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Das Milgram-Experiment: Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität [Taschenbuch]

Stanley Milgram , Roland Fleissner
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

4. März 1982
Das Milgram-Experiment gilt als eine der berühmtesten sozialpsychologischen Untersuchungen. Es zeigt uns deutlich, wie schonungslos grausam die meisten Menschen sein können, wenn sie sich in einem strikten Schema von Befehl und Gehorsam befinden. Eindrücklich schildert uns Stanley Milgram, wie Durchschnittskandidate ihnen unbekannte Menschen quälen und foltern. Wer an das Gute im Menschen glaubt und auf humanitäre gesellschaftliche Fortschritte hofft, wird schockiert sein, wissenschaftlich untermauert zu bekommen, worüber wir uns zum Beispiel bei Nachrichten aus modernen Kriegen doch immer wieder wundern: Menschen sind bereit, sich diametral entgegen ihren eigenen Wertvorstellungen zu verhalten, wenn dieses belohnt beziehungsweise klar autoritär gefordert wird.

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Das Milgram-Experiment: Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität + Psychologie der Massen + Propaganda: Die Kunst der Public Relations
Preis für alle drei: EUR 30,84

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 17 (4. März 1982)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499174790
  • ISBN-13: 978-3499174797
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 20.079 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Stanley Milgram, 1933 in New York geboren, promovierte in Sozialpsychologie an der Harvard University; lehrte an der Yale University und in Harvard. 1964 erhielt er den jährlichen sozialpsychologischen Preis der American Association for the Advancement of Science für seine Untersuchung des Obrigkeitsgehorsams und ist heute Professor für Psychologie am Graduate Center der City University of New York.

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stephan Kleiber HALL OF FAME REZENSENT TOP 1000 REZENSENT
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Das Milgram-Experiment zählt sicher zu den wichtigsten im Bereich der Sozialpsychologie. Die Grundfrage war – u.a. nach den Erfahrungen des 2. Weltkriegs – wie sehr ´normale´ Leute bereit sind, Gehorsam zu leisten gegenüber Autoritätspersonen, selbst wenn dies in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen steht.

Der Versuchsablauf ist schnell erklärt. Per Anzeige wurden Freiwillige für ein vorgebliches Lern-Experiment gesucht. Diese sollten den ´Lehrer´ spielen und den ´Schüler´ (je nach Anordnung im gleichen oder Nebenzimmer) bei falschen Anworten mit einem Stromstoß bestrafen. Der Schüler war ein Schauspieler, der entsprechend der Stromstärke schrie, zum Aufhören drängte, gegen die Wand schlug und sich bei höheren Stromstärken irgendwann ´tot´ stellte. Daneben gab es noch einen ´Versuchsleiter´, der lediglich standardisierte Anweisungen gegenüber dem ´Lehrer´ gab.

Den Versuchspersonen (´Lehrer´) war es zu jeder Zeit freigestellt, die Anweisungen nicht zu befolgen, das Experiment abzubrechen und dennoch das vereinbarte Geld zu bekommen.
Dennoch waren im ersten Versuch 62 % der Teilnehmer bereit, die höchste Bestrafung von 450 V zu geben und nahmen so trotz Gewissensbissen quasi den Tod des Probanden in Kauf.

Die gesamte Versuchsanordnung und besonders das Ergebnis erzeugte enormes Interesse nicht nur in Wissenschaftskreisen, sondern auch bei Regierungen und Militärs. Interessante Ergebnisse waren weiterhin, dass die Ergebnisse auch in anderen Kulturkreisen nahezu gleich ausfielen und auch zwischen Männern und Frauen keine signifikanten Unterschiede bestanden. Zurückzuführen ist dieser blinde Gehorsam u.a. auf die Sozialisation in Familie und Schule, wo eine Unterordnung unter bestehende Autoritäten belohnt wird.

