Dass Karasek für sein Buch "Das Magazin" so manche Watschen von Rezensenten und Kritikern hat kassieren müssen, mag daran liegen, dass er selbst so gern austeilt (und deshalb auch einstecken muss) und dass die Erwartungen an ein Buch ausgerechnet von ihm natürlich auch sehr hoch waren.
Dabei bleibt er doch durchaus bei seinen Leisten und tut genau das, was er kann: er seziert und kritisiert nach Herzenslust in einem fetzigen, ansprechenden Stil, und er gibt Einblicke in ein Milieu, das ihm durch und durch vertraut ist "die vierte Gewalt". Erfrischend, wie er dabei nicht nur erbarmungslos bei seinen Mitakteuren jede Fassade einreißt, Eitelkeiten bloßlegt und Wichtigtuereien entlarvt, sondern auch sich selbst als Daniel Doppler herrlich selbstironisch verspottet und durch den Kakao zieht (z. B. die Posse mit der Vaterschaftsklage, seine Angst-vor-AIDS-Episode oder der Griechenland-Urlaub). Neben den oft heftig karikierten und überzeichneten Figuren findet man aber auch durchaus psychologisch feiner ziselierte Charaktere, beispielsweise die Redakteurin Helene Gäbler, die mit zwanghafter Anstrengung und wachsender Verzweiflung nach den perfekten Wörtern sucht toll!
Nebenbei bekommt man noch einmal Rückblicke in gesellschaftspolitisches Geschehen der BRD und Erinnerungen an zeitgeschichtliche Personen der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts geliefert.
Ein Punkt wird aber doch abgezogen, weil das ganze Buch bis zum allerletzten Schluss wie aus einem einzigen Guss wirkt und eine ultimative Spannung und Steigerung vermissen lässt.