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Das Mädchen
 
 
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Das Mädchen [Gebundene Ausgabe]

Angelika Klüssendorf
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 182 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (18. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346204284X
  • ISBN-13: 978-3462042849
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Angelika Klüssendorf
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Angelika Klüssendorf, die kühle Meisterin unter den Meistern der Gesellschaftsprosa, analysiert präziser als John Updike und konsequenter als Max Frisch, sie schreibt böser als Thomas Bernhard und pointierter als Ingeborg Bachmann. Fürchterlich, aber grandios." Evelyn Finger, Die Zeit

„Angelika Klüssendorf ist ein Genie!“ Harald Schmidt

„Angelika Klüssendorf ist die Buchpreisgewinnerin der Herzen.“ Jobst-Ulrich Brandt, Focus-online

„Nach mehreren Erzählbänden und dem Roman ‚Alle leben so’ hat Klüssendorf einen Ton gefunden, der die Essenz der amerikanischen Short Story glaubhaft in die deutsche Sprache trägt, dorthin, wo in einer Sprache verschiedene Mentalitäten aufeinander treffen." Maike Fessmann, Süddeutsche Zeitung

"Klüssendorf vermeidet mit großer Geschicklichkeit, das Mädchen entweder zum sozialwissenschaftlichen Objekt verkommen zu lassen, noch sie in Mitleidstränen zu ertränken, ein Kunststück, das an Charlotte Brontës Klassiker "Jane Eyre" erinnert." Ruth Klüger, Die Welt

" [...] das Werk zeigt allein durch Sprache und kluge Konstruktion, was ein intelligenter Realismus an Ausdruckskraft, emotionaler Intensität und Nuancenreichtum erreichen kann. [...] Allerdings bedarf es dazu einer erzählerischen Meisterschaft wie der von Angelika Klüssendorf. Völlig zurecht ist ihr Buch deshalb auf der Shortlist des deutschen Buchpreises gelandet. Die Autorin demonstriert hier eindrucksvoll, wie man aus ekligen Exkrementen ästhetisches Gold macht. Zugleich ist ihr einer der radikalsten und bewegensten Adoleszenzromane deutscher Sprache geglückt. Kein Zweifel: Angelika Klüssendorfs Mädchen ist eine Heldin unserer Zeit." Die Zeit

"Es tut weh dieses Buch, man hält seine Lektüre manchmal nur ganz schwer aus, seltsam gut tut es aber auch. Starkes Mädchen. Starkes Buch." Elmar Krekeler, Welt Kompakt

"Klüssendorf erzählt in einem dichten Präsens und konstruiert damit eine ausweglose Vergangenheit." taz

"Klüssendorfs "Mädchen" ist ein weiblicher "Anton Reiser"." Richard Kämmerlings, Die Welt

Kurzbeschreibung

Die berührende Geschichte einer Selbstbehauptung. Angelika Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: die tyrannische Mutter, die autoritären Lehrer, der bürokratische Staatsapparat. Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassenkameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus "Brehm's Tierleben", die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Auch wenn sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt und schließlich ins Heim gesteckt wird, kann sie sich auch dort auf die neue Lage einstellen. Und das Kinderheim wird auf überraschende Weise zu einem Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann. Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, trotzdem den Lebenswillen nicht verliert - kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter. Ein literarisches Meisterwerk!

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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. Ursula Kempf TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Drastisch, distanziert und kühl, fast sachlich erzählt die öffentlichkeitsscheue Autorin mit ostdeutschen Wurzeln eine Kindheit in der ehemaligen DDR, die das Wort nicht verdient. Nichts wird geschönt, alles benannt. Bleibt nur zu hoffen, daß nicht all zu viele eigene Erfahrungen dieser barbarischen Geschichte zugrunde liegen.

"Es gibt keine erkennbaren Gesetze für ihr Zusammenleben, keine gültige Gerechtigkeit; ein Vorfall, der ihr morgens eine Tracht Prügel einbringt, kann abends nur ein müdes Lächeln bei ihm hervorrufen. Er benutzt seine Hände beim Schlagen, anders als ihre Mutter, die den Gürtel bevorzugt, und das kommt ihr irgendwie gerechter vor."

Erzählt wird die katastrophale Geschichte einer namenlos bleibenden Jugendlichen. Sie wächst auf mit einer teuflischen Mutter und einem alkoholkranken Vater, der nur gelegentlich anwesend ist. Meist jedoch ist sie die 12-jährige Heldin des Romans mit ihrem kleinen Bruder allein zu Hause. Nichts als Einsamkeit, Hunger und Langeweile. Also provozieren sie die Nachbarn, werfen ihre Exkremente auf die Straße und benutzen das Fenster zum Posieren. Ihr Lieblingsspiel: Überlebenskampf zwischen den Autos auf der stark befahrenen Straße. Kommt die Mutter nach Hause drohen Schreie und Schläge, gerne mit dem Gürtel und anschließend Arrest im Keller. Das ist ihr fast noch die liebste Zeit, denn hier kann sie ungestört in den Märchenwelten der Bücher und bei Abenteuern mit dem Graf von Monte Christo versinken. "Sie ist erschüttert von den Geschichten, liebt ihre Romanfiguren voller Zärtlichkeit." Von der überforderten Mutter zieht sie zum Vater, dann über eine Jugendstrafanstalt ins Heim. Nie wird etwas besser, stets verschlimmert sich ihre Lage. Im Heim ist sie das Gerippe, die Speiche oder der Hungerhaken. Sie kann essen, so viel sie will, sie nimmt einfach nicht mehr zu.

