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4.0 von 5 Sternen
Eine dunkle Prophezeiung um den Tod eines Mädchens, 27. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen, das sterben sollte (Gebundene Ausgabe)
Sie werden berühmt, Sie werden reich, Sie werden einem großen dunklen Mann begegnen - Sie werden Nein zu ihm sagen - bis zu dem Tag an dem Sie Ja sagen, am Tag danach werden Sie sterben... so beginnt die Geschichte und die Prophezeiung für Susan bei einer Wahrsagerin - der Roman DAS MÄDCHEN DAS STERBEN SOLLTE von Glyn Maxwell ist eine tiefgehende Satire auf Hollywood und dem Boom um Berühmtheit, welche einher geht mit dem alltäglichen Medienwahnsinn - der uns alle erfassen kann. Das hatte sich Susan auch anders vorgestellt, eine Prophezeiung um ihren eigenen Tod als sie bei einer Wahrsagerin saß - nun ja, sei es drum, das Leben geht weiter, doch das Schicksal Susans scheint sich nun unabänderlich auf dieses Ereignis hinzubewegen. Unbeabsichtigt gerät sie in ein Medienspektakel als sie, tränenüberströmt, einen Satz in die laufende Kamera spricht: Dem Tod wird kein Reich mehr bleiben - von nun an ist sie der Medienstar und ihr Schicksal scheint sich nun zu erfüllen. Die Story beginnt vielleicht etwas hart, doch sie ist frisch und frei erzählt, unprätentiös und ehrlich. Immer wieder werden Susans Gedanken mit eingeblendet, als kursiver Text unter dem Handlungstext, was der Geschichte eine fast schon intime Note gibt. Als bekannt wird, wer die Unbekannte Schöne ist, welche vor der Kamera stand, entfaltet sich ein noch nie dagewesener Medienhype um Susan, sie gerät tiefer und tiefer in den Strudel und die Prophezeiung scheint sich dem Höhe punkt zu nähern. Teilweise sind die Texte wie bei einem Rollenspiel auseinander gezogen und immer wieder wiederholt sich die Textpassage um den Tod, welchen kein Reich mehr bleibt - fast Mantra - artig brennt er sich so in das Gedächtnis des Lesers und führt zu einer fulminanten Spannung. Das Ende erscheint einem etwas konfus, da hier Einbildung und reale Handlung ein wenig durcheinander geraten - Susan ist ein wenig aus dem Konzept und sieht in allem und jedem Verrat und Gefahr, immer noch steckt ihr die Prophezeiung in den Knochen und scheint unabwendlich - quasi selbsterfüllend. Was am Ende Susan widerfährt sei hier aus Spannungsgründen nicht verraten. Mit DAS MÄDCHEN DAS STERBEN SOLLTE eröffnet Glyn Maxwell ein rasantes Kopfkino mit teils schrägen Dialogen und spannender Handlung um den Medienrummel unserer Tage. Empfehlenswert
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Susi im Horrorland, 3. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen, das sterben sollte (Gebundene Ausgabe)
"Und dem Tod wird kein Reich mehr bleiben." Susan Mantle folgt einer inneren Eingebung als sie diese schicksalhaften Worte in eine Kamera spricht, die unvermutet vor ihrem Gesichtskreis auftaucht. Als später der Mann im Pup ihr immer wieder bestätigt, dass sie schön und traurig gewirkt habe und von ihren Tränen spricht, ist sie doch sehr irritiert. Die junge Frau ist ganz mit ihren persönlichen Problemen beschäftigt. Immerhin hat eine verrückte Wahrsagerin ihr eben den Tod prophezeit - und Susan