Das Memorial ist ein 'Denkmal' für all jene Menschen, ohne deren Anstrengungen und Opfer, all jene Bauwerke, die wir heute bewundern, nicht möglich gewesen wären. Viel zu oft erinnern wir uns nur an die großen Namen der Geschichte und die hervorragenden Baumeister, die diese Bauwerke ersonnen haben. Wer denkt aber an die Menschen, die ihren Schweiß und viel zu oft auch ihr Blut vergossen haben, um teils aus ökonmischer Not, teils aus religiöser Bestimmung am Bau der großen Werke der Architektur teilzunehmen.
Jose Saramago schreibt vom vermeintlich düsteren Schicksal dieser Arbeiter, das im Falle der Protagonisten dieses Buches erhellt wird von einer wunderbaren Liebe und den Glauben an eine Aufgabe.
Das Buch Saramagos erinnert mich an Storms "Der Schimmelreiter", der gleichsam von der Kraft einer aufrichtigen Liebe erzählt.
Jose Saramago ist es außerdem gelungen, mit seiner außerordentlichen, 'trickreichen' Sprache und der hervoragenden Verwendung gelungener Wiederholungen, geradezu beschwörend, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Nicht außen vor bleibt eine subtile Kritik an der zweifelhaften Autorität der mittelalterlichen Kircheninstitution.
Dieses Buch, stellt, wie ich finde, auch ein wichtiges Architekturbuch dar, weil es den grundlegenden Bezug der Architektur zum Menschen und unserer Kultur auf hervorragende und aufrichtige Weise thematisiert.