29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Informativ, gut zu lesen und unbedingt empfehlenswert, 17. Mai 2001
Das Foto mit dem schreienden Mädchen in Vietnam dürfte nahezu jedem am Zeitgeschehen interessierten Menschen bekannt sein. Denise Chong tut das, was der Titel verspricht: Sie erzählt die Geschichte der Kim Phuc bis heute und hält dabei viele Hintergrundinformationen bereit. Man erfährt nicht nur allerhand über Ursachen und Verlauf des Vietnamkrieges, sondern auch ein bisschen über die Lebensweise und Mentalität der Vietnamesen - und was der Krieg damals und heute für sie bedeutete. Egal, ob man sich vor allem für das Land und die Menschen interessiert oder die politisch-historischen Zusammenhänge auffrischen möchte: Denise Chong ist ein tolles Buch gelungen. Sie schreibt flüssig und verzichtet erfreulicherweise auf Pathos und den moralisch erhobenen Zeigefinger. Bloß nicht von der reißerischen Aufmachung abschrecken lassen!
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vom Kriegsopfer zur Friedensbotschafterin ..., 20. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen hinter dem Foto: Die Geschichte der Kim Phuc (Taschenbuch)
Über jenes nackte, aus einem mit Napalm bombardierten Dorf (Trang Bang) flüchtende Mädchen ein Buch zu machen, ist durchaus sinnvoll. Denn bei dem Foto, das der damals 22jährige Fotograf Huynh Cong "Nick" Ut für Associated Press am 8. Juni 1972 schoss, blieb die Sache nicht stehen. Die globale Veröffentlichung des menschenverachtenden Napalm-Einsatzes verunsicherte die Washingtoner Befehlshierarchien und ließ die Vietnam-Aktivitäten ins Stolpern geraten. Das Buch beschäftigt sich aber nicht nur mit der neuen Macht global vermarkteter Presse-Arbeit (Pulitzer Preis 1973!), welche manche Regierung ins Straucheln geraten lassen kann - es schildert auch den bemerkenswerten weiteren Lebenslauf von Phan Thi Kim Phuc (*1963): Durchaus von einflussreichen Vietnamesen nach Kapitulation der Amerikaner gefördert, hatte sie noch einiges wegen der Übernahme Südvietnams durch Nordvietnam zu leiden: Obwohl als Poster-Girl für antiamerikanische Propaganda der neuen Regierung zu Diensten, wurde dennoch der kleine Nudelladen ihrer Eltern enteignet. Immerhin sorgten die neuen Machthaber für eine medizinische Behandlung in Deutschland, für einen Besuch in Moskau und ein anschließendes Studium auf der Universität von Havanna. Dort lernte sie ihren künftigen Ehemann kennen. Auf der Hochzeitsreise (1992) entwischte das junge Paar bei einem Tankzwischenstopp ihres Düsenflugzeuges in Gander, Neufundland, Kanada. Man bat um Asyl und begann eine dritte Phase des Lebens nördlich der Grenze zur USA (wo auch die Phuc-Biografin Denise Chong lebt). Heutzutage wird Kim auf Webseiten vorgestellt, die Titel tragen wie "Canadian-Identity"; sie konvertierte zum Christentum und ihr gelang es sogar (durch die Vermittlung des Fotografen Nick Ut, der sie damals, direkt nach dem Foto, in ein Hospital gebracht hatte), dass der damalige Pilot des Napalm-Bombers, John Plummer, sich medienwirksam bei ihr entschuldigte (und sie ihm in christlicher Geste verzieh). Ihr Leben ist durchaus ein Lehrstück und es ist erfreulich, dass man sie ab 1994 als UNESCO-Botschafterin einsetzte. 1997 gründete sie die "Kim Foundation" in Chicago, die es sich zur Aufgabe macht, Kriegsopfern (bevorzugt Kindern) Hilfe zuteil werden zu lassen. Sie nahm teil an Konferenzen in Luxemburg, Kanada, USA, Kolumbien, Mexiko, Brasilien, Spanien und Italien, um für die Sache der friedlichen Völkerverständigung zu werben ...
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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ergreifend, erschütternd, aufklärend, 27. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen hinter dem Foto: Die Geschichte der Kim Phuc (Taschenbuch)
Ich hatte mir dieses Buch vor etwa einem Jahr gekauft, weil ich mehr über den Vietnamkrieg und das Land an sich erfahren wollte, da auch mein Lebensgefährte (ein vietnamesischer Flüchtling) es mir stellenweise nicht so erklären konnte, dass ich mir ein Bild davon machen konnte.
Ausserdem hat mich auch interessiert, was mit diesem Mädchen geschehen ist und was aus ihr geworden ist; denn dieses Foto war selbst mir (Jahrgang 76) bekannt, aber ich hatte nicht wirklich eine Ahnung, was dort geschehen war.
Dieses Buch hat mich, die normalerweise Lektüre unter dem Oberbegriff "Erfahrung" eher weniger interessant findet, doch sehr gefesselt, und ich hatte es innerhalb von sehr kurzer Zeit regelrecht "verschlungen".
Ich denke, dass dieses Buch vor allem für die jüngeren Generationen sehr gut geeignet ist;man hat zwar schon in der Schule und auch durch etwaige Erzählungen der "Erwachsenen" etwas über den Vietnamkrieg erfahren, jedoch kann man sich nicht unbedingt eine richtige Vorstellung darüber machen, was wirklich in diesem Land abgegangen ist, und welche Auswirkungen die Herrschaft des "Kommunismus" tatsächlich hatte und stellenweise heute noch hat.
Hier werdem einem jedoch die Wirren des Vietnamkrieges, die politische Situation damals wie heute und auch die Kultur auf sehr gut verständliche Art und Weise nahegebracht.
Man erfährt nicht nur einiges über Kim Phuc und ihre Familie, sondern es wird einem auch viel darüber erzählt, was wirklich dort los war; wie die Leute sich nur durch Heuchelei, Lügen und Verstecken selber "retten" konnten, mit welchen fadenscheinigen "Begründungen" ein Großteil der Bevölkerung damals regelrecht "geschlachtet" worden ist, wie die Regierung ihr eigenes Volk praktisch zur Armut (und zum Untergang) verdammt hat und so ziemlich jeden am Weiterkommen im Leben gehindert hat - und auf welche Art und Weise die Regierung versucht hat, nichts von der wahren Situation des Landes nach außen dringen zu lassen.
Die Courage und die positive Lebenseinstellung des "Mädchens hinter dem Foto" ist bewundernswert.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der mehr über das Land und den Vietnamkrieg erfahren will.
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