Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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88 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wow, was für ein Buch!, 12. Mai 2009
Wow, was für ein Buch! DAS LIED DER DUNKELHEIT gehört zu den besten High Fantasyromanen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Glaubwürdige Charaktere, mit denen man so richtig mitfiebern kann, originelles Setting, tolle Handlung, spannende Actionszenen und tiefer gehende Themen lassen nichts zu wünschen übrig.
Tagsüber gehen die Menschen ihrer Arbeit nach, kümmern sich um ihre Familie, feiern und leben ihr Leben wie es sein sollte. Nachtsüber verbarrikadieren sie sich hinter ihren Mauern und Schutzzeichen. Denn des Nachts kommen die Dämonen aus der Erde und wer sich außerhalb der magischen Runenzeichen befindet, stirbt eines grässlichen Todes. Feuerdämonen, Felsdämonen, Holz- und Luftdämonen - es gibt so viele von ihnen und die Menschen werden immer weniger.
Arlen sieht wie seine Mutter von Dämonen zerfleischt wird, während sein Vater vor Furcht bebend hinter den Runenzeichen kauert*. Als sein Vater nur wenige Tage darauf eine neue Braut findet, hält Arlen es nicht mehr zu Hause aus. Er bricht auf um nach Menschen zu suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben haben und gegen die Dämonen kämpfen.
Als ich DAS LIED DER DUNKELHEIT gelesen habe, habe ich die Welt um mich herum vergessen. Nur mit Widerwillen bin ich den notwendigsten Aufgaben nachgegangen (Sandwiches sind eine tolle Erfindung, man kann lesen während man sie isst ;-)
Wahrscheinlich hat mir der Roman so gut gefallen, weil er mich auf verschiedenen Ebenen berührt hat und mir keine (gröberen) Schwächen aufgefallen sind.
Grundsätzlich sind Dämonen, die Menschen angreifen, nichts Neues. Aber Bretts Magiesystem, basierend auf magischen Runen und die Tatsache, dass die Menschheit dem Aussterben nah ist, ohne dass es irgendjemand bewusst wäre, machen für ein spannendes Setting.
Bretts Stil ist flüssig, anschaulich und sehr funktional. Er weiß genau, wo er das Messer ansetzen muss, um unnötige Szenen zu eliminieren. So spannt die Handlung einen Zeitraum von ca. 20 Jahren, von denen nur das Wichtigste und Interessanteste gezeigt wird. Das ist herrlich erfrischend, denn gerade High Fantasy neigt zu unnötigen Ausschweifungen.
Es gibt 3 Hauptcharaktere, von denen Arlen ganz klar der bedeutendste ist. Man begegnet ihm zum ersten Mal mit 11 Jahren, als die Erkenntnis, dass Furcht die Menschen lähmt, sein Leben auf den Kopf stellt. Sein Durst nach Vergeltung und seine Weigerung sich zum prophezeiten Erlöser hochstilisieren zu lassen, sind die Eckpfeiler der Handlung. Überhaupt sind Furcht, ihre verschiedenen Formen und wie Menschen damit umgehen zentrale Themen des Buches. Selbst Arlen ist nicht davor gefeit.
Ein weiterer Hauptcharakter ist die junge Dorfschönheit Leesha, die sich gegen die Ehe und für das Heilen entscheidet. Mit dieser Figur geht Brett ein großes Risiko ein - viele Autoren sind daran gescheitert und haben fade, eindimensionale Gutmenschen produziert. Nicht so Brett. Irgendwie schafft er aus Leesha einen faszinierenden Charakter zu machen und die Schwierigkeiten des Dorflebens ebenso packend darzustellen wie Hofintrigen oder den Kampf gegen die Dämonen.
Der dritte Hauptcharakter ist ein junger Musiker, der viele Schicksalsschläge einstecken musste. Arlen, Leesha und Rojer begegnen sich erst gegen Ende des Buches, nahe dem Höhepunkt. Ihr Zusammentreffen und was sich daraus entwickelt wird entscheidend für das weitere Geschick der Welt.
Von mir bekommt DAS LIED DER DUNKELHEIT nicht nur 5 Sterne, sondern auch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle High Fantasyfans. Ich kann es kaum erwarten endlich Das Flüstern der Nacht zu lesen.
* Situation vereinfacht dagestellt
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
spannende Geschichte, schön geschrieben, mitreißende Helden - was will man mehr, 16. September 2009
Ich kann diesen Roman wirklich nur empfehlen! Für alle die Fantasy lieben, für alle die auf Figurencharaktersierung Wert legen und einen gelungenen Spannungsbogen zu schätzen wissen, für die ist dieser Roman geschrieben worden.
