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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Frühling in Furth am See,
Von Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das Matratzenhaus: Roman (Gebundene Ausgabe)
Frühling in Furth am SeeNachdem Paulus Hochgatterer in seinem vielbeachteten Roman "Die Süße des Lebens" schon ein skurriles Duo, bestehend aus Kommissar Kovacs und dem Psychoanalytiker Horn eingeführt hat, das sich um die psychische und physische Sicherheit in der Stadt Furth am See kümmert, lässt er mit "Das Matratzenhaus" einen weiteren Roman mit diesen Figuren folgen. Und wieder schafft es Paulus Hochgatterer, einen Krimi zu schreiben, der eigentlich kein Krimi ist. "Das Matratzenhaus" ist große, feine Literatur, psychologisch fein und eindringlich beobachtet, mit einem weit gestreckten Spannungsbogen, der, je weniger Hochgatterer dem Leser gegen Ende des Romans direkt mitteilt, immer stärker wird. Zur Handlung: in Furth am See wird ein Kind geschlagen, während es in der Schule sein sollte, aber nicht war. Schnell wird klar, dass es sich hier nicht um eine "gsunde Watschn" eines Erziehungsberechtigten des Kindes handelt. Der Erstklässler spricht von einer schwarzen Glocke und lässt das Gefühl von Zugehörigkeit zu etwas Besonderem durchklingen. Da sich ähnliche Fälle vermehrt wiederholen, begeben sich Horn und Kovacs auf die Suche nach der Wahrheit, bzw. nach dem Täter. Zeitgleich beschäftigen die beiden Herren, die einander in diesem Buch nie über den Weg laufen, weitere Fälle, wie zum Beispiel der mysteriöse Todessturz eines musikalischen Maurers, der versuchte Selbstmord eines anderen Musikers, Söhne und Töchter, Ehefrauen und Geliebte, Patienten und Kollegen, sowie der immer stärker durchschimmernde Verdacht der Kinderpornografie und des Menschenhandels. Das imaginäre Furth am See scheint nebenbei eine auf eine Stadt projizierte Wahrnehmung vieler österreichischer Eigenarten zu sein, ein Bild, das Paulus Hochgatterer äußerst sympathisch und trotzdem ehrlich zeichnet. Eine Stadt, die obschon mit Morgen- und Frühverkehr geplagt, mit einem Hubschrauberlandeplatz am Krankenhausdach und diversen Schulen ausgestattet möglicherweise für österreichische Verhältnisse eine größere Stadt ist, mit allen anderen Attributen aber auch eine, im weiteren Sinne, Kleinstadt ist. Die beiden Hauptprotagonisten Horn und Kovacs sind in ihrer jeweils unterschiedlich ausgerichteten Misanthropie und anderen Eigenarten sehr sympathische Vertreter ihrer Berufsgattung, die trotz oberflächlicher Klischees, denen sich Paulus Hochgatterer wohl bewusst bedient, originell und überzeugend in Erinnerung bleiben. Dass die Auflösung des Falles der "Schwarzen Glocke" zusätzlich ein noch schlimmeres Verbrechen aufdeckt, ist ein Schlag in die Magengrube, der lange nach dem Zuklappen des Buches nachhallt. "Das Matratzenhaus" ist, wie schon der Vorgänger "Die Süße des Lebens" ein Stück großer Literatur und eine absolute Leseempfehlung, speziell für die Leser, die mit einer Krimihandlung ohne Krimibanalitäten und der primitiven Aufklärung eines Falles, bzw. eines effekthascherischen Plots gut leben können und die Krimis eigentlich nur dann lesen, wenn sie von Autoren wie Antonio Munoz Molina, Georges Simenon, Patricia Highsmith, Raymond Chandler oder eben Paulus Hochgatterer geschrieben werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Ratlos,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Matratzenhaus: Roman (Gebundene Ausgabe)
Auf die Gefahr hin, mich zu blamieren (vor den VerfasserInnen der enthusiastischen Kritiken): ich habe die Lektüre des Romans in keiner Weise genossen, habe am Ende das Buch verärgert und ratlos zugeklappt. Was mich an dem Roman irritierte, sind viele Dinge: da ist der künstlich konstruierte Aufbau, der möglichst viel verschleiert und die Leserschaft (zumindest aber mich) im Dunkeln und am Ende ratlos zurück lässt; da sind die vielen Nebenstränge, die sich zu keinem Ganzen fügen und einen (zumindest aber mich) den Faden verlieren lassen; da sind die oft gestelzten Dialoge, die die Figuren platt erscheinen und nicht näher kommen lassen, humorig gemeinte Passagen, die - zumindest ich - ziemlich fehl am Platz fand, und der oft ziemlich flapsige Stil (trotz der literarischen Passagen, in denen der Autor zeigt - oder vorführt -, was er alles draufhat). Aber vielleicht liegt es einfach an der nicht funktionierenden Chemie zwischen Autor und Leser, denn ich hatte bislang immer meine Schwierigkeiten mit Hochgatterers Büchern (so sehr ich ihn gerade als herausragend formulierenden Redner - z.B. in Mauthausen - oder als klugen Gesprächspartner - im ORF - schätze).(Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich erwarte keine glatten Romane - ganz im Gegenteil - noch Texte, in denen mir der Autor alles vorkaut, und ich lese mit Begeisterung und viel und gerne sogenannte anspruchsvolle Bücher. Aber im Falle von "Matratzenhaus" und der äußerst positiven Resonanz vieler LeserInnen bin ich einfach ratlos, weil das Buch bei mir so ganz anders ankam.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großer Krimi,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Matratzenhaus: Roman (Gebundene Ausgabe)
Diese Geschichte vergisst man nicht so schnell. Nach "Die Süße des Lebens" ein weiteres Meisterwerk von Paulus Hochgatterer.Spannend und sehr dicht geschrieben - gelegentlich musste ich ein paar Seiten zurück blättern, um der Handlung folgen zu können. Der Wechsel aus indirekter und direkter Rede und der in einigen Kapiteln auftauchende Ich-Erzähler sorgen für dieses ungute Gefühl, das sich beim Lesen einstellt. Man spürt, dass etwas wirklich Schreckliches vorgefallen sein muss. Und man weiß auch, dass die eigene Phantasie nicht ausreicht. Es wird schlimmer kommen ... Hochgatterer erzählt mehrere Geschichten in einer. Die Wege der unterschiedlichsten Menschen kreuzen sich nur gelegentlich. So kann er geschickt falsche Fährten legen und den Leser in die Irre führen. Genau wie in seinem ersten Krimi überzeugt das Buch auch durch ein Ende, das so überraschend wie schnell kommt. Ein Buch über die Abgründe des Menschen, die nur allzu menschlich sind. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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