Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
70 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Und noch ne Rezension, 20. April 2007
Ein schon jetzt sehr interessanter Roman. Deswegen "schon jetzt", weil er ja noch nicht fertig ist. Ähnlich wie bei Harry Potter, nur noch um einiges langsamer, steht die Zahl der Einzelbände schon fest, nur bis sie mal erscheinen, vergehen viele Jahre. Im Moment haben wir 8 davon, und insgesamt 12 sollen es werden. Wobei der hiesige Verlag aus einem englischen Original immer zwei Bücher macht. Damit lässt sich mehr Geld einnehmen, was ich zwar nicht wirklich toll finde, aber ich werde deswegen keinen Stern abziehen, keine Sorge.
Zur Geschichte ist schon so viel gesagt worden, dass ich da nichts Neues beisteuern kann. Aber ich versuche es trotzdem.
Der Winter steht bevor. In dieser Welt dauern Sommer und Winter immer mehrere Jahre, insofern ist es ganz gut, wenn man beginnt, sich ein paar Vorräte anzulegen. Allerdings hat das Land erst mal andere Probleme.
Es beginnt auf einer Lokalfürsten-Burg, wo Eddard Stark an den Königshof berufen wird, um dort wichtige Aufgaben zu übernehmen. Also geht er mit seiner Familie in die Hauptstadt und gerät in eine Intrige, die dem König und noch vielen anderen das Leben kostet. Die Familie Stark wird in alle Winde verstreut, und jedes Mitglied muss sich auf seine eigene Weise durchbeissen.
Es folgt ein erbitterter Krieg, denn viele Leute fühlen sich berufen, die Nachfolge des Königs anzutreten. Imitten dieses Kuddelmuddels wird leider übersehen, dass sich im ewigen Schnee des Nordens eine Armee, bestehend aus blauäugigen Untoten formiert.
Und dann ist da noch die Geschichte von Daenerys, einer Exil-Prinzessin, deren Vater mal der König war, bis er wegen Wahnsinns abgesetzt wurde. Daenerys wird auf einem anderen Kontinent von ihrem Bruder, der ebenso wie Daddy nicht mehr alle Latten im Zaun hat, an einen Dschingis-Khan-Verschnitt (Khal Drogo) verkauft, damit dieser ihm helfen möge, den Thron seines Vaters zurückzuerobern. Als Hochzeitsgeschenk gibt es drei Dracheneier. Doch bis man herausfindet, wie daraus Drachen schlüpfen, muss so einiges passieren.
Fantasy also. Die Handlung geht mit Magie allerdings so extrem sparsam um, dass man bisweilen den Eindruck hat, einen historischen Mittelalter-Roman zu lesen. Aber warum auch nicht? Historische Romane und Fantasy bedienen immerhin sehr ähnliche Leserwünsche.
Und so beginnt die Geschichte nicht mit Orks und Trollen oder irgendwelchen Energiekugelverschiessenden bösen Mächten, sondern mit Intrigen am Königshof, familiären Tragödien und einer sehr detaillierten Beschreibung der Fantasy-Welt, die einen an England im 12. oder 13. Jahrhundert erinnert. G.R.R. Martin hat sich, was Namen, Orte und Konstellationen angeht, sehr eng an die englischen Rosenkriege angelehnt. So dürfte er bei der Familie Stark das Haus York und bei Lannister Lancaster im Kopf gehabt haben. Es gibt übrigens sehr viele Figuren, Namen, Verwandschaftsbeziehungen, was manche Leser überfordern mag. Die Betonung liegt aber auf MANCHE. Ich zum Beispiel bin mit so etwas eigentlich recht schnell überfordert und muss oft zurückblättern, weil ich nicht mehr weiss, wer wer ist - nicht aber in diesen Büchern. Ich habe kein einziges Mal den Überblick verloren.
Was macht die Faszination dieses Werkes aus? Was hebt es aus der Masse der Fantasy-Romane heraus? Man ist versucht, zu sagen, es sei die Brutalität. Es wird gemordet, verstümmelt und vergewaltigt was das Zeug hält. Sind es die unerwarteten Wendungen? Immer, wenn man denkt, es wird gleich dies und jenes passieren, kommt es völlig anders. Meist katastrophal anders.
Nun, ich denke mal, das Besondere an diesem Zyklus sind die detaillierten und sehr realistisch wirkenden Charaktere, von denen jeder seine guten Gründe hat, zu tun, was er tut. Platte Bösewichte, die die Welt beherrschen wollen, sucht man vergeblich - gottseidank - ebenso wie unfehlbare Helden in nie verschmutzenden Rüstungen. Die Menschen sind Menschen. Sie sind verletzlich, haben Gefühle, Charakterstärken und -schwächen, es gibt Humor ... und sie versagen oft im alles entscheidenden Moment. Wie im wirklichen Leben.