Das Buch sollten eigentlich alle lesen, die sich für Zeitgeschichte (nicht nur 2. Weltkrieg) oder Psychologie interessieren. Genauso empfehlenswert wäre es auch für alle, die in irgendeiner Weise prägend im ganzen Sozialisationsgeschehen mitwirken – also Lehrer, Erzieher, Eltern ;-) Danach sieht man Befehl-Gehorsam mit anderen Augen und weiß zumindest um die entscheidende Wirkung, die ein einzelner Widerspruch im Rahmen einer Gruppenentscheidung bewirken kann.

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
Unter den klassischen sozialpsychologischen Experimenten, die in das Alltagsbewusstsein unserer Zeit eingegangen sind, ist das Milgram Experiment wohl das berühmteste. Jeder scheint die erschütternden Ergebnisse der Versuche in den Labors von New Haven zu kennen und für seine eigene Argumentation zu benutzten - die wenigsten aber, so scheint es, haben das Buch wirklich gelesen.
Das ist schade, denn dieser sozialwissenschaftliche Klassiker bietet viel mehr als die sattsam bekannten experimentellen Beweise für die Verführbarkeit des Menschen durch Autorität - es besitzt ist in seinem ganzen Aufbau und seiner Komplexität den Rang eines Lehrbuches zur Einführung in das sozialwissenschaftliche Denken und Urteilen.
Schon die einleitenden Kapitel, in denen Stanley Milgram den operationalen Versuchsaufbau erläutert, sind ein Lehrstück für wissenschaftliche Systematik. Um die Gehorsamsbereitschaft von Menschen gegenüber Autoritäten wirklich messen zu können, wählt Milgram ein Pseudoproblem, das die Probanden komplett irreführt. Während sie denken, sie seien nur Bestandteil eines lernpsychologischen Experimentes, ist es in Wahrheit ihr Verhalten, dass in exakter Skalierung und Quantifizierung festgehalten wird. Natürlich wurden die Versuchspersonen nicht einfach nur per Zufall sondern repräsentativ ausgewählt. Um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten, wurden Notation, Rückkopplung, Kleidung und sämtlich sprachliche Anspornmaßnahmen durch die Versuchsleitung standardisiert.
Bekanntlich waren die Befunde, die in den späten Sechziger Jahren bekannt wurden, zutiefst beunruhigend. Scheinbar im Dienst der Wissenschaft, schockten die Versuchspersonen die vermeintlich hilflosen Probanden fast zu Tode. Für viele linke Theorien, die den Menschen ohnehin nur als ein verführbares Lamm betrachten, das dringend eines klugen Schäfers bedarf, kamen diese Daten natürlich wie gerufen.
Dabei sind es gerade nicht die sattsam bekannten Standardversuche 1-4, in denen nur die Auswirkung der Rückkopplung auf die Gehorsamsbereitschaft getestet wurde, sondern die zahlreichen Variationen des Grundexperimentes, die die wahre Faszination des Buches ausmachen. Wie verhalten sich Menschen, wenn die Räumlichkeit, also die optischen Insignien der Legitimität, sich ändern(Exp. 5,9,10)? Sind Frauen gehorsamer bzw. grausamer als Männer(Exp.8)? Welche Rolle spielt die personale Darstellung der Autorität(Exp.6? Wie stellt sich die typische Gehorsamsituation des Mitläufers dar(Exp.18)? Wie verhält sich eine Versuchsperson, wenn sich zwei Autoritäten widersprechen (Exp. 14-16)? Inwieweit können oppositionelle Gruppeneffekte die Wucht der Autorität bremsen (Exp. 17)? Kann ein gewöhnlicher Mensch tatsächlich ohne weiteres in die Rolle der Autorität schlüpfen(Exp. 13 und 13a)? Und ist der Mensch wirklich ein grausames Wesen (Exp. 7 und 11)? Auf alle diese Fragen gibt das vorliegende Buch auf dem Hintergrund genialer Untersuchungsdesigns so überzeugende und bündige Antworten, wie dies im Rahmen einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung nur möglich ist.
Natürlich darf nicht vergessen werden, dass seit den Milgram-Versuchen über vierzig Jahre ins Land gegangen sind. Ob also die Gehorsamsbereitschaft der Menschen nach den pädagogischen Umwälzungen im letzten Drittel des 20. Jhdts. und der allgemeinen Erosion der Autoritäten in allen Lebensbereichen heute noch ebenso hoch ist wie in den guten alten Sechzigern (vor der 68er Revolution), ob also alle Ergebnisse Milgrams bis auf Punkt und Komma für die Gegenwart übernommen werden können, müsste langsam mal wieder untersucht werden. Das ändert aber nichts daran, dass es sich bei dem vorliegenden Buch noch immer um eine besten Einführungen in die experimentelle und theoretische Mikrosoziologie des sozialen Verhaltens handelt, dessen Lektüre ich allen interessierten Schülern und Studenten empfehle.
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist für Sie Autorität? 4. Juni 2001
Von Ein Kunde
Der Untertitel trifft den Inthalt des Buches genauer als der Titel: Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität. Das Milgram-Experiment ist eines der fundiertesten psychologischen Experimente, die jemals durchgeführt wurden. Eigentlich ging es darum, Mechanismen begreiflich zu machen, die grausame Taten in den Kriegen unserer Welt erzeugen (zahlreiche Beispiele aus der Nazizeit und des Vietnamkrieges) - doch das Buch zeigt weit mehr, denn es bricht die Schrecklichkeit auf eine im Milgram-Experiment nachgewiesene Verhaltensweise herunter: Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität - und die ist nicht nur in extremen Situationen zu finden, sondern allgegenwärtig - in Form der Eltern, der Lehrer, des Managers, des Chefs, der Polizei, der Regierung usw. Wie die anderen Rezensenten, kann jeder aus dem Buch etwas über seine Einbindung in die ihn persönlich umgebende Autoritätsstruktur erfahren. Das wesentliche vorweg: Die Ursache für die Befolgung eines "Befehls" ist nicht der Befehl an sich, sondern die BEZIEHUNG, die der in dieser Situation untergebene zur Autoritätperson wahrnimmt. Ist man einmal in diesem "Agens-Zustand", so ist man vollständig dem Willen der Autorität ausgeliefert - ob man das wahrhaben will oder nicht. Obwohl die meisten Menschen mit sich ringen, den gemeinen Befehl zu befolgen, sind nur wenige in der Lage, sich tatsächlich zu widersetzen. Auch darüber gibt Milgram hervorragende Einblicke (die Welt ist also noch nicht ganz verloren).