ist erst 28 Jahre alt. Doch während Susan ihrem ganz persönlichen Schmerz Ausdruck verleihen wollte, wird ihr ungewollter Medienauftritt schon vermarktet. Denn ihre Aussage wird mit dem Terroranschlag auf ein Filmset verbunden und der tragischen Todesmitteilung des berühmten Filmstars, Thomas Bayne. Als es sich herausstellt, dass der Schauspieler doch noch mit dem Leben davon gekommen ist, wird Susan als Engel des Lebens gefeiert. Mit ihrer Aussage hat sie den spirituellen Nerv der Gesellschaft getroffen, die neue Impulse jenseits aller Glaubensrichtungen sucht. Was ihr aber ganz und gar unangenehm ist. Schließlich begann die Prophezeiung der Hellseherin mit den Worten: "Sie werden berühmt." Auch die nächste Weissagung: "Sie werden reich", wird bald erfüllt. Denn Susan hat auf einmal eine halbe Million auf ihrem Konto. Spätestens jetzt wird ihr klar, dass sie ein großes Problem hat. Dazu zeigt die Öffentlichkeit ein unangenehm großes Interesse an ihrer Person und ihrem Leben zeigt. Geradezu fassungslos reagieren Fernsehsender, Zuschauer und Hörer auf das unglaubliche Desinteresse ihres neuen Medienstars auf die große, aber unerwünschte Präsenz. Doch so schnell geben die Medien ihr Opfer nicht auf. Freunde von Susan werden in Talkshows eingeladen. Sogar ein Date eines verflossenen Verehrers mit der großen Liebe soll zustande kommen. Live auf Sendung füttert der berühmte Thomas Bayne die Katze von seinem Lebensengel und Susan bekommt eine Kamera ans Bett. Da erhält Susan die Nachricht, dass ihr Vater in Frankreich einen Schlaganfall erlitten hat. Natürlich gibt sie daraufhin sofort ihr "Bed-in" auf, ignoriert die nächste Erfüllung des Orakels und lässt den Medienrummel endlich hinter sich. Aber die schicksalhaften Ereignisse nehmen ungehindert ihren freien Lauf... Ohne Frage, ist der Roman von Glyn Maxwell einfach anders. Völlig in der Dialogform gehalten, legt die Geschichte von Anfang an ein rasantes Tempo vor. Abgedreht, humorvoll, abartig, schockierend, berührend, abwegig, sentimental und einfach super unterhaltend ist die Geschichte um den unfreiwilligen Medienstar, der eigentlich nur sein eigenes Leben wieder auf die Reihe bringen möchte. Dabei steht auch das Sicherheitsbedürfnis des Menschen, seine Suche nach dem Sinn des Lebens, auf dem Prüfstand. Wird unser Leben gar von fremden oder auch übernatürlichen Kräften bestimmt? Wie viel Einfluss hat der einzelne auf seine Zukunft? Manchmal hält man beim Lesen vielleicht inne und denkt, halt, dass ist jetzt aber übertrieben. Doch dann muss man leider bestätigen, dass die fast surrealistischen Beschreibungen des Medien verrückten Zeitalters genau ins Schwarze treffen. Manch bitte Pille ist da zu schlucken, auch wenn man sich einbilden mag, dass man doch ein recht objektives und eher distanziertes Verhältnis zu Nachrichten aus Funk, Fernsehen und Klatschblättern hat. Glyn Maxwell hält der heutigen Gesellschaft zwar sehr humorvoll, aber gnadenlos den Spiegel vor. Diese herrlich ironische, frech vorgetragene Gesellschaftssatire gehört auf jede Bestsellerliste! Und definitiv in die Hände aller aufgeschlossenen Leser, die gleichzeitig unterhalten und zum Nachdenken angeregt werden möchten.
