Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Warteschleife, 18. März 2007
Ich habe lange überlegt, ob ich drei oder vier Sterne vergebe, eigentlich sind es so 3,5.
Verglichen mit den vorherigen Bänden, passiert hier tatsächlich nicht allzuviel. Das macht es insgesamt weniger spannend, andererseits verleiht es dem Ganzen auch etwas Tiefe und Hintergrund.
Was mir grosse Sorgen bereitet, ist, dass Martin immer noch mehr Figuren ins Spiel bringt und immer neue Handlungsstränge strickt. Es ist mir ein Rätsel, wie er irgendwann dies alles wieder am Ende logisch zusammenführen will. Er wäre vielleicht besser beraten gewesen, sich auf die bisherigen Figuren und Schaupätze zu konzentrieren. Ich habe die Befürchtung, dass er sich verzettelt und das Ende der Story irgendwann ziemlich platt und enttäuschend ausfällt.
Dies wird vielleicht auch dadurch unterstrichen, dass Martin sich mit dem fünften Originalband "A dance with dragons" sehr schwer tut. Er schreibt wohl schon ca. 5 Jahre daran und nach neuesten Meldungen wird es auch in diesem Jahr wieder nichts mit der Veröffentlichung.
Übrigens, wer es noch nicht weiss, es sind derzeit von Martin sieben Originalbände geplant, macht also vierzehn Blanvalet-Ausgaben.
Nur, wenn sich dies weiter so hinzieht, wann werden wir dann endlich den letzten Band in den Händen halten ? In zehn Jahren ?
Martin ist auch schon 60 Jahre alt; können wir nur hoffen, dass er gesund bleibt und das Lied von Eis und Feuer keine unvollendetes Werk wird.
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69 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Anders, aber trotzdem großartig, 11. Februar 2006
Lange hat George R.R. Martin gebraucht, um den vierten (oder im deutschen: siebenten) Band seiner Saga zu schreiben. Grund dafür war eine Neuplanung des Plots. Doch was lange währt, wird endlich gut und so ist er nun (fast) hier, der vierte (siebte) Band des Eis-und-Feuer-Liedes. Der Bürgerkrieg in Westeros ist vorbei und auch Danearys Feldzüge durch die Freien Städte haben ein Ende gefunden. Die Bevölkerung von Westeros hungert, ist traumatisiert und feindselig. Jeder Fremde ist eine Bedrohung. Keine gute Zeit für Brienne von Tarth, sich auf die Suche nach Sansa zu begeben. Ihr Auftraggeber, Jaime Lannister, hingegen muß sich im sicheren King's Landing mit seiner Schwester Cersei herumärgern, oder, wie sie es sieht, sie sich mit ihm. Tommen, der kindliche König, sitzt unschuldig in einem Wirbelsturm aus Intrigen zwischen Lannistern und Tyrells, in denen er mit Katzenwelpen bestochen wird. Sansa muß sich derweil vor den Lannisters verstecken. Doch Lord Petyrs Absichten mit seinem jungen Schützling sind ebenfalls nicht eben koscher. Arya hingegen hat es zu den Faceless Men in die Freien Städte verschlagen, wo sie hofft, die Fähigkeiten für ihre Rache erwerben zu können. Doch die Faceless Men morden nicht aus persönlichen Gründen. Samwell hingegen verschlägt es auf eine abenteuerliche Reise von der Mauer bis nach Oldtown, wo er Maester werden soll. Und in Dorne steht ein Ritter der Königsgarde davor, seine kleine Prinzessin zu verraten...Viele Fans waren nach dem Erscheinen des vierten Bandes enttäuscht. Zu wenig Action, zu langwierige, zu psychologische Handlungsstränge. Ich verstehe das Argument, kann mich jedoch nicht anschließen. Der Krieg ist nunmal vorbei, auch wenn der Blutzoll von den kleinen Leuten weiter entrichtet wird. Dieser Band zeigt die ganze desolate Stimmung im Land, er beschäftig sich mit den Menschen, vertieft Charakterbildung, gibt Einblicke. Und wirft düstere Schatten voraus... Negativ zu bemerken ist jedoch, da dieser Band im Prinzip nur ein halbes Buch ist. Es konzentriert sich einzig und allein auf die Geschehnisse südlich des Neck. Jon, Tyrion, Danaerys - keiner von ihnen findet mehr Erwähnung als in einem Nebensatz. Nur Danearys bekommt ganz am Ende ein Kapitel, daß allerdings schon vor Jahren im Internet zu lesen war. Mehr von diesen Personen erfahren wir erst im nächsten Band, "A Dance with Dragons". Der Grund dafür liegt in der Fülle der Seiten. Hätte man die beiden Bücher in eines gefaßt, hätte man einen Türstopper von der Größe einer Bibel mit hauchdünnen Seiten. Doch ein Buch von Martin kann, wenn man die allgemeine Bücherqualität in Betracht zieht, nie weniger als 5 Sterne erreichen. Schon gar nicht, wenn es auf der Nummer 1 der amerikanischen Bestseller-Listen landen. Also bleibt nichts weiter, als mit den Zähnen zu knirschen und sich auf den nächsten Band zu freuen. Und den übernächsten, in dem dann die Personen dieses Bandes erneut auftauchen und ihre Geschichten weitererzählen dürfen. Bis dahin muß das Herzhämmern notgedrungen gezähmt werden. Viel Spaß beim Eintauen in eine fremde und doch so vertraute Welt.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wendepunkt eines Meisterwerkes?, 24. April 2007
Man kann sich natürlich die Frage stellen, was es bringt, eine Rezension zu einem 7. Band einer Fantasyreihe zu schreiben. Jeder, der sich für dieses Buch interessiert, hat bereits tausende von Seiten hinter sich gebracht und wird sich auch Teil 7 nicht entgehen lassen.
