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Das Lied von Eis und Feuer 10: Ein Tanz mit Drachen [Broschiert]

George R.R. Martin , Andreas Helweg
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (97 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

23. Juli 2012
Die Fortsetzung der großen Bestsellersaga

Daenerys Targaryen, die Königin der Drachen, muss sich entscheiden, welchen ihrer adligen Freier sie heiraten wird. Wer wird der mächtigste Verbündete für die Eroberung von Westeros sein? Es ist eine rein politische Entscheidung, denn Daenerys' wahre Liebe gilt einem einfachen, aber machtlosen Söldner. Leider haben in diesem Fall die Wünsche einer Königin keine Bedeutung.

Über das Schicksal von Westeros entscheiden jedoch nicht die Intrigen der Adligen. Denn die Anderen jenseits der Mauer bereiten den entscheidenen Schlag vor. Jon Schnee und die Nachtwache könnten sie aufhalten. Aber kann der junge Kommandant noch auf die Loyalität seiner Männer vertrauen?


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Produktinformation

  • Broschiert: 797 Seiten
  • Verlag: Penhaligon; Auflage: 1. (23. Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764531029
  • ISBN-13: 978-3764531027
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 3 Jahren
  • Originaltitel: A Dance with Dragons. Book Five of A Song of Ice and Fire (2)
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,6 x 5,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (97 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 149 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Das unterscheidet Martin von Tolkien: Tolkiens Bücher werden in 3D verfilmt. Martin schreibt sie in 3D.“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

„Das Lied von Eis und Feuer ist einfach das Beste und Fesselndste, was es auf dem Fantasy-Markt gibt.“ (AGM – Das Medienmagazin)

„Band 10 ist noch spannender, aufwühlender, tragischer und mitreißender als die vorherigen.“ (Schweizer Familie)

Über den Autor

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne/New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Danach arbeitete er in der Produktion von Fernsehserien, etwa als Dramaturg der TV-Serie "Twilight Zone", ehe er 1996 mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy-Literatur zurückkehrte: Sein mehrteiliges Epos "Das Lied von Eis und Feuer" wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico.

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44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende und lesenswerte Fortsetzung 22. Juli 2012
Von Shiloh TOP 100 REZENSENT
Format:Kindle Edition|Von Amazon bestätigter Kauf
Die ersten neun deutschen Bände von George R.R. Martin, habe ich ziemlich in einem Rutsch hintereinander weggelesen. Die diversen Handlungsstränge und Charaktere waren mir daher noch gut präsent. Beim 10. Band fiel mir der Anschluß schon schwerer. Und das trotz der Anhänge, die bei der Kindle-Ausgabe immerhin ein Viertel des Buches ausmachen.

In Westeros hat es sich herumgesprochen, dass eine bildschöne Targaryen Tochter mit Drachenblut sich zur Königin von der ehemaligen Sklavenstadt Meereen gemacht hat und drei Drachen besitzt. Sie wird zum Ziel von Heiratswilligen und Flüchtlingen, ist aber fast unerreichbar, weil sie in ihrer Stadt in der Falle sitzt. Feindliche Heere haben die Stadt umzingelt und die Belagerer und die Bewohner der Stadt leiden unter einer schweren Epidemie. Um wenigsten innerhalb der Mauern Frieden zu haben, heiratet Daenerys den noblen Hizdahr. Ruhe und Frieden bringt ihr das nicht.

Trotz seiner Morde in Königsmund bleibt der hässliche Gnom Tyrion Lannister mein persönlicher Lieblingscharakter. Obwohl er auf seiner Reise zu Danerys quasi von Regen in die Traufe und anschließend noch in die Kanalisation gespült wird, kommt er wegen mit seiner Intelligenz, Witz, Empathie und vor allem seiner Tapferkeit immer wieder auf die Füße.

Jaime hat sich von Cersei gelöst. Cersei selbst kämpft um ihr Überleben.

Die schlimmste Entwicklung macht Arya Stark durch. Sie hat im Haus des vielgesichtigen Gottes Zuflucht und so etwas wie eine neue Familie gefunden. Leider erzieht diese neue Familie ein traumatisiertes Kind, dass schon aus Furcht oder Rache getötet hat, zu einer kaltblütigen Mörderin, einem Werkzeug des Todes. Das ist Arya auch klar, aber sie findet nicht die Kraft oder den Mut zu gehen.

