittelalter "wiederholt auf der falschen Seite zu finden war" (S. 200). Damit meint Fried, dass sie auf der Seite des Papsttums hätten sein sollen wie etwa die Könige von Frankreich. Ist diese Beurteilung wirklich der ausschließliche Gradmesser? Anstatt die eigenständige deutsche Entwicklung nach ihren Voraussetzungen differenziert (!) dem Leser zu erklären, findet man nur eine polemisch-negative Darstellung. Als wären England und Frankreich die maßgebende Norm! Steht nicht auch die Geschichte eines Volkes allein vor Gott?

Auf Barbarossa hat es Fried ganz besonders abgesehen. Von der "unseligen Italienpolitik" war bereits die Rede. Weiter geht es mit "unselige Kaiserpolitik" (S. 244); Barbarossa "jagte überholten Ideen nach; er ist historisch gescheitert" (S. 243). Besancon 1157, "[...] eine üble Inszenierung, bezeichnend aber für Friedrichs Haltung und Skrupellosigkeit" (S. 240); dabei konnte sehr wohl das Wort beneficia mit "Lehen" und nicht nur mit "Wohltat" übersetzt werden - die Zweideutigkeit war dem Papst und seinen Legaten bewusst. Fried meint die Übersetzung durch Rainald von Dassel und die "Haltung" Barbarossas war dagegen eine "üble Inszenierung [...]und Skrupellosigkeit"!
Das Ganze gipfelt in Frieds Bezeichnung Barbarossas mit "Ungebildete Machthaber sind besonders gefährlich" (S. 240) - offenbar dürfen solche Dinge laut Fried nur die gebildeten Könige von Frankreich, England und Spanien?!

Was sagt eigentlich Hans K. Schulze, der vielleicht beste Kenner des mittelalterlichen Kaisertums der deutschen Könige zur "Italienpolitik": "Die Frage nach Schaden oder Nutzen der Kaiser- und Italienpolitik des Mittelalters gilt längst [!] als ein Anachronismus. Jede Epoche folgt ihren eigenen Gesetzen. Die Reichsidee war das Leitmotiv der Politik der Ottonen und Salier. Ihr Kampf um die Kaiserkrone und um die Herrschaft über Rom und Italien kostete zwar immer wieder große Opfer, aber die Verbindung mit dem alten Kulturland Italien und mit dem von neuen geistigen Strömungen erfüllten Burgund wirkte ungeheuer befruchtend auf das politische, wirtschaftliche, religiöse und kulturelle Leben in Deutschland" - Hans K. Schulze, Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier, S. 15f.
So sollte eigentlich eine moderne, differenzierte und objektive Einschätzung eines Wissenschaftlers aussehen! Das weiß natürlich auch Fried - jedenfalls sollte er es und tut es auch bei anderen Nationen -, aber warum verfällt er in Hinblick auf die deutsche Geschichte selbst in eine ungerechte, undifferenzierte und längst überholte Betrachtungsweise?!

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38 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bildungs-Show 1. Februar 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Von Aufmachung und Klappentext sowie vom Ruf des Autors her hatte ich mehr erwartet. Da ist von einem "furiosen Buch" und von "Erzählkunst" die
Rede. Der Mediävist (aha) Fried erweist sich beim Lesen aber als aufdringlicher Alt-Philologe mit einem unsäglichen Hang zu vermeidbaren Fremdwörtern und eingestreuten Satz-Gebirgen mit Verschachtelungen in Gedankenstrichen,Kommata und Klammern, in denen der Leser mehrfach schlicht die Lust am Lesen verliert. Stilistisch zieht Fried die uralte, überholte Show der "Humanisten" des vorletzten Jahrhunderts ab. Lateinische, alt-deutsche, -französiche und -englische Zitate im Überfluß - mir reicht die Übersetzung ins heutige Deutsch, der O-Ton könnte von mir aus in den Anmerkungen verschwinden - ich glaub´s ihm auch so. Nicht immer werden sie übersetzt, und gelegentlich blitzt seine ganze Bildung auf, wenn er altes Griechisch stehen läßt. Lesern ohne altsprachliche und laien-theologische Kenntnisse ist dringend die Beiziehung entsprechender Handbücher zu empfehlen. Kirchen- und kultur-
geschichtliche Laien als Zielgruppe? - Thema verfehlt, Herr Fried!

Inhaltlich erschlägt der Autor mit einer Fülle an Informationen und Personen. Schnell aber drängt sich die Frage auf, wie man ein solches umfassendes Werk ohne ein gleichrangiges Sachregister herausbringen konnte. Gut ist die fundierte Ausarbeitung der theologischen Entwicklungen dieser Zeit. Da wird (endlich) neben den reinen Macht-Aspekten der Kirche auch ihre Ernsthaftigkeit im Suchen nach christologischen Wahrheiten in all ihren Schattierungen ausgebreitet,
in den Kreuzzügen zumal (um mal ein Lieblingswort des Autors zu gebrauchen).
Weniger gut die Umsetzung des zweiten Anspruchs im Untertitel: Kultur.
Eigentlich keine Überraschung, dass dieser Autor unter Kultur (s)eine
einseitige "literate" Kultur der Philosophie und der daraus abgeleiteten
kirchen- und gesellschaftsrechtlichen Werke versteht. Andere "Kultur" - Malerei, Architektur, Dichtung, Musik, usw - verflacht dagegen oder gänzliche Fehlanzeige. Logisch, dass dann auch so gut wie nichts vom Alltag jener Epoche auftaucht. Die Handelnden sind und bleiben kirchliche und weltliche Herrscher und Denker jeglicher Hierarchie-Stufen.
Und zum Schluß: können Herausgeber solcher Bücher nicht endlich mal ihren
missionarischen Ansatz aufgeben, uns von der Nicht-Existenz eines "finsteren Zeitalters" zu überzeugen?! Wer, bitte, hängt denn diesem
Vorurteil samt seiner inhaltslosen Tradierung noch an?
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23 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer in seiner Schulzeit (bis zum Abitur hin) mit Jahreszahlen und Namen im Fach "Geschichte" gequält wurde, wird durch das Buch an diese Zeit erinnern. Namensreihungen (weit über 10 Namen auf einer Seite) sind keine Seltenheit und kriegerische Auseinandersetzungen fanden jeweils zwischen zwei Königen statt, eigentlich nie durch die Menschen eines Herrschaftsgebietes.
Geschichte wird hier wieder zur Geschichte von Namen und Zahlen, dem Verständnis der wirklichen Vorgänge in den Besitztümern und Ländern wird dieses Buch nur äußerst selten gerecht.
Dieses Buch ist weder spannend noch anregend und nur sehr selten lehrreich.
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