"Mox limite acto promotisque praesidiis sinus imperii et pars provinciae habentur"
(Publius Cornelius Tacitus in Kapitel 29 seiner Schrift Germania)
In seiner Reihe "Wissen" veröffentlichte der C. H. Beck Verlag im August 2007 die zweite Auflage des Bandes "
Der Limes: Geschichte einer Grenze" von Egon Schallmayer. Anlässlich der 2000jährigen Wiederkehr der "Schlacht im Teutoburger Wald" folgten im In- und Ausland zahlreiche Sachbücher und Romane, die sich dem Verhältnis des römischen Imperiums und seiner germanischen Nachbarn widmeten.....
Im Schatten aufwendiger Publikationen mit weitaus höheren Verkaufszahlen blieb ein im Februar in der beck'chen Reihe veröffentlichte Band weniger beachtet. Zu Unrecht, denn "Das Limes-Lexikon. Roms Grenzen von A - Z" stellt in Form und Inhalt etwas Neues und Einzigartiges dar......
.....denn das 160seitige Büchlein beschränkt sich nicht alleine auf die Sicherung der römischen Grenze zu Germanien, die rund 100 Jahre nach dem Fiasko des römischen Senators Publius Quinctilius Varus begann. Zum einen geografisch, denn die Genzen des Imperium Romanum erstreckten sich über Tausende von Kilometern über drei (!) Kontinente. Zu Beginn gibt es eine Karte mit dem westlichen, zum Ende eine Karte mit dem östlichen Reichsteil samt ihren Grenzen, Befestigungen, Legions- und Militärlager usw. Zum anderen auch thematisch, den neben verschiedenen Göttern, wie z. B. Iuppiter (Dolichenus), Minerva und Mithras werden auch viele religiöse und militärische Begriffe in der alphabetischen geordneten Abhandlung erläutert.
Der ca. 550 Kilometer lange "Obergermanisch-Raetische Limes" wurde bereits 15. Juli 2005 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass das allgemeine Interesse an diesem gewaltigen Bodendenkmal, auf dessen Spuren man noch vielerorts stossen kann, ein einem beträchtlichen Maße zugenommen hat. Eine herausragende Rolle nimmt das einstige, rekonstruierte Kohortenkastell "Saalburg" nahe der Stadt Bad Homburg vdH. ein, in der timediver® von 1979 bis 1993 wohnhaft war. Neben dem Vorsitzenden der Deutschen Limes Kommission (DLK) und Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege in Baden-Würtemberg, Prof. Dieter Planck, und dem Konservator beim Referat Denkmalpflege im Regierungspräsidizum Stuttgart, Dr. Andreas Thiel, die sich als Autoren und Herausgeber verantwortlich zeichnen, haben drei weitere promovierte Referenten und Koordinatoren aus dem Bereich der Denkmalpflege am "Limes-Lexikon" mitgewirkt. Aus einem (Bild-) und Artikelnachweis (Seite 160) ist der jeweilige Verfasser eines jeden der Artikel - von "Aalen bis Zugmantel" - ersichtlich.....
.....daneben gibt es zum Ende des Buches noch eine nach Allgemeiner Literatur, Waffen/Azusrüstung/Bekleidung und Religion/Heeresreligion gegleiderte Literaturliste und ein Register. Das wissenschaftlich-kompetent und dennoch verständlich geschriebene Gemeinschaftswerk von fünf exponierten Limesexperten bietet eine Zusammenstellung der wichtigsten archäologischen und historischen Aspekte zum Thema Limes. Das über eine heimatkundliche Darstellung hinausgehende "Limes Lexikon" ist damit als Nachschlagewerk und informative Lektüre gleichermaßen geeignet und mit 5 Amazonsternen zu bewerten.