Dies ist die Geschichte von Anna-Hildegard Hanson und Chaim Cohen Lerman. Ohne H und nur einem N. Eine Liebesgeschichte. Eine vortrefflich erzählte. Eine zudem vielleicht wirklich geschehene. Der Violinvirtuose Chaim Lerman - wie alle wirklichen Künstler weder vom eigenen Können beeindruckt noch dieses auf bescheidene Weise unterschätzend, sondern vielmehr beseelt vom Sinn des eigenen Tuns, dem Überbringen, dem Übersetzen, dem Vermitteln von Kunst an ein sowohl dankbares als auch erwartungsvolles Publikum - trifft mit seinen Augen in einer Konzertpause eines von ihm nur aufgrund der Neugier auf die Geigentechnik des Landsmannes Leon Liebensterns besuchten Konzertes auf den Blick einer jungen Frau. »Heute abend habe ich ein Mädchen gesehen!! Ihr Blick, gar nicht bewußt auf mich gerichtet, traf mich wie ein Blitzschlag.« Lermans Leben verändert sich mit diesem Ereignis, mit der Liebe auf den ersten Blick. Jahre und dor-nige Täler muß er durchschreiten, die Seele eines virtuosen Musikers mit schlimmster Pein belasten, um dahin zu gelangen, wo sein innerstes Fühlen ihn von dem ersten Moment an einzig geborgen wußte. Dieses Buch ist voller Anmut und Ja zum Leben. Es beschreibt auf unter-haltsame Art - und ohne einen Mangel an Ernsthaftigkeit - den Werdegang einer Liebe; diesen und all die verantwortungsvollen Gedanken, die denken-de Menschen hegen, weil sie wissen, daß der wirklich einzige Partner, im Hebräischen BShert genannt, das Wichtigste und zudem Kostbarste ist, ohne das ein bis hierhin erfüllter Werdegang ein halber Weg bleibt. Und, ganz nebenher, mit einem seltsam vordergründigen Hintergrund, läßt Margot Kratz Musik mitschwingen. Mit Witz, Präzision und erzählerischer Leichtigkeit blättert die Autorin ein Tagebuch auf, läßt uns teilhaben am Leben und am Denken des Juden Chaim Lerman, der keineswegs nach religiösen Regeln lebt und doch den einen Gott im Herzen führt, auf welchen er auch vertraut. Er liebt die Tradition, aber vor allem liebt er seine spätere Frau. Lesen Sie selbst, und lassen Sie sich von Chuzpe und Kurzweil betören...