Von allen Büchern, die mir 2009 bisher in die Hände gefallen waren - und das sind einige! - ist "Das Mädchen, das sterben sollte" mit Abstand der größte Reinfall. Warum? Wo soll ich anfangen? Mit den Figuren? Mit Susan Mantle, der Hauptfigur, die sich in einen unübersehbar vollspackigen Idioten namens Nigel verliebt hat , aber eine Wahrsagerin benötigt, um zu erfahren, daß nicht der Richtige ist? Ihrer Freundin Min, einem geistiger Tiefflieger der Sonderklasse? Besagtem Nigel? Oder John, Susans Ex, einem völligen Ausfall, der nicht kommunizieren kann? Ed, dem Medienguru, der nur in Schlagzeilen denkt? Dem überspannten Schauspieler und Superstar Tom? Wer will etwas über solche Menschen lesen? Mir gingen sie schon nach wenigen Seiten unsäglich auf die Nerven, allen voran diese tumbe, hysterische, promigeile Min. "Ich habe einmal neben jemandem gestanden, der Jude Law am Arm berührt hat! Ich wäre fast zur Salzsäule erstarrt". Zitat Min. Gibt sicher Leute, die das süß und charmant finden. Ich gehöre nur dummerweise nicht dazu, lese nicht einmal beim Friseur Gala.
Dann die -äh- Handlung. Der Klappentext ist derart zwingend , dass ich nicht ins Buch geschaut habe. Hätte ich es getan wäre ich irritiert gewesen, denn das Buch besteht NUR und ausschließlich aus Dialogen. Oder Gesprächen. Oder Durcheinandergequatsche. Wobei Susans Part wenigstens immer daran zu erkennen ist, dass sie nicht kursiv spricht. ( abgesehen davon ist sie immer leicht hysterisch) Alle anderen sprechen kursiv. Sind es drei, spricht einer in Klammern, sind es sieben Leute, die durcheinander reden, sprechen sechs in Klammern. Man weiß nur nie, wer wer ist. Verwirrend? JA!!! Total und dazu noch nervtötend. ( Hysterisch!) Wären die Dialoge fesselnd, ginge es ja noch. Aber es ist trotz aller Hysterie stinklangweilig.
Worum geht es? Gute Frage. Ich habe folgendes herausgeschält: Auf einem Filmset in Nordafrika explodiert eine Bombe. Eine Menge Leute sterben, aber interessant ist nur einer der mutmaßlichen Toten und das ist Tom, der Superstar. 99 Minuten lang glaubt die Welt, er sei tot und es bricht aus nicht geklärter Ursache eine ähnliche Panik aus wie am 11.9.2001.
Exakt in der 99 Minute nach der Detonation interviewt ein TV- Sender Leute auf der Straße zum Anschlag auf die Filmstars und dabei erwischen sie Susan. Die ist grad durch den Wind, denn sie war just bei der Wahrsagerin und die hat statt großer Liebe prophezeit, dass Susan sterben wird. Das ist natürlich ein Schock. Halten wir uns doch alle für unsterblich. Also, Susan heult und ist geschockt und stammelt Blödsinn in die Kamera, der dann aber 1. Kult wird und 2. irgendwie darauf hindeutet, dass der tolle Tom gar nicht gestorben ist. Das stellt sich dann irgendwie auch 10 Sekunden später heraus und wahnsinnigerweise wird die naive Susan damit zum Medienstar. Weil sie aber mit ihrem eigenen Leid beschäftigt ist (Wo ist Mr. Right? Hilfe, ich muss sterben!!!) kann sie das gar nicht genießen. Und darum geht es . Meine Güte, hätte man ihr wenigstens einen gnädigen bildschönen Vampir geschickt, der sie unsterblich macht und ewig liebt, dann hätten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen gehabt, aber so dümpelt das immer weiter vor sich hin. Am Ende kommt dann irgend so ein esoterischer Kram, den ich nicht verstanden habe, weil ich ihn auch nicht mehr verstehen wollte und von all dieser Erweckungsliteratur auch nichts halte. Auf jeden Fall war dieses Buch auf ganzer Linie ein oberflächlicher, nerviger, kruder, kompletter Reinfall..