Gelegentlich blitzen auch mal Humor und Lebensmut auf, und da hat der Autor mit der Figur des Tyrion eine Glanzleistung hingelegt. Geboren als zwergwüchsiger Quasimodo, trotz seiner herausragenden Intelligenz verachtet vom eigenen Vater und stets im Schatten seines schönen aber sinistren Bruders, ist er dennoch ein lebensbejahender warmherziger Mensch mit Sinn für weltliche Freuden und einem herrlichen Sarkasmus, der ihn einem sofort ans Herz wachsen lässt.
Ebenfalls bemerkenswert ist für mich die Figur der Arya Stark, eines kleinen Mädchens, das in den Wirren des Krieges nach ihren Verwandten sucht und herumgestossen wird, sich aber dennoch in dieser Welt, die so gar nichts für kleine Mädchen ist, behaupten kann und sich zu einem nicht zu unterschätzenden gefährlichen kleinen Ding entwickelt.
Langer Rede kurzer Sinn: Das ist für mich die derzeitige Referenz für Fantasy. Grossartiger geht es kaum noch. Ein Geniestreich.
|
|
|
80 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zwei Worte: Richtig gut, 15. März 2006
Ich hatte ein wenig gezögert, mir diesen ersten Teil der Saga zu kaufen. Zum Glück habe ich es doch getan, denn ich habe es keine Sekunde bereut! Nach langem, verzweifeltem Suchen halte ich endlich wieder eine richtig fesselnde Fantasy-Reihe in einer mittelalterlichen Welt in den Händen!Warum ich zögerte? Nun, die Meinungen gehen ja doch sehr auseinander. Von den einen hochgelobt, wird es an anderer Stelle wieder ziemlich zerissen. Dazu lässt sich sagen, Martins Welt ist keine heile, mitnichten, aber so blutrünstig wie es manchmal heißt nun auch wieder nicht. Es sind halt raue Zeiten, die der Autor da beschreibt in einer Welt voller Intrigen und Ränke. Gewalt spielt eine Rolle, ja, aber auch nicht mehr oder weniger als in anderen Fantasyreihen und ich habe ehrlich gesagt schon weitaus Schlimmeres gelesen. Ja und die Sache mit dem Sex... da heißt es unter anderem in etwa (den ganz genauen Wortlaut weiß ich jetzt nicht mehr) "Nach Art des Pferdevolkes drehte er sie auf den Bauch". Detailliertere Beschreibungen eines Aktes wird man nicht finden und solche Szenen kommen eigentlich auch nicht sehr häufig vor. Von Pornographie ist "Das Lied von Eis und Feuer" also meilenweit entfernt. Das zu Beginn noch nicht allzu viele Fantasyelemente enthalten sind, störte mich eigentlich weniger. Außerdem ahnt man bald, mit welchen Wesen man es später wohl noch zu tun bekommt und das Warten macht es nur umso spannender! Es gibt viele Charaktere und genauso viele Handlungstränge. Im Fokus liegt dabei zunächst sicherlich die Familie Stark, die es im Laufe der Zeit in alle Winde verstreut. Da ist z.B. Eddard Stark, der zur Rechten Hand des Königs avanciert und mit ihm an den Hof reist. Seine Frau Catelyn, die zunächst auf Winterfell bleibt aber dann aus bestimmten Gründen (das an dieser Stelle zu erklären würde jetzt zu sehr ins Detail gehen) ihrem Mann folgt. Die Brüder Robb und Bran Stark, die alleine auf Winterfell bleiben und Starks Bastard Jon Snow, der auf die Mauer (die vor einer mysteriösen Gefahr abhalten soll, von der man aber erst im Laufe der Zeit erfährt) an der Grenze des Reiches "abgeschoben" wird, und, und, und... Natürlich wird schnell klar, dass die Lannisters - von Natur aus keine Freunde der Starks und durch die Königin (einer Lannister) in ziemlich mächtiger Position - auch bald eine größere Rolle spielen. Allen voran der Charakter des zwergwüchsige Tyrion, dessen einzige Verteidigung gegen die Verachtung die er zeitlebens erfahren musste sein Zynismus, seine große Klappe und das helle Köpfchen sind. Und dann sind da noch Daenerys und ihr Bruder, letzte Überlebende der einstigen dahingemordeten Königsfamilie, die sich - der eine mehr, die andere weniger freiwillig - einem wandernden Reitervolk angeschlossen haben. Natürlich mit dem Ziel, die