Jon schneidet an der Mauer nicht nur alte Zöpfe ab, sondern wirft beinahe alle Regeln der Nachtwache über Bord, um seinen Eid zu erfüllen, indem er ihn an die aktuelle Wirklichkeit anpasst. Damit gewinnt er zwar neue Freunde aber auch Feinde in den Reihen der Nachtwache.

Im Kampf um die Herrschaft im Norden geraten die kriegführenden Parteien in die Fesseln des Winters. Die Boltons sitzen auf Winterfell fest und haben Schwierigkeiten, ihre auf engem Raum eingesperrten Verbündeten davon abzuhalten, sich gegenseitig umzubringen. Der Marsch von König Stannis nach Winterfell ist mal wieder eine gelungene Anleihe in der europäischen Geschichte (Napoleons Rückmarsch aus Russland).

Der Roman ist Teil einer epischen Romanreihe, ein Einstieg in Band 10 ist nicht zu empfhehlen. Man muss die Bücher der Reihe nach lesen.

Obwohl der Roman wieder spannend geschrieben ist und das Interesse des Lesers mit seiner Bildgewalt fesselt, bin ich von der Teilung der deutschen Ausgabe zunehmend genervt. Das Buch endet wieder abrupt mitten in der Handlung und hat jedenfalls mich ziemlich frustriert zurückgelassen. Hoffentlich geht die Rechnung des Autors und der Verlage auf, wenn der sechste englische und 11. und 12. deutsche Band erst 2014 erscheinen. Die häppchenweise Fortsetzungspolitik des Verlages (aus eins im Original mach zwei deutsche Bände)stört den Lesespass so ungemein, das es meine Bewertung des Buches herunterzieht, obwohl der Roman an sich das eigentlich nicht verdient hat. Ich würde ja sogar mehr für eine komplette Übersetzung und Herausgabe der englischen Ausgabe bezahlen. Aber leider hat es sich ja zunehmend eingebürgert, die Bände zu teilen, um finanziell besser abzuschneiden.

Wer bis hierhin durchgehalten hat, wird auch dieses Buch gern lesen.
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47 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Meereenische Knoten 13. Januar 2013
Von Marc
Format:Broschiert
SPOILER: Diese Rezension enthält Informationen über den Inhalt des Buches. NICHT LESEN, WENN SIE DAS BUCH NOCH NICHT KENNEN!

Zuallererst: George R. R. Martin ist ein großartiger Autor, daran zweifelt wohl niemand, der die Bücher 1 - 6 gelesen hat. Das atemberaubende Tempo, die Entwicklung der Charaktere, die lebendige Welt sind kaum mehr zu toppen. Mit den Büchern 7 - 10, die im Original die Bücher 4 und 5 sind, beginnt die Stimmung unter der Fangemeinde, die den Autor fast messianisch feiert, allmählich zu kippen. Das liegt nicht unbedingt daran, dass Martins Schreibstil schlechter geworden wäre oder er nichts mehr zu erzählen hätte, erst recht nicht daran, dass im seine Serie mittlerweile egal geworden wäre. Das Gegenteil ist der Fall: Martin hat zu viel zu erzählen und läuft Gefahr, sich in seiner eigenen Welt so zu verlieren wie die vielen Leser seiner Bücher. Das Problem ist, dass er seine Serie damit in Gefahr bringt. Ein Lied von Eis und Feuer befindet sich derzeit am Scheideweg und wohin die Reise geht, ist nicht abzusehen.
Martin hatte zunächst vor, Ein Lied von Eis und Feuer als Trilogie zu konzipieren. Dabei sollte der zweite Band die Eroberung von Westeros durch Daenerys umfassen. Wie wir nunmehr wissen, hat Martin im Englischen bislang fünf Bände gebraucht und Daenerys ist derzeit noch weit davon entfernt, nach Westeros zu kommen. Am Ende dieses Buches sitzt sie im dothrakischen Meer, zusammen mit einem längst vergessenen Charakter, während ihre Stadt sich immer noch im Krieg befindet. Wie konnte es soweit kommen?
George R. R. Martin hat sich verzettelt. Ich glaube ihm, dass er das Ende der Serie und den groben Weg dahin im Kopf hat, allerdings ist er zwischenzeitlich von seinem Plan abgewichen, dem deutschen Band 6 einen Zeitsprung von 5 Jahren nachfolgen zu lassen. Dieser Zeitsprung sollte notwendig sein, um in dieser Zeit die Drachen wachsen zu lassen, mit denen Danys Invasion steht und fällt. Martin hat ganze Kapitel gestrichen, weil es ihm irgendwann undurchführbar erschien, die übersprungenen 5 Jahre allein durch Rückblenden zu erzählen, zudem ist soviel in den ersten Bänden passiert, dass es ihm unglaubwürdig schien, nunmehr würde in Westeros, vom Krieg gebeutelt, jahrelang Frieden und Ruhe herrschen. Deshalb beschloss er, keinen Zeitsprung zu machen und Daenerys stattdessen in Meereen ein paar Jahre ihre Fähigkeiten als Herrscherin ausprobieren zu lassen, bis ihre Drachen groß genug wären. Damit entwickelte sich das, was der Autor als "The Meereenese Knot" bezeichnete: Er wusste nicht so Recht, wie er Daenerys ohne größere Brüche im Charakter wieder aus ihrer Stadt herausbekommen sollte, einer Stadt, deren Bevölkerung sie nicht im Stich lassen will und die sie als "Mutter" verehrt. Die Story begann zu stagnieren. Gleichzeitig musste irgendetwas in Westeros passieren und die Zeit, in der Dany in Meereen festsaß, konnte man mit einer Menge Stoff füllen. So entstanden zahlreiche Nebenplots, allesamt kunstvoll verwoben, aber nicht immer spannend (Brienne, Samwell). Es wurden zu viele Personen, die zeitgleich zu viele Dinge taten und sich an zu vielen unterschiedlichen Orten befanden. Das führte dazu, dass in den Büchern 7 - 10 weniger passiert als in den Büchern 5 und 6. Eigentlich sind diese 4 Bücher von der dort verstrichenen Zeit nur etwas mehr als ein einziges Buch, die Story wächst in die Breite und verliert dadurch unvermeidlich an Tempo, weil immer mehr Dinge zeitgleich erzählt werden müssen.

