wintersale15_finalsale Hier klicken Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Bauknecht TK EcoStar 8 A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen75
4,6 von 5 Sternen
Format: TaschenbuchÄndern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 23. November 2009
Georg Dengler, ehemaliger Beamter des BKA und heutiger Privatermittler, bekommt einen neuen Auftrag. Er soll den Fall des schlimmsten Attentats in der Geschichte der BRD auf das Münchner Oktoberfest untersuchen. Vor fast dreißig Jahren wurde die Tat begangen. Das Bundeskriminalamt bittet ihn die Akten der damaligen Sonderkommission Theresienwiese zu überprüfen. Schnell entdeckt Georg Dengler erste Widersprüche. Doch warum wird dieser Fall neu aufgerollt? Und welche Rolle spielt die Staatssekretärin Charlotte von Schmoltke, die beim Bundesamt für Verfassungsschutz versucht hatte, das Amt dazu zu bringen, alle V-Leute aus der NPD abzuziehen, um dann erneut ein hoffentlich erfolgreiches Verbot der Partei beim Bundesverfassungsgericht zu beantragen.

Fasziniert hat mich die Aktualität der wirtschaftlichen und politischen Themen, die in die Geschichte mit eingebunden sind. Diese machen das Buch noch interessanter und spannender.

Durch kurze Kapitel und ständige Sprünge zu anderen Handlungsabläufen wird die Spannung schnell aufgebaut. Die Personen sind sehr lebendig dargestellt und der Schreibstil ist flüssig. Die Geschichte ist nicht reißerisch, aber sehr klar geschrieben. Keine langatmigen Detailbeschreibungen und trotzdem kann man sich die Szenen bildhaft vorstellen.

