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Es ist die Sprache, die die Geschichte schreibt. Mittels der Worte werden die Uneindeutigkeiten und Hemmnisse zwischenmenschlicher Natur markiert: mal hastig, mal gebremst, mal verstümmelt. Der Text ist in sich verwoben, greift in sich ein und führt oft an kein Ende. Das Menschenfleisch erscheint wie ein einziger Traum, der hinter die Gewissheiten taucht, unruhig und leise. Was parallel erzählt wird, kumuliert sich nach wenigen Sätzen. In die Geschichte dringen massiv Fremdzitate aus Literatur, Musik, Film und Theorie ein und lassen sich nicht vom Eigenen des Erzählers trennen, der selbst nichts mehr weiß: Welche Geschichte soll hier denn abgewickelt werden?
Das Menschenfleisch ist Literatur sensiblen Ergründens. Zwischen und in den verschiedenen Kapiteln entsteht ein Labyrinth, in dem zwischen den Ungläubigkeiten ganz erstaunliche Aussagen fallen. Die Kraft der Imagination entwickelt einen Sog, von dem man auch durch Verständnislücken gerissen wird. Beyer klappt die Sprache wie einen fremden Körper auf und ebenso die Körper selbst. Das Begehren des Erzählers ist es, sich den Gegenstand seiner Liebe mittels seines Sprechens einzuverleiben. Jegliche Ausstrahlung der geliebten K. wird in eine Aufzeichnungsfläche verwandelt: von ihr berührte Gegenstände etwa, Stimme, Körper oder Körperschatten. Begriffe wie Rachenarbeit und Hautverständigung tauchen auf und existieren weiter, bis sie als rätselhafte Zeichen mit dem Text verwachsen sind. Lakonisch erzählt, gewinnt der Roman in seinen Auslassungen und Kontraktionen die verkürzende Dichte gelungener Lyrik. Er spiegelt brillant jenes unregelmäßige Muster der Innenwelt, jenes Gedankenflimmern, das schon bei der Ankunft wieder im Sprung ist. --Ron Winkler
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Berührend,
Rezension bezieht sich auf: Das Menschenfleisch: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein ganz besonderes Buch!Marcel Beyer versucht hier seinen Emotionen Herr über die Sprache werden zu lassen. Im Großen und Ganzen ist es eine "einfache" Liebesgeschichte... aber sie versucht nicht irgendwie zu sein. Mich hat das Buch so sehr berührt, weil es eben sich nicht so liest, als würde jemand eine fertige Liebesstory verfasst haben... durch zahlreiche Andeutungen, skurrilsten Umschreibungen ist hier eine außergewöhnliche Stimmung entstanden... Sicherlich liest sich das Buch nicht sehr einfach. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
bitte an einem abend lesen..,
Rezension bezieht sich auf: Das Menschenfleisch: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
eine geschichte ueber liebe, grob gesagt..marcel beyer gelingt es den leser in seinen kreiierten abgrund zu lotsen. das buch lebt von der bestechenden sprache und sollte um dem tempo folgen zu koenen in einem durchgelesen werden. es faellt wirklich schwer wieder "reinzukommen", wenn das buch weglegt wurde. teilweise kranke ideen und seitenlange saetze ohne punkt und komma. stets interessant und weiterempfehlenswert.. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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