Der zehnte Band der Serie hat wie schon der neunte insbesondere die "großen 3" unter den Charakteren, Jon, Tyrion und Dany, zum Gegenstand, nachdem Band 7 und 8 eher ein voyeuristischer Roman über Cerseis politischen Untergang sowie ein Reisetagebuch von Brienne von Tarth waren. Zudem wird die Story um den Sohn des Greifen fortgesponnen, immerhin dort ist ein Fortschrift zu erkennen. Tatsächlich nimmt die Serie wieder etwas an Fahrt auf, allerdings viel weniger, als sie sollte und eigentlich müsste. Im Norden tut sich erschreckend wenig. Jon ist an der Mauer zum großen Logistiker mutiert und muss das Freie Volk in Sicherheit bringen, bevor der Winter, der seit Band 1 im Kommen begriffen ist, dann endlich da ist. Das ist weniger spannend, als es sein sollte, endet aber immerhin mit einem großen (wenn auch vorhersehbaren) Cliffhanger. Es steht zu vermuten, dass auch die Weißen Wanderer darauf "warten" müssen, dass Danys Drachen endlich groß genug sind. Die große Entscheidungsschlacht zwischen Stannis und Roose Bolton nähert sich dem Klimax, ist aber immer noch nicht erfolgt, weil Stannis Heer seit gefühlten 5 Bänden im Schnee feststeckt und nicht vorwärtskommt (vielleicht hat der Autor hier eine Metapher auf sein eigenes Schaffen eingebaut). Immerhin ist bekannt, dass Buch 11 die Entscheidungsschlacht bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt enthalten soll, danach sollten sich die Dinge im Norden vereinfachen und man kann sich auf die Weißen Wanderer konzentrieren. Ein großes Comeback feiert nach wie vor Theon Graufreud, der einer der tragischsten Charaktere des gesamten Buches ist und der auch den zehnten Band wesentlich auf seinen Schultern trägt, während Jon Schnee gar nichts weiß, Daenerys wie ein pubertierender Teenager von ihrem süßen Söldnertypen schwärmt und Tyrion sich fragt, wohin Huren gehen (die redundante Selbstreflexivität der Charaktere sollte Martin etwas zurückfahren, wenn man mich fragt). Achja, Tyrion. Der Gnom hatte in Buch 9 die Rolle des "Weltenbauers" übernommen, d.h. er reiste durch den dem Leser noch recht unbekannten Kontinent Essos und füllte so die weißen Flecken auf der Landkarte. In Buch 10 kommt er an, aber es wird keine gute Ankunft, weder für Tyrion, noch für den Leser. Zwar gibt es nach wie vor viele spannende Wendungen, allerdings hat Tyrion etwas von seinem Esprit verloren (kein Wunder allerdings, wenn man sich sein Schicksal vor Augen führt) und steckt genauso an der Sklavenbucht mit ihren eindimensionalen Charakteren fest wie der dornische Prinz oder Daenerys. Zum Ende des zehnten Bandes beginnt sich der Meereenische Knoten mit der Ankunft von Victarion Graufreud zu lösen, dieser straighte Wikingertyp, der nicht lange fackelt, ist genau das, was die festgefahrene Story braucht, um wieder in Gang zu kommen. Auch hier wird es allerdings bis Band 11 dauern, bis man der Sklavenbucht den Rücken kehren kann - auch hier ist Martin seinem Zeitplan nicht treu geblieben.

