...wenn das Licht der Wahrheit auf sie fällt. Für Maria(Jessica Schwarz) scheint dieses Licht in Buenos Aires. Als sie bei einem Zwischenstopp auf dem Flughafen ein spanisches Kinderlied hört, brechen urplötzlich die Dämme der Erinnerung in ihr auf. Maria kennt dieses Lied, aber sie versteht kein Wort spanisch. Sie bleibt in der Stadt. Kurze Zeit später stellt sie fest, dass ihr Pass gestohlen wurde. Als sie ihren Vater Anton(Michael Gwisdek) anruft und ihm alles mitteilt, hält der sich seltsam bedeckt. Am nächsten Tag macht er sich auf die Reise nach Buenos Aires.
Maria hat in der Zwischenzeit den Polizisten Alejandro(Rafael Ferro) kennen gelernt. Sie fühlt sich seltsam heimisch in der argentinischen Metropole und weiß nicht warum. Als sie überrascht feststellt, dass Anton ihr gefolgt ist, muss Maria erfahren, was sie mit Buenos Aires verbindet. Der gesamte Aufbau ihres bisherigen Lebens bricht zu einem Trümmerhaufen zusammen...
-Das Lied in mir- ist einerseits ein bewegender, tiefgreifender Film, der vor allem vom Schauspiel von Jessica Schwarz und Michael Gwisdek lebt. Andererseits ist der Film auch von der Sorte "Deutscher Festivalfilm, ernst, leicht depressiv angelegt, inhaltsschwer und spaßfrei." Okay, bei dem Thema kann man keine Komödie auf die Leinwand zimmern, aber ein wenig mehr Lockerheit hätte dem Film ganz sicher gut getan. Fast völlig ohne Musik, karg, sachlich, kühl, real und bedrückend künden die Bilder, die Regisseur Florian Micoud Cossen auf die Leinwand gezaubert hat, hier und da regelrecht vom Stillstand der Zeit. Als gegenpolige Pluspunkte habe ich die wirklich gute Story und die starke Kamera in Cossens Film empfunden.
Wenn sie also auf handfeste Dramen in tiefem Wasser mit guten Schauspielern stehen, dann ist -Das Lied in mir- ganz genau ihr Film. Sollten sie dem harten Schicksal des Lebens lieber mit einem Augenzwinkern entgegentreten, dann dürfte der Film ihnen vielleicht ein wenig schwer im Magen liegen. Doch sie wissen ja: Entscheiden sie selbst...