Wolfgang Schorlau hat es verstanden, einen spannenden politischen Kriminalroman zu schreiben, der auf Grund der Nähe zur Realität auf mich gleichzeitig sehr erschreckend wirkt. Oft stellt man sich die Frage: Was ist Fiktion und was ist Realität? Die Grenzen verschwimmen ineinander.
11 Kommentar37 von 39 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 15. Dezember 2009
Wolfgang Schorlau ist Garant für spannende und realitätsnahe Politthriller, wie er schon in seinen Vorgängerbänden bewiesen hat. Mit seinem neuen Buch "Das München-Komplott" trifft er wieder voll ins Schwarze und verquickt Realität mit einer spannenden fiktiven Story.Die Idee , die er in diesem Buch umsetzt ist so genial, erschreckend und nachvollziehbar, das man sich kaum vollstellen kann, dass sie nur fiktiven Ursprungs ist.Durch die aktuellen politischen Ereignisse, die der Autor in seinen Büchern aufgreift, fesselt er den Leser, dem es dann schwer fällt, die Grenze zwischen Realität und Fantasie zu erkennen, da der Autor dies geschickt in das Geschehen transportiert.
Auch das Privatleben des Stuttgarter Ermittlers Dengler wird wieder sehr spannend und amüsant geschildert.Seine Freunde, die immer häufiger in die Ermittlungen mit einbezogen werden,wachsen dem Leser von Buch zu Buch mehr ans Herz.Hoffen wir auf noch viele weitere Bücher dieses Autors, der sich meiner Meinung nach mit jedem Buch steigert.
0Kommentar5 von 5 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Januar 2013
Schorlaus Nachwort und Dokumentenabdruck am Ende des Buchs sollte man sich vielleicht gleich zu Anfang genehmigen. Dann kann man sich ungefähr ausmalen, was an der Krimihandlung, die Detektiv Dengler hier im Auftrag des BKA ausübt, alles nicht erfunden ist: Es geht um das Münchner Oktoberfestattentat 1980, um Neonazi-Täter, Geheimdienste und vertuschte Ermittlungen, vor allem aber um die Angehörigen der Opfer, um Überlebende, die die ganze Wahrheit wissen wollen. Das ist gut geschrieben und vor allem: extrem beklemmend. Und aktuell. Ähnlich Realitätshaltiges im deutschen Krimi las ich bislang nur in Operation Rubikon von Andreas Pflüger.
0Kommentar5 von 5 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 12. Januar 2014
Dies ist nun das fünfte sehr realistisch geschilderte "Abenteuer" des Privatermittlers Georg Dengler, welches ich gelesen habe. Bei dem Titel des Buches und der Thematik war ich zunächst etwas skeptisch. So eine "olle Kamelle". Was kann denn an dem sehr lang zurück liegende Münchener Oktoberfestanschlag noch spannend sein? Ist doch Schnee von gestern, dachte ich. Als dieser terroristische Anschlag geschah, war ich 22 Jahre alt. Ich kann mich noch daran erinnern. Es war absolut tragisch und bestialisch. Da zündet irgend so ein "Spinner" eine Bombe und tötet und verletzt Menschen. Das war es aber auch, was mir hiervon in Erinnerung blieb. Und was macht dieser Wolfgang Schorlau mit mir? Er rüttelt mich und öffnet mir mal wieder die Augen. Er zeigt die Machenschaften unserer Geheimdienste auf, die die Fäden für die Durchführung dieser perversen tat in den Händen zu halten schienen.
Auf dem aktuellen Hintergrund der NSA-Abhöraffäre erscheint mir Wolfgang Schorlaus Darstellung der damaligen Ereignisse absolut glaubhaft zu sein. Anhand des "Field Manual 30-31", welches eine Anleitung des amerikanischen Militärgeheimdienstes ist und sich im Anhang vom "München-Komplott" befindet, wird deutlich, dass der Verfassungsschutz eigentlich nur ein Handlanger der amerikanischen Geheimdienste ist, zumindest war. Ich empfehle diesen Anhang vor dem Lesen der Story zu lesen!
Im "München-Komplott" wird wieder einmal deutlich, dass sich die Geheimdienste einen "Staat im Staat" schaffen. Nach dem Lesen des "München-Komplott fragte ich mich, wer schafft es eigentlich die Aktivitäten des Verfassungsschutzes oder des BND zu kontrollieren? Die jährlich herausgebenen Verfassungsschutzberichte scheinen doch nur die offizielle Bühne zu. Was sich hinter dieser Bühne verbirgt bekommen wir doch nicht mit. All das ging mir nach dem Lesen von Schorlaus Roman durch den Kopf.
Beim Lesen des Buches kam mir mal wieder vor lauter Ärger über die Verfilzungen und Verflechtungen von Politik und den Machtapparaten des Staates, fast die Galle hoch. V-Männer des Verfassungsschutzes in der NPD, die ein Verbot dieser "Organisation" rechtlich unmöglich machten - das muss uns allen doch zu "denglern" geben.
Wie in den vorhergehenden Büchern mit Georg Dengler wünsche ich mir, dass das dies alles so nicht stattfand. Aber Wolfgang Schorlau schreibt ja in seinem Anhang "Finden und Erfinden":
"Bei der Arbeit an diesem Buch habe ich mich auf Tatsachen gestützt, so unfassbar sie auch sein mögen. Figuren und Handlung sind erfunden." Es stellt sich doch immer mehr die Frage, was man der medialen Darstellung unserer Politiker noch glauben kann. Deshalb empfehle ich sich in diesem Zusammenhang einmal das Lied von Reinhard Mey "Sei wachsam" anzuhören.

Wolfgang Schorlaus "München-Komplott" ist wahrlich wieder ein spannender politischer Roman, der einem wieder einmal zum Nachdenken animiert.
0Kommentar3 von 3 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Januar 2010
'Das München-Komplott' von Wolfgang Schorlau ist der 5. Krimi einer Reihe. Die vier Vorgänger kenne ich nicht, aber das spielt für das Verständnis auch keine Rolle.

Zum Inhalt: Am 29.09.1980 wurde auf das Münchner Oktoberfest ein verheerender Bombenanschlag ausgeübt. Dabei handelte es sich um das größte Attentat in der Geschichte der BRD: 13 Tote und 200 Verletzte, einige zum Teil sehr schwer. Damals wurde ein alleiniger Attentäter ausgemacht, der bei dem Anschlag selbst umgekommen sein soll. Doch an dieser Theorie hat das BKA Zweifel. Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen, soll der Fall wieder aufgerollt werden. Dabei bittet der Präsident des BKA Georg Dengler um Hilfe. Nach kurzer Bedenkzeit sagt er zu und findet sich schon bald danach inmitten politischer Machtspiele und Intrigen wieder, die für ihn und die Menschen um ihn des öfteren gefährlich werden.

