Aus der Amazon.de-Redaktion
Susan Mantle will eigentlich nur wissen, ob der Typ, mit dem sie sich erst zwei Mal verabredet hat, der Richtige für sie sein könnte. Um zu erfahren, ob ihr eine große Zukunft mit Nigel Pilman bevorsteht, besucht sie eine Wahrsagerin. Sie ist fassungslos, als sie erfährt, dass sie bald sterben soll – mit 28 Jahren.
Wie unter Schock tritt Susan auf die Straße und wird unvermittelt von einem Fernsehteam angesprochen. Gerade wurde am Set der Filmproduktion „Das Buch der Offenbarung“ mit dem Hollywood-Star Thomas Bayne ein Terroranschlag verübt, dutzende Menschen starben. Susan spricht tränenüberströmt die Worte „Dem Tod wird kein Reich bleiben“, ein Zitat von Dylan Thomas, in die Kamera. Der O-Ton der verklärten Susan erlebt in kürzester Zeit einen grotesken Medienhype. Unfreiwillig wird sie zum Star des Reality-TV, das nach immer neuem Futter verlangt. Susan weiß nicht mehr, wie ihr geschieht, was Wirklichkeit und Fiktion unterscheidet, ob sie tatsächlich sterben muss – und verliert bald vollständig die Kontrolle über ihr Leben.
Das Ungewöhnliche, wenn nicht Einzigartige dieses experimentellen Romans ist, dass er durchgehend als Dialog verfasst wurde. Immer wieder wechseln die Sprecher und lassen so eine Art „oral history“ der Ereignisse entstehen. So entsteht ein vielstimmiger Chor, der authentisch und unverstellt Susans Schicksal begleitet. Dabei ist Maxwells Roman alles andere als düster und pessimistisch. Satire ist sein Zauberwort, das einmal mehr die Absurdität des medialen Theaters offenbart.
Glyn Maxwell hat in seinem Leben als Schriftsteller und Dramatiker schon einiges geleistet: Er hat lange Zeit in den USA und Oxford gelehrt, seit 2001 ist er Poetry Editor der Zeitschrift New Republic, er wurde mit zahlreichen literarischen Preisen ausgezeichnet. Das Mädchen, das sterben sollte bedient sich wie Maxwells Theaterstücke ausschließlich des Dialogs, dennoch ist am Ende ein episches Werk entstanden, das ihn schon für die nächste Auszeichnung qualifiziert. -- Carsten Hansen, Literaturtest
Pressestimmen
Eine wunderbar ironische Ode auf unsere Gegenwärtige Unterhaltungsindustrie! (Rheinischer Merkur)
Kurzbeschreibung
Sie werden berühmt. Sie werden reich. Sie werden einem großen dunklen Fremden begegnen. Sie werden Nein zu ihm sagen bis zu dem Tag, an dem Sie Ja sagen. Am Tag darauf werden Sie sterben. Mit dieser Prophezeiung hat Susan Mantle nun wirklich nicht gerechnet, als sie von der Wahrsagerin wissen wollte, ob ihr neuer Freund der Richtige sei. Sterben. Mit 28. Sie steht auf der Straße und kann nur noch einen Satz denken: Dem Tod wird kein Reich mehr bleiben. Dylan Thomas hat das gesagt. Susan merkt nicht, dass sie weint. Dem Tod wird kein Reich mehr bleiben. Sie merkt nicht, dass sie diesen Satz laut ausspricht ... in ein Mikrofon, in eine Kamera. Vor ihr steht ein Fernsehteam, das gerade auf der Jagd nach Reaktionen auf eine ganz andere Tragödie ist: Der spirituell erleuchtete Hollywood-Star Thomas Bayne soll bei einem Attentat ums Leben gekommen sein. Susans schönes, tränenüberströmtes Gesicht und die mysteriösen Trostworte kommen den Fernsehleuten wie gerufen. Als »Geheimnisvoller Engel« erobert sie mit ihrem kurzen TV-Auftritt die Herzen aller Briten und wird über Nacht berühmt. Wird sich die Prophezeiung jetzt vollends erfüllen? »Das Mädchen, das sterben sollte« versetzt den Leser mitten in einen Medienhurrikan, in dessen Auge sich Susan verzweifelt gegen ein angeblich vorbestimmtes Schicksal wehrt. Eine literarische Realityshow, ein fulminantes Kopfkino, vor allem aber ein wunderbar unterhaltsamer Dialogroman über den Medienwahnsinn und wie man ihn überlebt. »Das Mädchen, das sterben sollte« ist eine freche Mischung aus emotionalem Tiefgang und überschäumender Farce, aus Satire und Burleske, aus postmodernem Spiel und Hollywood-Melodram. (The Guardian) »Eine Satire auf die Macht der Medien, ein hochaktueller Roman voll schwarzem Humor.« The Times.
Über den Autor
Glyn Maxwell, geboren 1962 im englischen Welwyn Garden City, ist Autor von Dramen, Prosa, Lyrik, Opernlibretti und Hörspielen. Er unterrichtete englische Literatur an der Oxford University, der Columbia University und der New School in New York City. 1997 gewann er den E. M. Forster Award der American Academy of Arts and Letters.