Ständig auf der Hut, Gefühle unter Kontrolle, so pariert sie der Willkür der Eltern und wehrt sich mit ihren bescheidenen Möglichkeiten gegen Übergriffe, wie die von August Kreische im Jugendheim.

Trotz der Isolation, Kälte und Gewalt entwickelt das Mädchen neben Ohnmacht und Wut auch einen unbändigen Überlebenswillen. "Eigentlich will sie nur davon kommen ..." Ihre Lieblingsvision: Als Meisterdiebin und Schwarzmarktkönigin bringt sie ihren kleinen Bruder durch die Hungersnot.

"Das Mädchen" ist eine schrecklich-schöne Lektüre, die einem den Atem raubt. Was lange verschwiegen wurde, bricht sich hier Bahn. Demnach gab es auch im sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat eine verrohte Unterschicht. Trotz der allgegenwärtigen Kontrollinstanzen gab es eine soziale Verwahrlosung. Angelika Klüssendorf hat ihre Kindheit in der DDR verbracht, dennoch habe ich diesen Roman nicht als Abrechnung empfunden. Eine schwere Kindheit mit körperlichen oder seelischen Grausamkeiten ist leider überall möglich, wo Menschen wegsehen. Auch im vorliegenden Roman erleben Fußgänger den "Angriff der Stinktiere", aber niemand geht dem auf den Grund. Doch mehr noch als die gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit einer Kindheit in der DDR ist dieses Buch eine Erfolgsgeschichte. Denn das Mädchen wird überleben - die Mutter, den Vater, die sozialistischen Heime.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von e-wolf
Format:Gebundene Ausgabe
Auf knapp 200 Seiten entwirft Angelika Klüssendorf ein farbloses Milieu, in dem getrunken, geschlagen, randaliert, gelogen, gestohlen und betrogen wird. Hier atmet, kämpft und überlebt ein namenloses Mädchen. Ein Refugium aus Träumen, Vorstellungen, Ideen und Spielen konstruiert sie sich eingesperrt im schmutzigen, lichtfreien Rattenkeller, in Häuserwracks, auf der Straße oder im Heim; umgeben von einer tobenden Mutter, einem alkoholkranken Vater, quengelnden, psychisch kranken, jüngeren Brüdern, verständnislosen Heimerziehern. Das Mädchen lernt, dass sie Farben zum Atmen und Leben selbst induzieren muss, sie weiter existiert, aber aufhört zu leben, wenn Träume verfliegen. Klüssendorfs starke Heldin hält durch - bis zuletzt, aus unergründlichen Gründen reift und lebt sie. Glückliche Momente, innere Farben, wenige Menschen lassen die resiliente Figur wachsen, während ihre Brüder erkranken.

Der starke, schlichte Sprachstil, gelungene Bilder, überzeugende psychologische Wendungen lassen uns in die Figur einfühlen - wir wollen miterleben, wie es weitergeht. Viel zu früh endet ihre Geschichte - dabei vergessen wir, dass Klüssendorf uns klug und empathisch ein Milieu schildert und das Mädchen keinen Namen trägt. Ein Geniestreich - und eine unbedingte Leseempfehlung an alle Altersgruppen !
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Am Anfang fliegt Scheiße aus dem Fenster. Sie landet auf dem Bürgersteig und auf dem Strohhut einer Passantin, der Briefträger kann sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Das zwölfjährige Mädchen, dessen Geschichte in diesem wunderbaren und bewegenden Buch erzählt wird, wirft die Scheiße aus dem Fenster einer Wohnung im dritten Stock, um auf sich aufmerksam machen, um zu zeigen, dass es sie noch gibt. Denn sie und ihr sechsjähriger Bruder Alex sind seit Tagen in der Wohnung eingeschlossen. Da sie die auf halber Treppe befindliche Toilette nicht erreichen können, verrichten sie
ihre Notdurft in einen Eimer. Irgendwann kommt die Mutter wieder nach Hause, doch das ändert nichts.

Denn die Geschichte der Kindheit und der Jugend dieses Mädchens, die Angelika Klüssendorf da mit durchaus autobiographischen Bezügen erzählt, ist traurig und furchtbar. Während er sich von der knappen und sehr präzisen Prosa Angelika Klüssendorfs immer mehr angezogen fühlt, wird der Leser von einer Katastrophe in die andere geführt. Denn mit jeder beschriebenen Episode aus dem Leben des Mädchens wird es schlimmer.