Der Prolog hat mir sehr gut gefallen. Der Privatermittler Georg Dengler besucht an einem schönen, sonnigen Tag die Theresienwiese in München. Ein paar Passanten ziehen ihre Runden. Ansonsten ist alles ruhig. Dengler hat sich in der vergangenen Nacht intensiv mit der Akte und den Berichten, Zeitungsartikeln und Vernehmungsprotokollen beschäftigt, so dass er sich die grausigen Zeugenaussagen während des Spazierganges in Erinnerung ruft. Diese sind in kursiver Schrift eingeschoben und ermöglichen dem Leser, sich einen Überblick von den damaligen Geschehnissen zu machen.

Wolfgang Schorlau versteht es, mit einer kurzen Sätzen und einer einfach strukturierten Sprache Spannung aufzubauen. Das ganze Buch ist in, mit Überschriften versehene, Kapitel aufgeteilt. Die kürzesten Kapitel sind dabei gerade mal ein paar Zeilen und die längsten sieben Seiten lang. Diese Untergliederung macht das Lesen sehr angenehm, da sehr häufig die Schauplätze wechseln und unterschiedliche Personen im Fokus stehen. Auch die ' wenigen ' Zeitsprünge können so, ohne den Leser zu irritieren, dargestellt werden. Die verschiedenen Hauptcharaktere werden gut in die Geschichte eingebracht, so dass man sich ein Bild von der jeweiligen Person machen kann und weiß, wofür sie kämpft und auf welcher Seite sie steht. Besonders gelungen finde ich die kritische Auseinandersetzung mit (aktuellen) politischen Geschehnissen. Auf S. 23 beschreibt Schorlau, aus welchen Gründen Dengler damals seinen Dienst beim BKA quittiert hat. Dies beschreibt sehr schön die Haltung des Autors in Bezug auf die Willkür des Staates.

Mir hat das Buch gut gefallen und ich werde mir mit Sicherheit so nach und nach auch Denglers vorangegangene vier Fälle zulegen.
0Kommentar1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Juni 2015
Privatermittler Georg Dengler ist zunächst überrascht, als sein ehemaliger Arbeitgeber, das Bundeskriminalamt, ihn bittet, die Ermittlungen zum Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 noch einmal neu aufzurollen. Ein alter Hut, denkt er, doch als er bald darauf entdeckt, dass bei den Ermittlungen offensichtlich bewusst Spuren vernachlässigt wurden, um zu einem ganz bestimmten Ergebnis zu kommen, ist sein Interesse geweckt. Seine Recherchen führen ihn tief in die Abgründe internationaler Geheimdiensttätigkeiten und werden schließlich lebensgefährlich ...

Wolfgang Schorlau hat hier einen spannenden, mitreißenden Krimi geschrieben. Die Geschichte wird fesselnd erzählt, und es dauert ein wenig, bis man als Leser den Zusammenhang der einzelnen Handlungsstränge erfasst hat. Schorlaus Charakterbeschreibungen sind plastisch und gut gelungen, und er hat mit Dengler einen sympathischen Ermittler erschaffen, dessen private Seite ebenfalls ihren Platz in der Erzählung findet, ohne dabei zu raumgreifend zu werden. Nach der Lektüre könnte man das Buch zufrieden zur Seite legen mit der Empfindung, gut unterhalten worden zu sein – wenn da nicht der Anhang wäre. Darin geht Schorlau darauf ein, welche Teile seiner Geschichte auf Tatsachen beruhen, und wenn das alles tatsächlich so stimmt, lässt sich das nicht so einfach abhaken, sondern wirkt noch lange nach und wirft eine Menge Fragen und vor allem Wut auf.

Zur abschließenden Beurteilung dieses Buches lässt sich aber auf jeden Fall sagen, dass es Freunden spannender Lektüre uneingeschränkt empfohlen werden kann.
0Kommentar1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Mai 2013
In kurzen Kapiteln wird erzählt, wie der Privatermittler Georg Dengler im Auftrag des BKA den Ungereimtheiten des Oktoberfestattentats von 1980 nachgeht, das als das schlimmste Attentat der Bundesrepublik gilt, obwohl es weit weniger im allgemeinen Gedächtnis verankert ist als z.B. die RAF-Anschläge. Offiziell soll ein verwirrter, rechtsradikaler Einzeltäter für die schrecklichen Szenen verantwortlich sein, die gleich am Anfang sehr drastisch dargestellt werden. Allmählich kommt Dengler aber darauf, dass mehr hinter dem Attentat steckt, als der Öffentlichkeit damals bekannt gegeben wurde - bis hin zum Verfassungsschutz und zu einer geheimen NATO-Organisation scheinen sich die Ausläufer dieses Falles fortzusetzen.

