Ausgezeichnet mit der Goldenen Feder 2004 des Heinrich Bauer Verlages.
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Produktinformation
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Die demografische Katastrophe, auf die wir unweigerlich zusteuern, ist nicht nur das versicherungsmathematische Problem, dessen man gegenwärtig verzweifelt Herr zu werden versucht. Alter ist von jeher mit vielen weiteren, nicht minder existenziellen Nöten und Sorgen behaftet als nur mit denen um die so genannte "Alterssicherung". Das Nachlassen der körperlichen und geistigen Kräfte, Krankheit, Angst und Tod werden mit zunehmendem Alter immer bestimmendere Lebensthemen. Als sei dies für das Individuum nicht schon schlimm genug, kommt eben diese Lebensproblematik mit vielfacher Wucht nun zusätzlich noch auf die Gesellschaft als ganze zu. Die nämlich hat längst begonnen, in einem in jeder Hinsicht beängstigenden Maße zu "überaltern".
"Am Horizont der Zukunft", schreibt Schirrmacher zu Beginn, "baut sich eine der erbittertsten Streitmächte gegen die Alten auf, die es je gegeben hat. Sie marschiert auf uns zu, die wir heute 20, 30 oder 60 Jahre sind, denn wenn der Krieg beginnt, werden wir die Älteren sein. Und die Gesellschaft, die wir geschaffen haben, nimmt den Alternden alles: das Selbstbewusstsein, den Arbeitsplatz, die Biographie. Unsere Lebensentscheidungen basieren auf Grundrissen und Daten eines vergangenen Jahrhunderts. Gingen wir mit dem Raum so um wie mit unserer Lebenszeit, würden wir in Postkutschen reisen."
Das alles klingt gewiss alles andere als ermutigend. Trotzdem ist Schirrmachers Buch letztendlich genau dies: eine ganz entschiedene Ermutigung. Woraus nämlich allein Rettung erwachsen kann, ist eine grundstürzende und grundlegende Revolution des Bildes, das wir uns von unserem Leben und unserem Alter machen. Die Aufgabe ist keine geringe. "Die Frage ist, wie wir den Steinzeitmenschen in uns an eine fast verfünffachte Lebenserwartung gewöhnen können." Wenn wir diese Aufgabe ernst nehmen, können wir das Blatt zum Guten wenden, so könnte man das Fazit des Buches auf einen kurzen Nenner bringen. "Wir müssen verlernen, was unsere Kultur und unsere Biologie uns über das Alter eingaben. Sie haben, um es trivial auszudrücken, nicht mehr Recht. Es ist vorbei mit der unbestrittenen Herrschaft der Jugend über das Alter." Daraus gilt es, Konsequenzen zu ziehen. Und genau dafür bietet Schirrmacher viele interessante Anknüpfungspunkte. -- Ein Buch, das man lesen muss! --Andreas Vierecke
Frank Schirrmachen, 45, Mitherausgeber der FAZ (der Zeitung mit dem klugen Kopf irgendwo im Hintergrund), hat ein Buch über das Alter geschrieben, Er hat zu diesem Thema viel gelesen. Mit stolzen, aber nutzlosen 142 Literaturhinweisen, die wir in den Anmerkungen zu seinem Buch finden, will er die Leser wohl beeindrucken und einen wissenschaftlicher Anspruch erheben.
Die Zielsetzung des Buches ist im Klappentext folgendermaßen zusammen gefasst:
"Dieses Buch will anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu einem Komplott gegen den biologischen und sozialen Terror der Altersangst überreden, weil nur so die Jungen eine Chance bekommen".
Meine Frau (70) und ich (75) haben uns das Buch wechselseitig vorgelesen und wurden von Seite zu Seite ärgerlicher. Welches waren die Gründe?
1) Schirrmacher hat ein "journalistisches" Buch geschrieben; er mischt Tatsachen und Theorien, Wissen und Meinung so innig zusammen, dass der Leser bald den Überblick verliert. Das Buch liebt Provokation und Zuspitzung, es ist alles andere als ausgewogen und präzise (wie J. Vaupel im Klappentext behauptet).
2) Die Schwierigkeiten, mit denen die Gesellschaft durch steigende Lebenserwartung und eine geringe Geburtenrate konfrontiert wird, will Sch. durch ein Komplott (eine Revolution) der Alten beseitigen. Er will dadurch das Selbstbewußtsein der Alten stärken und die "Diskriminierung der Alten" abbauen.
3) In einer mehrfach von Sch. zitierten "Berliner Altersstudie" haben die Teilnehmer - zwischen 70 und 100(!
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