Noch vor ihrem "Eine verhängnisvolle Affäre"- Ruhm drehte die für die Rolle der Anwältin Teddy Barnes noch weniger aufgemotzte Glenn Close dieses eigentliche filmische Kleinod Mitte der 80er jahre.
Jeff Bridges als Zeitungsmogul wird verdächtigt, seine Frau, mit der er schon lange keine glückliche Ehe mehr geführt hat, Charles- Manson- esk bestialisch ermordet zu haben. Zum Glück springt Hausfrau, Mutter und Verteidigerin Teddy Barnes ein.
Es folgen private Begegnungen, in denen Frau Close ihrem Mandanten Fragen stellt, die er mal ehrlich, mal weniger ehrlich, beantwortet. Ein eigentlich raffiniert gesponnenes Spiel um Macht, Manipulation und Überlegenheit.
Das letzte Drittel nimmt dann die Gerichtsverhandlung, u.a. mit Peter Coyote als Staatsanwalt, der selten schmieriger rüberkam, und Robert Loggia als abgehalfterten Rechercheur, ein. Immer neue Zeugen, eine Frau, die fast auch Opfer geworden wäre, ein quasi- Tennis spielender Strichjunge, der in Verdacht gerät, eine frühere jüngere Geliebte (!) und die grossartige Leigh Taylor- Young als hoffnungs- und ergebnislos Jeff Bridges anbetende Virginia Howell. Es werden Lügen und Halbwahrheiten mal freiwillig, mal unfreiwillig aufgedeckt. "Zeugin der Anklage" lässt grüssen.
Der Ausgang soll hier nicht verraten werden, aber eine Schreibmaschine mit einem defekten Buchstaben gibt dann, als eigentlich alles schon aufgeklärt, und das Happy End vorprogrammiert zu sein scheint, den letzten und ausschlaggebenden Beweis. Das Finale in Teddy's Wohnung ist mehr als schweisstreibend.
Filmisch bleibt es fast US TV Niveau, die Darsteller und das Drehbuch sind aber far above average. Well done, Frau Close, Herr Bridges, Herr Coyote, Herr Loggia und Herr Marquand....