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Was sollte das denn??????, 28. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen, das sterben sollte (Gebundene Ausgabe)
Von allen Büchern, die mir 2009 bisher in die Hände gefallen waren - und das sind einige! - ist "Das Mädchen, das sterben sollte" mit Abstand der größte Reinfall. Warum? Wo soll ich anfangen? Mit den Figuren? Mit Susan Mantle, der Hauptfigur, die sich in einen unübersehbar vollspackigen Idioten namens Nigel verliebt hat , aber eine Wahrsagerin benötigt, um zu erfahren, daß nicht der Richtige ist? Ihrer Freundin Min, einem geistiger Tiefflieger der Sonderklasse? Besagtem Nigel? Oder John, Susans Ex, einem völligen Ausfall, der nicht kommunizieren kann? Ed, dem Medienguru, der nur in Schlagzeilen denkt? Dem überspannten Schauspieler und Superstar Tom? Wer will etwas über solche Menschen lesen? Mir gingen sie schon nach wenigen Seiten unsäglich auf die Nerven, allen voran diese tumbe, hysterische, promigeile Min. "Ich habe einmal neben jemandem gestanden, der Jude Law am Arm berührt hat! Ich wäre fast zur Salzsäule erstarrt". Zitat Min. Gibt sicher Leute, die das süß und charmant finden. Ich gehöre nur dummerweise nicht dazu, lese nicht einmal beim Friseur Gala. Dann die -äh- Handlung. Der Klappentext ist derart zwingend , dass ich nicht ins Buch geschaut habe. Hätte ich es getan wäre ich irritiert gewesen, denn das Buch besteht NUR und ausschließlich aus Dialogen. Oder Gesprächen. Oder Durcheinandergequatsche. Wobei Susans Part wenigstens immer daran zu erkennen ist, dass sie nicht kursiv spricht. ( abgesehen davon ist sie immer leicht hysterisch) Alle anderen sprechen kursiv. Sind es drei, spricht einer in Klammern, sind es sieben Leute, die durcheinander reden, sprechen sechs in Klammern. Man weiß nur nie, wer wer ist. Verwirrend? JA!!! Total und dazu noch nervtötend. ( Hysterisch!) Wären die Dialoge fesselnd, ginge es ja noch. Aber es ist trotz aller Hysterie stinklangweilig. Worum geht es? Gute Frage. Ich habe folgendes herausgeschält: Auf einem Filmset in Nordafrika explodiert eine Bombe. Eine Menge Leute sterben, aber interessant ist nur einer der mutmaßlichen Toten und das ist Tom, der Superstar. 99 Minuten lang glaubt die Welt, er sei tot und es bricht aus nicht geklärter Ursache eine ähnliche Panik aus wie am 11.9.2001. Exakt in der 99 Minute nach der Detonation interviewt ein TV- Sender Leute auf der Straße zum Anschlag auf die Filmstars und dabei erwischen sie Susan. Die ist grad durch den Wind, denn sie war just bei der Wahrsagerin und die hat statt großer Liebe prophezeit, dass Susan sterben wird. Das ist natürlich ein Schock. Halten wir uns doch alle für unsterblich. Also, Susan heult und ist geschockt und stammelt Blödsinn in die Kamera, der dann aber 1. Kult wird und 2. irgendwie darauf hindeutet, dass der tolle Tom gar nicht gestorben ist. Das stellt sich dann irgendwie auch 10 Sekunden später heraus und wahnsinnigerweise wird die naive Susan damit zum Medienstar. Weil sie aber mit ihrem eigenen Leid beschäftigt ist (Wo ist Mr. Right? Hilfe, ich muss sterben!!!) kann sie das gar nicht genießen. Und darum geht es . Meine Güte, hätte man ihr wenigstens einen gnädigen bildschönen Vampir geschickt, der sie unsterblich macht und ewig liebt, dann hätten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen gehabt, aber so dümpelt das immer weiter vor sich hin. Am Ende kommt dann irgend so ein esoterischer Kram, den ich nicht verstanden habe, weil ich ihn auch nicht mehr verstehen wollte und von all dieser Erweckungsliteratur auch nichts halte. Auf jeden Fall war dieses Buch auf ganzer Linie ein oberflächlicher, nerviger, kruder, kompletter Reinfall..
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