einstige Heimat und den Thron zurückzuerobern. Sie alle Leben ihr eigenes Leben weiter mit ihren Problemen an den Schauplätzen ihrer Standorte, und es ist wirklich faszinierend, die Geschichte aus so vielen Blickwinkeln zu erfahren, dank Martins hervorragender Erzählweise, immer aus der Sicht des jeweiligen Protagonisten dem das Kapitel gerade gewidmet ist. So sieht man die Welt einmal mit den Augen eines erwachsenen Mannes, dann wieder mit denen eines Kindes. Zunächst gebildete Meinungen geraten dabei schnell ins Wanken, wenn man die Sichtweise des "Feindes" erfährt und diese einem plötzlich so verständlich erscheint. Wieder andere, die man nach außen hin erstmal zu den "Guten" zählte, zeigen sich in ihrem Wesen dermaßen borniert und kleinkariert, dass sie bald sämtliche Pluspunkte verspielt haben. Das hat natürlich schon zur Folge, dass je nachdem welchen Charakteren man seine Symphatien schenkt, im ersten Augenblick schon mal Längen entstehen können bis man wieder an ein Kapitel mit diesen Protagonisten gelangt. Aber jedesmal wenn ich dann dachte: "Och schon wieder der..." hat mich die Erzählung trotzdem ein ums andere Mal gefesselt, auch wenn ich mit dem speziellen Charakter nicht so viel anfangen konnte. Die Story ist einfach zu vielschichtig und fesselnd, die Charaktere zu tiefgründig, die Aufklärung mancher Geheimnisse zu interessant, um sich auch nur etwas davon entgehen zu lassen!
|
|
|
35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Stellt alles in den Schatten - absoluter Süchtigmacher!, 25. Februar 2001
Von Ein Kunde
George R.R. Martin spricht sich so langsam rum... Ich war anfangs sehr skeptisch gewesen,da fantasytypische Elemente fehlen oder nur angedeutet werden und ich ja eigentlich Fantasyleser bin und mir einen Fantasyroman ohne Magie schwer vorstellen kann. Schließlich haben die ausnahmslos begeisterten Kritiken mich doch dazu gebracht,die Bücher zu lesen und ich kann sagen,daß das wirklich mit das beste ist,was es an moderner Fantasy im moment gibt. Besondere Betonung liegt auf <<modern>>,da Martin einen ganz eigenen Weg geht und mit dem klassischen Tolkien-Schema nichts mehr am Hut hat. Martins Inspirationen finden sich schnell: 1.das Rosenkrieg-Thema 2.wie er auch in einem Interview gesagt hat,war Tad Williams Osten Ard Zyklus eine wichtige Inspiration,obwohl Martin einen ganz anderen Stil (weniger poetisch,dafür spannender) als Williams hat (Josua und Elyas aus der Osten Ard Saga haben auch einen "Gastauftritt"). Ebenfalls ist Das Lied von Eis und Feuer durch Robert Jordans "Rad der Zeit" beeinflußt - das merkt man an einigen Elementen (Brans Wolfsträume - Perrin?!) und an der Komplexibilität des Werkes,den vielen Perspektiven. Allerdings sind Martins Charaktere wesentlich sympathischer und besser herausgearbeitet. Es gibt keine Figuren,die entweder nur böse oder nur gut sind,selbst für die Charaktere auf der "bösen" Seite (zB. die Lannisters) kann man sich begeistern. Bestes Beispiel ist Tyrion Lannister,die wohl genialste Figur überhaupt. Die Atmosphäre ist hervorragend und teilweise düster - man weiß das irgendwas Böses im Norden lauert,während sich die adligen Familien intrigieren und bekriegen und jeder der (vielen) Haupthelden sein Schicksal zu meistern hat. Mit der Zeit bekommt auch die Magie eine wichtigere Rolle,auch wenn sie eher nur angedeutet wird (lieber zu wenig als zuviel). Einzigster Kritikpunkt dieser überragenden Reihe sind die teilweise wirklich derben Sex- und Gewaltszenen - hier hat Martin etwas übertrieben. Trotzdem,wenn die Saga in dieser Qualität weitergeht,kann man wohl vom besten posttolkienschen Fantasywerk sprechen. Spätestens nach dem zweiten Band ist man süchtig und lechzt förmlich nach mehr. Ich hoffe,daß die nächsten Bände bald erscheinen!
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|