Milgrams Beschreibung der Autorität ist allgemeingültig. In meinem Fall ist es die des mittleren Managements. Auch ich mußte manchmal sinnlose Entscheidungen durchsetzen, die die oben am Schreibtisch "politisch" entschieden hatten. Nicht selten mit Nachteilen für die Untergebenen, vielfach hätte es andere Lösungen gegeben, jetzt ist mir das bewußt. Ebenso kann man selbst in die Mühle der Autorität kommen, denn folgsames Verhalten wird belohnt, nicht das eigenständige. Auch dies ist mir schon ein paarmal aufgestoßen. Schon mal gewundert, warum ein Bekannter/Freund auf Weisung des Chefs plötzlich "umkippt" und eine ganz andere Haltung einnimmt? Jetzt weiß ich warum. Wer das Buch gelesen hat, sollte beurteilen können, ob seine Tat ausschließlich aus unreflektiertem Gehorsam (gegen besseres eigenes Wissen) geschieht, ob man mit dem Befehl übereinstimmt oder ob man besser den Gehorsam verweigert. Es hat mir aber auch erklärt, warum die Menschen zur Verwirklichung bestimmter Ziele Autorität brauchen (einem allzu liberalen Firmenleiter sei dies eine Lehre). Das Buch redet also nicht explizit gegen Autorität - sie ist notwendig, Anarchie und Chaos sind nicht produktiv. Empfehlung daher: Lesen, der Nutzwert für den Alltag ist beträchtlich.

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