Es ist offensichtlich, dass George Martin, wie er sich selbstkritisch ausdrückte "zu viele Bälle in die Luft geworfen hat", mit denen er jetzt jonglieren muss. Er kann nicht zu sehr hetzen, sondern er muss den Spagat zwischen einem gesteigerten Erzähltempo und einer glaubwürdigen Auflösung zahlreicher loser Fäden hinbekommen. Wenn er das schafft, in insgesamt 14 deutschen Büchern (von mir aus auch 16, wenn er ein bisschen Tempo macht) und noch bevor er stirbt, gebührt ihm viel Lob, nichtsdestotrotz wird man dann immer feststellen müssen, dass er in den Bänden 7 - 10 sehr "bauchlastig" wurde und beinahe vom Weg abgekommen wäre und dass in diesen Büchern viel weniger Zeit vergeht als in den Büchern 1 - 6 und 11 - 14. Es gibt dennoch mehr Grund zur Hoffnung, als die desillusionierte anglo-amerikanische Community, die die Serie am Ende sieht, es uns glauben machen will: Die Drachen sind endlich groß genug, um damit einen Krieg zu führen, der Winter ist doch noch da und es lassen sich zum Ende des zehnten Bandes Tendenzen erkennen, den zu aufgeblähten Plot wieder zu entschlacken. Personen, die an unterschiedlichen Orten waren, finden zusammen (Jaime, Catelyn & Brienne; Theon, Asha und Stannis; Tyrion, Victarion und wohl bald Daenerys), so dass man weniger Point-Of-View-Kapitel braucht und der Story wieder mehr Tempo geben kann. Große Entscheidungsschlachten bieten zudem die Gelegenheit, Charaktere sterben zu lassen und so die Schauplätze noch etwas zu reduzieren (hiervon sollte der Meister aber nur begrenzt Gebrauch machen). Einige Nebenkriegsschauplätze wie das Grüne Tal, Bran, Arya und vor allem der unvermeidliche Samwell werden natürlich weiterhin ihren Platz benötigen, hier sollte GRRM sich nicht zu sehr verheddern, das kann er sich nicht mehr leisten. Wenn er so weitermacht wie in den letzten Bänden, wird er dieses Epos nicht mehr zur Zufriedenheit der Fans vollenden können. Der nächste Band ist die letzte Ausfahrt.

Warum 4 Sterne? Ganz einfach: Trotz aller Besorgnis und den teilweise langatmigen Sklavenbucht-Kapiteln hat es mir weiterhin viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Man hat die Charaktere liebgewonnen, die Sprache des Buches ist großartig wie immer und der Meister versteht es nach wie vor, den Leser zu überraschen, ohne die Story unglaubwürdig werden zu lassen. Umso schlimmer wäre es, würde uns der Autor im Jahr 2016 mit einem Band 11 erwarten, der nicht an Geschwindigkeit gewinnt oder gar noch weiter ausufert. Ich jedenfalls glaube noch an das Happy End.
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52 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wohin geht die Reise noch? 22. Juli 2012
Von "Hamburger Jung" TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Im neuesten Band des Fantasy Epos, "Ein Lied von Eis und Feuer", werden für den Leser viel mehr neue Fragen aufgeworfen, als alte beantwortet. Ich frage mich, wohin wird die Reise uns noch führen, wirklich klarer ist es durch diesen Band nicht geworden. Für mich ist "Ein Tanz mit Drachen" etwas besser als Band 9 "Der Sohn des Greifen", allerdings ist George R.R. Martin immer noch weit von der Form entfernt, mit der er beispielsweise Band 5 und 6 geschrieben hat.
Die Masse der verbliebenen Hauptcharaktere kommt in diesem Band zum Zuge, Fans der Serie können sich also auf ein Widersehen mit Jon Schnee, Theon und Asha Graufreud, Cersei, Jamie und Tyrion Lennister und Arya Stark freuen, wenngleich auch der ein oder andere nur etwas spärlich auftaucht. Daneben stehen mit Quentyn Martell, Jon Connington und Victarion Graufreud auch relativ spät eingeführte Figuren im Mittelpunkt von Band 10.