In diesem besonderen Fall kann sich die Sache aber als interessant erweisen, da die Richtung, die Martins "Lied von Eis und Feuer" zuletzt genommen hat, nicht unumstritten ist. Ich lese dieses Meisterwerk seit seinem Erscheinen 1996 und bin, wie viele andere auch, der Meinung, dass "A Feast for Crows" der bisher schwächste Band der Serie ist. Dafür gibt es aber auch ein paar Gründe, die man sich vergegenwärtigen sollte, bevor man sich seine Meinung bildet.
1. Wurde das englische Original "A Feast for Crows" im Deutschen wie immer in zwei Bücher geteilt. Das heißt, wir haben hier nur ein halbes Buch vor uns. Klar, dass so etwas den Spannungsbogen zerstört und den Eindruck erwecken kann, dass sich die Geschichte nicht vom Fleck bewegt. Es ist unfair, "A Feast for Crows" und Martin nach diesem Buch zu beurteilen. Der Autor kann nichts für die Veröffentlichungspolitik des deutschen Verlages und seine Arbeit wird durch diese auch nicht geschmälert.
2. Tauchen im 4. Teil der Saga (Teil 7 und 8 hier in Deutschland) einige wichtige und beliebte Figuren nicht auf. Dany, Tyrion, Jon... die mischen erst im nächsten Band wieder mit. Auch hierfür hat Martin gute Gründe, die mit der Veröffentlichungspolitik seiner Verleger im Zusammenhang stehen.
Nichtsdestoweniger bin auch ich vom aktuellen Band etwas enttäuscht. Die Story erscheint mir gestreckt, was nach der langen Wartezeit und der fantastischen Qualität des Vorgängerbandes doppelt schmerzt. Es stellt sich unweigerlich die Frage, ob es wirklich nötig und der Geschichte zuträglich ist, die Ereignisse in und um Westeros in solch genauem Detail zu beschreiben. Klar spielen sich in Dorn wichtige Ereignisse ab, aber muss man die wirklich aus nächster Nähe beobachten? Das "Lied von Eis und Feuer" hat bewiesen, wie spannend es sein kann, wenn der Leser von solchen Dingen nur durch Gerüchte, Erinnerungen oder Ähnlichem erfährt.
Martins Verfahrensweise hat zur Folge, dass uns nun viele Charaktere präsentiert werden, die nur für wenige Kapitel auftauchen und nicht um ihrer selbst willen existieren, sondern dafür, dem Leser die Ereignisse zu zeigen. Es ist ein weiterer Beweis für Martins Können, dass er selbst diese Charaktere mit einer glaubwürdigen Persönlichkeit und einem interessanten Hintergrund ausstatten kann. Dennoch sind sie nicht mit den ursprünglichen Protagonisten zu vergleichen, Wiederholungen und Abnutzungserscheinungen stellen sich ein.
Ein weiterer Knackpunkt sind die Kapitel von Brienne. Dadurch, dass wir kaum Neues über ihren Charakter erfahren, wirken ihre langen Reisen durch das vom Krieg verwüstete Mittelreich (als ob wir von dem nicht schon genug gesehen haben) streckenweise eintönig.
Zu den Höhepuntken gehören dagegen die Kaptiel von Cersei, die uns mit vielen neuen Informationen über ihr eigentliches Wesen und ihre Vergangenheit versorgen. Das alles ist spannend geschrieben und ergänzt sich wie Puzzlesteine mit dem, was wir bisher nur durch die Augen anderer Personen gesehen haben. Cersei hat einen extremer Charakter, der dennoch glaubwürdig und konsistent ist.
Gut gelungen sind auch die Geschichten vom sich weiterhin im Wandel befindlichen Jaime.
Insgesamt ist "A Feast for Crows" ein sehr gutes Buch, das mit spannenden Geschichten und tollen, dreidimensionalen Chrakteren glänzt. Dennoch fällt es gegen die zuvor erschienenen Bände ab. Martins Versessenheit, möglichst viele Geschehnisse abzudecken, schadet seinem Werk. Die problematische Entstehungsgeschichte der neuesten Bände (auch mit "A Dance with Dragons" läuft nicht alles, wie geplant) spricht ebenfalls dafür, dass er sich mit seiner Erzählweise selbst in Bedrängnis bringt.
Bleibt nur zu hoffen, dass er sich wieder fängt und diese großartige Serie zurück auf den rechten Weg hieft. Es wäre einfach zu schade.
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