Sehr spannend geschrieben ist der Krimi, eine Erkenntnis folgt auf den nächsten Zusammenhang, wobei sich die Dinge immer mehr verschlingen und viele Überraschungen auf den Leser warten. Manchmal streift die Handlung ein wenig die Verschwörungsgeschichten-Ebene, aber demgegenüber wird vieles dokumentarisch belegt und erhält dadurch erstaunliche Authentizität, so dass man sich fragen muss, ob hinter der Welt, so wie wir sie kennen, nicht doch eine andere, wirkliche steckt, in der man uns an der Nase herumführt.
Sprachlich ist der Krimi solide gemacht, aber nichts Spektakuläres. Man kann schnell lesen, und das will man auch, um die Einzelheiten alle herauszufinden. Gelegentlich begegnet man kleinen Klischees oder Stellen, die nicht besonders außergewöhnlich oder vorhersehbar sind, und der Show-Down am Ende ist schon ein wenig konstruiert, aber das alles mindert nicht die tolle Verkettung der Handlungsstränge, die bis hin zur Stasi reichen.
Auch die Einbindung von Denglers Freunden in die Krimihandlung und der Umgang mit dem Thema Beschattung und Doppelidentität ist gut gemacht. Wer also in einer spannenden Geschichte versinken, überrascht werden und noch dazu ein paar historische Hintergründe kennenlernen will, ist hier sehr gut aufgehoben.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. März 2013
Oktoberfest 1980 in München: Eine Bombe explodiert in einem Mülleimer, zahlreiche Menschen sterben und werden verletzt, es ist der schwerste Terrorschlag in der deutschen Geschichte. Schnell einigt sich die Polizei darauf, dass es ein rechtsradikaler Einzeltäter war, der den Anschlag ausgeführt hat und dabei zu Tode kam. Doch einige Zeugen sagen aus, dass sie mehrere Männer kurz vor dem Anschlag an besagtem Mülleimer gesehen haben. Der Privatermittler Georg Dengler wird vom neuen Chef des BKA beauftragt, den Fall neu aufzurollen. Dabei schickt er ihn und seine Freunde in große Gefahr, ohne davon zu wissen. Denn der Fall zieht weite Kreise in LKA, BKA, Verfassungsschutz und sogar ausländischen Geheimdiensten.
Dieser Krimi von Wolfgang Schorlau ist der bisher unheimlichste, wenn man davon ausgeht, dass seine Spekulationen wahr sein könnten. Was wäre, wenn die Polizei nicht immer nur zum Schutz der Bevölkerung agiert, sondern vielmehr Teile vollkommen korrupt sind und die gesellschaftliche Meinung beeinflussen wollen? Gleichzeitig geht er Spuren der V-Leute in der NPD und der rechtsradikalen Szene nach und sein Ermittler Dengler deckt unangenehme Zusammenhänge auf. Dennoch ist es schwer vorstellbar, was Dengler dort ermittelt und so muss man sich immer wieder klar machen, dass die Romane vor allem eines sind: Kriminalromane, also Fiktion. Kein Tatsachenbericht, keine journalistische investigative Recherche. Dies tut den Büchern jedoch keinen Abbruch, sie bleiben spannend und hochpolitisch. Die Hauptfigur Georg Dengler und auch seine Freunde agieren sympathisch wie immer, dieses mal steht der Horoskopeschreiber Klein mit ihm im Mittelpunkt, eine ungewollt komische Figur in der Truppe um den ehemaligen BKA-Beamten.
Auch wenn dieser Krimi manchmal eine leichte Tendenz zur Verschwörungstheorie zu entwickeln scheint, ist er handwerklich großartig gemacht, logisch aufgebaut und hochgradig spannend bis zur letzten Seite.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 16. April 2012
Der Privatdetektiv und ehemalige Polizist und Ermittler Georg Dengler wird in seinem fünften Fall vorübergehend vom BKA angeheuert, um Licht in das immer noch nicht aufgeklärte Bombenattentat auf das Münchner Oktoberfest vor 30 Jahren zu bringen. Bei seinen Recherchen stößt er schnell auf Unstimmigkeiten. In einem parallelen Handlungsstrang versucht die Staatssekretärin Charlotte von Schmoltke, wieder einmal ein Verbot der NPD anzustoßen und muss erfahren, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz kein Interesse daran hat und sogar versucht, sie daran zu hindern ...