Während in Westeros der Krieg langsam beendet zu sein scheint, abgesehen vom Norden wo Stannis Baratheon immer noch versucht seine Herrschaft zu etablieren, konzentriert sich dieser Band wiederum auf die Geschehnisse um Jon und die Mauer sowie die Entwicklung jenseits des Meeres, wohin es neben Daenery auch Tyrion verschlagen hat.

Jon versucht mit allen Mittel die Verteidigung der Mauer gegen die "Weißen Wanderer" zu organisieren und schreckt dabei nicht vor unkonventionellen Methoden zurück. Allerdings wirkt Jon als Figur lange nicht mehr so überzeugend, wie noch in den ersten Bänden. Er scheint immer mehr als "Getriebener" der Ereignisse denn als "Treibende Kraft" im Geschehen. Die Bedrohung jenseits der Mauer durch die "Anderen" bleibt weiter absolut nebulös, hier erfährt der Leser nichts wesentlich Neues. Insgesamt tritt die Entwicklung im Norden eher auf der Stelle, nur um Theon Graufreud herum gibt es ein wenig Fortschritt. Was in einigen Bänden zuvor auf Daenery Targaryen zutraf, ist jetzt an der Mauer passiert, ausführliche Beschreibungen und viele Dialoge aber wenig Fortschritte in der Handlung, der Winter scheint alles im Griff zu haben. Ich frage mich langsam, wann wird die Gefahr aus dem Gebiet jenseits der Mauer für Westeros real und fassbar?
Erfreut hat mich dagegen die Geschichte um Tyrion Lennister. Dieser läuft langsam aber sicher wieder zu alter Form auf und beeindruckt durch seinen Verstand und seinen Überlebenswillen, so dass man sich als geneigter Leser fragt, welche Schlüsselrolle er noch zu spielen hat, zählt er doch zu den wenigen Hauptcharakteren des ersten Bandes, der immer noch am Leben sind. Tyrion scheint weiterhin allen Gefahren zu trotzen, das ist auch gut so, bereichert er die Story doch allgemein.
Arya Stark ist in Bravos immer noch als Lehrende unterwegs, wohin Martin sie noch führend wird und welche Rolle sie in der Hauptgeschichte einnehmen wird, ist weiter völlig undurchsichtig. Als zielstrebige Attentäterin wirkt ein elfjähriges Mädchen doch wenig überzeugend.

Bei Daenerys und ihren Drachen in Meereen geht es Schritt für Schritt voran, was vor allem Ser Barristan zu verdanken ist, der alles unternimmt, seine Königin zu beschützen. Allerdings spielen die Drachen immer noch nicht die Rolle, die der Titel des Buches vermuten lässt. Irgendwie beschleicht mich langsam das Gefühl, die Drachen sind nur ein wenig schmückendes Beiwerk dieser Story und bekommen keine wirkliche Funktion zugewiesen, so wenig wie diese bisher in Erscheinung getreten sind.

Das Gesamtfazit dieses Bandes fällt aus meiner Sicht sehr gemischt aus. So sehr ich George R. R. Martins unterhaltsamen Stil und seine erzählerische Kraft schätze und seine Bücher allesamt wahrlich verschlungen habe, wohin die Reise führen soll, vermag ich nicht zu sagen und habe leider den Eindruck gewonnen, auch der Autor hat keinen wirklichen Plan, wie er seine Geschichte zu Ende führen will. Viele Charaktere tauchen nur noch kurz (Jamie, Cersei) oder gar nicht auf (Kleinfinger, Samwell Tarly, Bran Stark), dafür werden weiterhin neu Figuren eingeführt, deren Namen man sich kaum merken kann und der Anhang mit der Übersicht der im Spiel der Throne rivalisierenden Häuser und ihrer Vasallen wächst und wächst. Schade eigentlich, ich hatte von diesem Band etwas mehr erwartet, aber im Vergleich zu den wirklich sehr guten Bänden der Serie sind aus meiner Sicht mehr als drei Sterne für diesen nicht gerechtfertigt. Echte Fans sollten sich den Band aber trotzdem nicht entgehen lassen.
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