"Das Mädchen das vom Himmel fiel" ist eine Erzählung, vielleicht eine aufgebauschte Kurzgeschichte, kein Roman. Ein "unerhörtes" aber zu oft beschriebenes Ereignis - ein junges Mädchen gibt sich einem noch attraktiven alternden Mann hin - bleibt ohne jede Konsequenz, so als ob man an der schönsten Stelle im Traum gestört würde und nicht mehr weiterträumen kann: langweilig, enttäuschend, phantasielos. Und schade, weil die Geschichte so gut anfängt, die Frau so geheimnisvoll ist. Warum hat sie so schäbige Klamotten an (so unsexy, das verdient wenigstens eine Erklärung!), wo wohnt sie, mit wem funkt sie? Die Konsequenzlosigkeit der Liebesnacht bzw. des Liebesnachmittags mag realistisch sein, aber zwischen zwei Buchdeckeln verlangen die vielen auf den ersten 90 Seiten aufgenommenen Fäden nach einem Roman von mindestens 400 Seiten, in dem auch die Andeutungen auf einen involvierten Kriminalfall hätten aufgenommen werden können. So bleibt die Geschichte wenig mehr als ein Realität gewordener 'feuchter Traum' eines im Ijselmeer eingefrorenen Halbintellektuellen.