Als zweites erschienene Buch in DE aus dem Metro2033-Universum waren die Erwartungen bei mir natürlich groß, da das erste Buch "Reise ins Licht" bereits sehr gut war. Umso mehr hab ich mich gefreut, als der Release vorgezogen wurde und ich das Buch gestern bereits hatte. Und so hab ich es auch heute Nacht gleich gelesen.
Gut, der Umfang ist in etwa von "Reise ins Licht", also so rund 380 Seiten.
Das Buch handelt von Sergej und seinem Sohn Denis (um den es in Wirklichkeit wohl eher geht), die in einer Kolonie ausserhalb Moskaus leben und von ihrer erzwungenen Reise zur Metro dorthin.
Das Buch ist in 3 Abschnitte geteilt:
- Ihr Leben in der Kolonie und ihre Flucht
- die Reise in der Wildnis nach Moskau
- das Finish der Geschichte in der Metro
Zur Geschichte selber möchte ich keine Details nennen, soll ja eine Rezession und keine Inhaltsbesprechung werden ;-)
Das Buch fängt sehr interessant an, mit Beschreibungen der Kolonie, dem Leben dort (unten, oben, miteinander), ganz wie in Metro2033. Dann gewinnt die Geschichte an Fahrt, als Sergej das Schicksal trifft und der Fremde, welcher zu Beginn zur Kolonie gestossen ist, in die Story eintritt. Hier werden sie dann im Laufe durch eine große gefahr zur Flucht aus der Kolonie gezwungen.
In diesem Teil des Buches wird man stark an das Original erinnert und erwartet dann auch, dass es in etwa so weiter geht und der Hunger nach diesem Teil des Metro2033-Universums wird immer größer.
Angekommen an der Oberfläche muss der Trupp, der sich bei der Flucht gebildet hat, sich durch die Wildnis an der Oberfläche durchschlagen und trifft so manches Völkchen und besteht das eine oder andere Abenteuer.
Hier fangen schon die "naja"-Momente an, klar ist es interessant, was man so im Metro2033-Universum alles erleben könnte, aber der Teil bedeutet schon den Beginn des Sinkfluges an. Der Kontakt zu dem "entdeckten" Volk ist so lala erzählt und deren Probleme mit anderen... naja, nicht sonderlich spannend.
Die Krönung ist aber der Teil mit dem "Frauenvölkchen". Ich glaube, da hat der Autor seine Möchte-gern-Fantasien niedergeschrieben und wäre am liebsten im Trupp dabei gewesen...
Alles schön und gut, aber auch irgendwie fehl am Platz im Metro2033.
Der Schlussteil, welcher in der Metro selbst spielt, empfand ich als recht lustlos dahin geschrieben. Bissle Action, bissle was Geheimnisvolles. Ich dachte erst, nun gehts wieder auf Metro2033-Niveau zurück. Aber Pustekuchen, war einfach zu wenig.
Es folgt zwar eine schöne Auflösung, weshalb Sergej auch einen anderen Grund zur Reise hatte, und welche Rolle der Fremde gespielt hat, aber die Auflösung der unbekannten Person, welche in der Metro für Unruhe gesorgt hat und auch den Trupp im unsichtbaren begleitet hatte... ehrlich..wasn Mist.
Aber das beste kommt noch zum Schluss. Im Laufe der Geschichte tritt immer deutlicher zu Tage, was es mit dem kleinen Denis so auf sich hat. Erst hellseherisch veranlagt, dann seltsame Heilungskräfte und dann am Schluss.. nee also bitte, auf so nen Hokuspokus könnte man echt verzichten im Metro2033-Universum.
Was mich auch etwas stört, dass man die Geschichte nicht recht zeitlich einordnen kann zum Original, da der Teil am Ende in der Metro an Stationen spielt, die auf der Karte aus dem Metro2033-Original als epidemieverseuchte Stationen markiert sind. Naja, vllt wird es ja ne Erklärung in einer Fortsetzung geben, die aber hoffentlich besser ist.
Ich war lange am überlegen, wieviel Sterne das Buch wert ist. Mit dem Metro2033-Bonus gebe ich aber noch 3 Sterne.
Ich hoffe, dass das kommende dritte Buch "Piter" wieder eine Steigerung ist. Am liebsten wäre mir aber eine Fortsetzung von "Reise ins Licht".