Die Mutter des Mädchens arbeitet in einem Mitropa-Restaurant und ist auf eine Weise asozial und brutal, dass einen an manchen Stellen beim Lesen die nackte Wut packt. Doch das Mädchen ist stark, niemals ruft sie um Hilfe. Sie findet Trost in der Lektüre von Dumas' "Der Graf von Monte Christo", ein Buch, das sie einmal, um es ganz für sich behalten zu können, vollständig in mehrere Hefte abschreibt. Ihr bisheriges, von Prügel, Alkohol und fremden Männern im Bett der zunehmend verwahrlosenden Mutter hat sie hart gemacht. Sie lügt, sie stiehlt, schwänzt die Schule, und später, als sie vom Jugendamt in ein Heim gebracht wird, verprügelt sie auf brutale Weise wehrlose Kinder.

Die Geschichte des Mädchens spielt in der DDR und zeigt, welches hässliche Gesicht dieser Staat auch hatte, welche Asozialität auch durch exzessiven Alkoholkonsum sich dort an den unteren Rändern einer Klassengesellschaft, die keine sein durfte, breit gemacht hatte. Doch diesen Teil der DDR zu zeigen, ist gar nicht das wesentliche Anliegen einer Autorin, die mit nüchternen Worten und ganz genau sich in die gequälten Seelen ihrer Figuren einfühlend, deren Ausweglosigkeit beschreibt.

Doch "Das Mädchen" sucht immer wieder Auswege, sie flieht aus dem Heim, wird wieder zurückgebracht, sie gibt auf ihre eigene Weise nicht auf. Mit dem Wort Hoffnung wäre nicht ausreichend beschrieben, was sie treibt und nicht ruhen lässt. Es ist ein ihr selbst wohl erst später bewusst werdender Prozess der Selbstfindung mitten in einer absolut hoffnungslosen Existenz. Später im Heim ist es die Literatur, in der sie Halt und Trost findet. Regelrecht süchtig liest sie Bücher von Hemingway, Zola und Balzac.

Man spürt schon bald, dass dieses Mädchen an dem, was ihr da widerfährt, an ihrem fruchtbaren Leben nicht zerbrechen wird. Man spürt, dass sie überleben wird.

Angelika Klüssendorfs Roman ist eine bewegende und in seinem Ansatz sehr radikale Coming- of- Age-Geschichte, sprachlich auf höchstem Niveau und deshalb verdientermaßen auf der Short-List für den Deutschen Buchpreis 2011. Ein Buch, das einen mit Spannung auf Klüssendorfs nächstes warten lässt.
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Harte Prosa
Die Autorin erspart einem nichts. Hier kämpft sich ein junger Mensch ins Leben, wird immer wieder verletzt, zurückgestoßen und behindert und gibt doch nicht auf. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Rachel Lucius veröffentlicht
Die Wandlung des Alltäglichen zum Besonderen
Die Geschichte ist die eines jungen Mädchens, das in einem asozialen Milieu aufwächst, wo Prügelstrafe, Alkoholismus und die Unfähigkeit der Eltern, auf die... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Hans-Walter Voigt veröffentlicht
Plot eher mäßig..
Obwohl ich das Buch an einem Nachmittag las, war ich dennoch froh, als ich am Ende angekommen war. Die Geschichte, die Figuren sind an sich nicht uninteressant, aber der Plot... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Augenblicke-Sammlerin veröffentlicht
Honey66
"Du Opfer", würden im Jahr 2012 wohl die Mitschüler das Mädchen nennen, das in Klüssendorfs Roman namenlos bleibt, allenfalls »Gerippe«, später etwas... Lesen Sie weiter...
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schwieriger Start ins Leben
Man fragt sich als Leser schon, wieviel Grausamkeit kann ein Mensch überhaupt ertragen. Umso mehr erschüttern einem Härte und Gewalt, wenn sie gegen Kinder gerichtet... Lesen Sie weiter...
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Packend, wild und verstörend
Also, bei diesem Buch wusste ich zunächst nicht, wo ich es einordnen sollte. Die Geschichte von Vernachlässigung und Gewalt vor dem Hintergrund der DDR ist ja auch hier... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von RockBrasiliano veröffentlicht
Einfühlsam !
Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassenkameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von dreizwoeinsheinz veröffentlicht
Keine Liebe - Keine Zukunft
Schonungslos direkt, ohne Umschweife knapp und präzise erzählt erleben wir das Ende der Kindheit und die Jugendzeit eines namenlosen Mädchens, das in, wie es heute... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von LieberLeser veröffentlicht
Ein Widerspruch
Diese Rezension schließt sich vielem an, was zuvor schon geschrieben wurde: "das Mädchen" wird - wie seine Brüder - in ein Umfeld hineingeboren, dass geprägt... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Jazzsaxo veröffentlicht
Radikal und berührend
Wenige Bücher haben mich im vergangenen Jahr so berührt wie dieses. Der Erzählton ist distanziert und wirkt eher sachlich und trotzdem oder gerade deshalb geht einem... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Biene Maya 2013 veröffentlicht
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