In Anlehnung an den schwersten Terroranschlag der deutschen Geschichte kreiert Wolfgang Schorlau einen spannenden und faszinierenden politischen Krimi. Der Autor schildert die Vorgänge einfach und klar und schafft durch Einarbeitung sehr gut recherchierter, wahrer Begebenheiten ein realistisches und fesselndes Szenario. Sein Hinweis, dass wir Deutschen gerne auf Missstände der Politik im Ausland schauen und dabei die Augen vor den Vorgängen im eigenen Land verschließen, passt hervorragend in diesen Zusammenhang. Seine angegebenen Beispiele beruhen auf Tatsachen und können recherchiert werden.

Dengler ist ein authentischer Ermittler, sympathisch, aus dem Leben gegriffen und mit einer nachvollziehbaren Vorgehensweise. Ebenso eingängig verfolgt die Staatssekretärin ihren Weg, der sich zwangsläufig mit Denglers kreuzt und die Geschichte vielschichtig werden lässt. Kurze Kapitel und häufiger Wechsel zwischen den Handlungssträngen erhöhen die Spannung und lassen mich das Buch bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen.

Wolfgang Schorlau hat einen hervorragenden Krimi geschrieben, der mit seinem brisanten Thema etwas nachdenklich stimmt. Sehr zu empfehlen!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. November 2009
Wo viele andere Kriminalgeschichten scheinbar in einem Vakuum und somit fern aktueller Ereignisse spielen, schafft Schorlau scheinbar mühelos eine beinahe beängstigende Nähe zur Realität. Insbesondere derjenige, der die Schauplätze (v.a. Stuttgart und München) kennt, kann sich dem Buch kaum entziehen. Jedoch darf "Das München-Komplott" keinesfalls als reiner Krimi gesehen werden, sondern muss vielmehr als ein kritisches Werk gegenüber Gesellschaft und Politik verstanden werden.

Der Autor bindet dabei geschickt Themen der jüngsten Vergangenheit in seine Geschichte mit ein. Diese Verweise stören den Handlungsfluss nicht im Geringsten, sondern ziehen ganz im Gegenteil den Leser noch tiefer hinein in ein Spiel um Macht und Einfluss.

Als Ausgangspunkt dient Schorlau das Oktoberfest-Attentat aus dem Jahr 1980. Die Hauptperson, Dengler, erhält den Auftrag die alten Akten nochmals zu überprüfen. Neben diesem Haupt-Handlungsstrang finden sich noch einige weitere. Diese, zunächst zusammenhanglos, dann aber mit der Zeit immer näher an die Handlung rund um Dengler rückend, machen einen besonderen Reiz des Buches aus, da hier neue Fragen aufgeworfen und bis dato noch unbekannte Details enthüllt werden. Am Schluss münden die einzelnen Handlungsstränge ineinander und zuvor nur erahnte Vermutungen werden zur Gewissheit. Die Figuren entwickeln sich im Lauf der Geschichte stetig weiter und manch ein Blick in das Seelenleben der Akteure verdeutlicht die Akribie, mit der Schorlau an seinen Figuren feilt.

Und je weiter die Geschichte fortschreitet, desto tiefer dringen auch die Schatten der Vergangenheit in Denglers Leben ein. Was für diesen zunächst als harmloses Aktenstudium begann, endet schließlich mit einem Mordversuch ans einer Person. Der Ermittler schlittert, ohne, dass er oder der Leser es im Einzelnen bewusst wahrnehmen, immer tiefer in einen Sumpf aus Verschwiegenheit und Brutalität.

Schorlaus Sprache ist klar und minimalistisch. Dieser Schreibstil führt aber leider an einigen Stellen dazu, dass einzelne Abschnitte recht oberflächlich erscheinen. Schorlau hat scheinbar sehr genau für dieses Buch recherchiert. Es wäre schön gewesen, wenn er dies durch ausführlichere Beschreibungen hier und da auch zusätzlich untermauert hätte.

Insgesamt ist dem Autor ein sehr lesenswertes Buch gelungen, dessen Realitätsnähe dem Leser durchaus kalte Schauer über den Rücken laufen zu lassen vermag. Gerne mehr davon!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden