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Das Mädchen auf der Lotosblume: Zwei unvollendete Romane (Brigitte Reimann)
 
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Das Mädchen auf der Lotosblume: Zwei unvollendete Romane (Brigitte Reimann) [Taschenbuch]

Brigitte Reimann , Withold Bonner
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 237 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (20. Juli 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746621399
  • ISBN-13: 978-3746621395
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 856.659 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

«Dekadent» und «morbid»? Zwei unvollendete Romane von Brigitte Reimann Man hüte sich vor Legenden. Viel Kluges wird da geschrieben (über das Leben einer Autorin, über Manuskript-Odysseen, über Scheren im Kopf und auf Redaktionstischen), und dann fragt man sich doch, braucht es dies alles? Kompliment also, wenn am Ende feststeht: Diese Prosa überzeugt auch pur. Anfang der fünfziger Jahre, als Brigitte Reimann gerade neunzehn und die DDR noch jung war, hatte sie zu schreiben begonnen. Zunächst mit dem Versuch einer politisch engagierten Schülererzählung, die die Geschichte einer Denunziation schildert, dann mit einer Liebesgeschichte, bei der die Protagonistin die Lust am Leben mit der Selbstfindung als Künstlerin in Einklang zu bringen sucht. Das war zwischen 1952 und 1956. Drei Jahre davon bastelte sie allein an ihrem Erstlingswerk, fand sich immer wieder zu Umarbeitungen bereit. Die Umstände, unter denen die damals frischgebackene Abiturientin schrieb, ihre Eingriffe in Anlage, Handlung, Figurenzeichnung, die Raschheit, mit der sie sich von gut gemeinten kollegialen Ratschlägen umstimmen liess, sind interessante Details aus einem Schriftstellerinnenleben – die Erzählung bietet weit reichere Schattierungen. Sicher ist das, was von dem ursprünglichen Manuskript übrig blieb, jene nun veröffentlichten knapp hundert Seiten mit dem Titel «Wenn die Stunde ist, zu sprechen», auch ein Zeitdokument. Seinen Reiz gewinnt es durch etwas anderes: Hier gelingt es jemandem, Leben in Stoff zu transformieren. Wie gut, beweist das zweite Projekt, «Joe und das Mädchen auf der Lotosblume», das gleich einen weiteren Reimann-Mythos zur Nebensache erklärt: den der lebenshungrigen jungen Frau, deren freizügige Liebschaften ziemlich unverschlüsselt in ihren fiktionalen Texten ausgebreitet werden. Doch diese Literatur hat sich aus ihrem biografischen Bodensatz befreit. So durchaus unterschiedlich sind diese zwei Texte, dass es eine kluge Entscheidung war, zuerst «Joe und das Mädchen auf der Lotosblume» zu drucken. In dem ein Jahr zuvor abgebrochenen Versuch, mit «Wenn die Stunde ist, zu sprechen» eine zugleich individuelle und gesellschaftskritische Geschichte zu erzählen, hatte die junge Autorin noch mit viel gutem Willen, aber auch mit gehörigen Selbstzweifeln ihren Weg gesucht. «Joe und das Mädchen auf der Lotosblume» aber wurde ein Text, der schon an Brigitte Reimanns reifstes Werk, «Franziska Linkerhand», erinnert: faszinierend vieldeutig, zart in der ganzen Fülle junger Sinnlichkeit, überhaucht von Melancholie, reif im Ausleuchten von Zwischentönen wie im klugen Analysieren der Zwiespältigkeit von Gefühlen und Gedanken. Hier paart sich unmittelbare sprachliche Sicherheit mit Erzählfreude, Nachdenklichkeit, Intellektualität. Da stören kaum die manchmal nicht ganz sicher gefügten Dialoge und die kleinen, mitunter sentimentalen Durchhänger. «Joe und das Mädchen auf der Lotosblume» erzählt uns von einer, trotz allen Turbulenzen und Tabuverletzungen, melancholischen Liebe, einer éducation sentimentale, einem frühen Erwachen, das schon den Abschied in sich trägt. Dass auch dieser Entwurf, wie der erste, nicht beendet wurde (zu konterrevolutionär, dekadent, morbid, hiess es), stört die Lektüre kaum. Man liest Geschichten, nichts mehr und nichts weniger. Iris Denneler -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Statt des gestelzten Schulmädchenjargons und theoretischer Statements eine bildhafte, erlebnisintensive Sprache, genaue Beobachtungen, eine Handlung voller Ironie, Selbstironie und Witz, dazu eine behutsame Figurenzeichnung, ganz wie sie die erzählende Ich-Figur, die Malerin Maria, bevorzugt ... Dieses Fragment war auf dem besten Wege, ein politischer Roman zu werden. Die Monologe der Maria stehen denen der 'Franziska Linkerhand' in nichts nach." (Märkische Allgemeine)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Versuch 12. Februar 2004
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Hier handelt es sich um zwei Romanprojekte der Autorin, die nie veröffentlicht wurden und erst vor kurzem aufgetaucht sind. Da ich alles bisher von dieser Autorin gelesen hatte, musste dieses Buch natürlich zwangsläufig in meinen Besitz übergehen. Es sind Fragmente, die ziemlich kritisch zur Entwicklung der jungen DDR stehen. Ihre Erzählweise birgt nichts Neues, einiges war mir sogar aus den Tagebüchern präsent. Hat mich aber auch nicht sonderlich fesseln können und ist jetzt eigentlich nur ein Buch zur Vervollständigung einer Sammlung, nicht unbedingt Literatur, die ich lesen muss, denn kein Lesegenuss, da es sich hier ja auch um unkorrigierte Fassungen handelte, stellenweise sehr holperig.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vollendet unvollendet 6. November 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Brigitte Reimann schafft vor allem im ersten der beiden Romanfragmente unvergeßliche Figuren. Nach wenigen Seiten fühlt man sich, als lebte man mit ihnen in jenem Künstlerhaus, litte ihre Qualen, weinte ihre Tränen, lachte ihr Lachen. Die Gedankenwelt der Ich-Erzählerin überzeugt, und sie läßt intensiv ein verrücktes, hellwaches Leben miterleben.
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