Das einzige, was wir fürchten müssen, ist die Furcht selbst, schrieb einst Franklin D. Roosevelt und auf genau diesem Grundsatz scheint der Roman von Peter V. Brett zu basieren. Die Geschichte spielt in einer fernen Zukunft, in der das industrielle Zeitalter nur mehr eine Notiz in Geschichtsbüchern ist, in einer Zeit, in der die Magie in die Welt zurrückgekehrt ist. Wir finden feudale Herrschaftsverhältnisse vor, wobei kein Kaiser/König ein Land regiert sondern Fürsten über die Freien Städte regieren. Die Menschen in diesem Roman leben in ständiger Angst vor der Nacht und den in ihr lauernden Dämonen, die Nacht für Nacht aus der Erde aufsteigen und die Lebenden jagen. Sie verstecken sich hinter magischen Schutzsiegeln in ihren Häusern und fühlen sich in den von Siegeln geschützten Dörfern und Städten, sicher und geschützt vor der Nacht. Aber sie haben vergessen, dass Schutzmauern nicht nur nach außen wirken sondern auch nach innen. Und so ist es wenig verwunderlich, dass die magischen Schutzwälle eine Stadt in ein Gefägnis verwandeln können. Drei Kinder wollen die Mauern dieser Gefägnisse aufbrechen und den Menschen wieder zeigen, dass es möglich ist zu kämpfen, dass die Menschen ihre Welt zurückerobern können, dass sie die Nacht von den Dämonen befreien können: Arlen, der Junge der sein ganzes Leben seinen Vater dafür verachten wird, dass dieser nicht seiner Mutter geholfen hat, als diese von Dämonen zerfleischt wird. Leesha, die der scheinheiligen Dorfmoral entkommen will, und ihre Erfüllung als Heilerin findet, und Rojer, der Geschichtenerzähler, der mit der Kraft seiner Musik, die Dunkelheit in Schach halten kann. Die Geschichte wird aus diesen drei Perspektiven erzählt. Erst gegen Ende des Romans treffen die drei Hauptfiguren aufeinander.
The Painted Man ist ein Buch über Mut und Heldentum, über die unterschiedlichen Gefägnisse (emotionale, soziale, historische, gesellschaftliche, ...) und mutige Helden, die Ihnen strotzen. Die Handlung ist spannend aufgebaut und die Figuren überzeugend. Das Böse ist nicht ein bestimmter Mensch, oder ein anderes Land sondern die Dämonen und die Nacht im allgemeinen. Diese gilt es zu bekämpfen. Wobei wir mit Sicherheit noch vieles über die Dämonen in den nächsten Romanen erfahren werden. Die Messiasanalogie und die damit einhergehende selbst initiierte Verwandlung in the Painted Man erinnerte mich ein wenig an den Muad'Dib aus Dune.
Die Figuren sind wirklich wundervoll charakterisiert. Peter V. Brett hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben sie symphatisch, menschlich und heldenhaft zugleich erscheinen zu lassen. Und so sind Arlen, Leesha und Rojer denn auch alles andere als perfekt. Sie sind die perfekten Helden eben weil sie nicht ohne Fehler sind.
Ich kann kaum erwarten den zweiten Teil der Trilogie Desert Spear zu lesen.
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Pseudo-Fantasy mit Moralkeule, 29. Oktober 2009
Kinder-Rezension
Ich war auf der Suche nach einem guten Fantasy-Roman und angesichts der zahlreichen positiven bis begeisterten Rezensionen entschied ich mich für "Das Lied der Dunkelheit". Nun, nach 550 von knapp 800 Seiten habe ich aufgegeben. Nicht dass ich nicht davor schon diverse Male mit dem Gedanken gespielt hätte...
Zunächst einmal muss ich fairerweise sagen, dass die Geschichte mich schon halbwegs zu fesseln vermochte. Sie ist zwar nicht besonders stilvoll geschrieben, aber eine gewisse Spannung verspürt man. Dafür allein würde ich 3,5 Sterne vergeben, gerundet 4 Sterne.
Was allerdings von Anfang an stört sind die moralischen Botschaften, die brutal offensichtlich dem Leser untergejubelt werden. Ganz wichtig: Sex vor der Ehe ist böse! Und die Geschichte zeigt auch, dass Menschen, die dies beherzigen erfolgreich werden, während die bösen Flittchen herunterkommen, zu Huren oder frustrierten Tyranninen werden und darüber hinaus noch durch die Einnahme von Verhütungsmitteln unfruchtbar werden. Und der Autor wird nicht müde das immer und immer wieder zu betonen. Auch ansonsten sind die Charaktere derart klar in Gut und Böse aufgeteilt, ohne jegliche Schnittmengen, dass man den Eindruck nicht los wird, dass der Autor uns seine religiös-konservativen Ansichten regelrecht aufzwängen will. Dafür gibt es einen dicken Stern Abzug.
Den nächsten Stern ziehe ich dafür ab, dass der Autor sich nicht besonders viel Mühe gegeben hat seine Welt abweichend von der unseren zu gestalten. Gäbe es die Dämonen nicht, handelte es einfach nur um einen Mittelalter-Roman. So ist die Gesellschaft klar monotheistisch geprägt. Gott wird hier "der Schöpfer" genannt, die Priester heissen "Fürsorger", den Namen für die Kirchen hab ich vergessen. Auch gibt es eine Art kirchliche Hierarchie, die stark an die christliche erinnert. Unnötig zu erwähnen, dass dieses Glaubenssystem die oben genannten Moralvorstellungen vertritt. Ich persönlich bin ja der Ansicht, dass Fantasy und Monotheismus generell nicht zusammenpassen, aber mal eben das Christentum zu spiegeln ist schon sehr billig. Im Laufe des Romans besucht einer der Hauptprotagonisten dann eine Wüstenstadt. Und nun ratet mal: Dort tragen die Männer Turbane, die Frauen sind völlig verschleiert, die Männer dürfen mehrere Frauen heiraten, Frauen sind generell nichts wert und auf den Märkten werden Teppiche verkauft. An dieser Stelle konnte ich es nicht mehr ertragen und habe aufgegeben.
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