Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine Groteske auf dem Buehnenbild des Schreckens, 30. Juli 2008
Bei einem Titel wie "Das Maedchenorchesters voin Auschwitz" mag sich der unbedarfte Leser an den Kopf fassen und fragen: ja, gab es denn so etwas? Antwort: ein solches Maedchenorchester, gebildet aus den musikalisch mehr oder weniger begabten weiblichen Insassen des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau gab es tatsaechlich, und dieses Buch erzaehlt seine Geschichte. Dargestellt wird diese Geschichte in romanhafter Form auf dem Hintergrund der Erinnerungen der franzoesischen Musikerin Fania Fenelon, die als Widerstandskaempferin nach Birkenau kommt und wegen ihrer Faehigkeit Arien aus der Puccini-Oper "Madame Butterfly" zu singen, in das Orchester Aufnahme findet. Dirigentin des Orchesters ist die Halbjuedin Alma Rose, eine Nichte von Gustav Mahler, gebildet wird es aus Juedinnen, Polen, Russen, Litauern und Angehoerigen anderer Nationen wie der Autorin selsbt. Sie alle haben jenseits ihrer muskalischen Passion nur eines gemeinsam haben: sie wollen im Schutz der Privilegein, die die Zugehoerigkeit zu diesem Orchester bietet, ueberleben. Zu diesen Privilegien, fuer die die Anghoerigen des Lagers die Orchestermusikerinnen hassen, gehoeren: das Schlafen im Warmen, der Toilettenbesuch bei Bedarf, die Befreiung von den Zaehlappellen und vor allem: die Aussicht, nicht ohne Weiteres in die Gaskammer geschickt zu werden. Alles aber haengt ab den von musikalischen Vorlieben und der Zufriedenheit der KZ Fuehrung, des Lagerkommandanten Kramer, der Oberaufseherin Frau Mandel oder des Nazi-Arztes Mengele ab, die mit Allmacht und Absolutsmus wie Engel des Todes im Lager herrschen. Eine Zeitlang vor der Vernichtung geschuetzt, werden die Maedchen Zeuge unfassbarer Geschehnisse, die im Buch mit einer Eindringlichkeit ausgebreitet werden, die Schmerzen bereitet. Haeftlinge werden von Hunden zerfleischt, waehrend das Orchester Mozart spielen muss, die Maedchen sehen Tausende von Frauen und Kinder nach dem Warschauer Aufstand vor ihren Barackenfenstern kampieren - am naechsten Morgen sind sie alle vergast. Sie werden Zeuge des heldenhaften Schicksals der Juedin Mala und ihres polnischen Geliebten Eidek und sehen die Oberaufseherin Frau Mandel ein kleines zauberhaftes Kind, dessen Mutter am Tage vorher vergast worden war, einige Tage lang wie ein Puppe verhaetscheln, ehe sie den kleinen Jungen eigenhaendig in die Gaskammer bringt.
Waehrend der Gestank der Leichen Jahr fuer jahr die Luft ueber dem Lager vepestet, spielen sich auch innerhalb des Orchesters Tragoedien ab: die Orchesterleiterin Akma Rose wird von einer Konkurrentin vergiftet, manche Maedchen zerbrechen charakterlich unter dem Drcuk, werden Denunziantinnen oder Prostituierte. Auch zwischen den Natioanen und Religionen herrscht ein staendiger Krieg, der nur deswegen nicht weiter eskaliert, weil das Lager Ende 1944 geraeumt wird. In Bergen Belsen wird der Rest des Orchesters schliesslich in letzter Sekunde von einem englischen Kommando befreit.
Insgesamt handelt es sich um eine schier unglaubliche Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Mitunter wird es bei der minutioesen Schilderung der Lagerdetails so schlimm, dass man kaum noch weiterlesen kann. Doch wer das Unfassbare jenseits der ohnehin unfassbaren Zahlen wirklich verstehen will, der benoetigt Buecher wie das vorliegende, in denen das "Golgatha unserer Tage" (Papst Johannes Paul II) Konturen Namen und Gesicher erhaelt.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Einer der besten Romane zu diesem Thema, 26. Januar 2005
Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Lagers Auschwitz moechte ich hier das Buch empfehlen, das ich fuer das sensibelste und persoenlichste unter allen historischen Romanen zu diesem Thema halte. Das "Maedchenorchester von Auschwitz" ist anders als Romane wie "Schindlers Liste", der sehr grausam und detailliert in den Schilderungen der Folter- und Toetungsmethoden vorgeht, anders auch als Buecher wie "Das Tagebuch der Anne Frank" oder "der gelbe Vogel", in denen es mehr um die Zeit VOR dem Ende im Konzentrationslager und die Verfolgungen geht.Erzaehlt wird dieser Roman wie eine biographische Schilderung. Erzaehlerin ist Fania Fenelon, der es, wie ihrer Freundin auch, gelingt, mit Hilfe ihrer musikalischen Faehigkeiten in das Maedchenorchester des Lagers zu gelangen. Was es bedeutete, privilegiert unter Todgeweihten zu sein, aber doch jederzeit nur Ware und Ding zu bedeuten, genauso ungewisser Zukunft entgegenzugehen, aber mit der Hoffnung auf ein um ein paar Tage verlaengertes Leben; WO die Maedchen spielten, wann fuer wen und was sie dabei empfanden, wie sie sich teilweise verkauften, mit den Wachen liebaeugelten, einander betrogen, aber auch halfen, alles stets mit dem einen Ziel: den naechsten Tag zu erleben - davon handelt dieses Buch. Ich fand es aussergewoehnlich, es ist ruhig, persoenlich, nah. Beobachtungen der Geschehnisse im Lager werden mit eigenen Erlebnissen verwoben. Dabei bleibt das Buch bei aller Persoenlichkeit realistisch und detailliert. Als Roman ueber das Leben und Leiden im KZ ist dies der einfuehlsamste in einer langen Reihe. Daher wird dieses Buch von mir an dieser Stelle als lesenswert empfohlen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannende Lektüre zum Thema "Konzentrationslager", 8. November 1999
Von Ein Kunde
Fania Fenelon schildert in ihrem Buch auf packende Weise ihre Erlebnisse im Konzentrationslager. Als Mitglied im Auschwitzer Mädchenorchester sicherlich noch "glimpflich" behandelt, lassen ihre Erzählungen von ihrem und auch von anderen Schicksalen der Häftlinge das Grauen eines Konzentrationslagers hautnah miterleben. Mit bemerkenswerter Neutralität hält sie bei ihrer Schilderung ihre sicherlich vorhandene ohnmächtige Wut gegenüber ihren Unterdrückern und Schikanen zurück und überlässt diese Gefühle den Lesern. Das Buch sollte jeder lesen, nicht nur der,der sich mit dem Thema "Konzentrationslager" beschäftigt.
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