Das als historischer Roman bezeichnete Buch spielt in Nordamerika etwa Ende des 18. Jahrhunderts und erzählt von der Häuptlingstocher Büffelfrau, die bei ihrer Geburt schon als neue Schamanin erkannt wird, deren magischen Fähigkeiten bald zutage treten und die nach einer Jugend, in der sie kämpfen und jagen lernt, als junge Frau die Schamanenfunktion übernimmt. Sie versucht, auf eigene Faust die geraubten heiligen Pfeile der Cheyenne zurück zu gewinnnen und gerät dabei in große Gefahr.
Der Autor bekundet in einem Nachwort seine jahrelange Sympathie für die indianische Kultur und beruft sich auf zahlreiche Quellen und Reisen.
Er stellt Büffelfrau als Beispiel einer gelungenen Emanzipation dar.
Lebten die Chayenne früher von Ackerbau und Viehzucht,
hatten sie sich zu der Zeit, in dem die Handlung spielt schon ganz auf das Nomadentum eingestellt.
Das bedeutete, hinter Bisonherden herzuziehen, diese zu jagen und die erlegte Beute zu konservieren und zu verarbeiten, so dass Nahrung für die nächsten Monate vorhanden war.
Die restliche Zeit wurde getanzt, gefaulenzt, kopuliert und wenn man sich langweilte, wurden in Kriegszügen Skalps erbeutet. Das war sicher angenehmer als täglich Feld und Vieh zu versorgen.
Büffelfrau hatte die Mordlust geerbt und stand den Männern darin in nichts nach.
Wieso soll das eigentlich Emanzipation sein, wenn die Frauen sich wie Männer verhalten oder noch schlimmer sind??
Die Zielgruppe dieses Romans sind Erwachsene.
Jeier hat daher seinen in seiner Sprache ansonsten simpel bis seicht gehaltenen Roman mit einigen Sexszenen aufgepeppt – oder es zumindest versucht.
Sein Vorbild diesbezüglich ist möglicherweise sein Bekannter Jory Sherman, der das bei seinen langweiligen Western auch immer machte, dessen Sexszenen dann allerdings dermaßen ins pornographische abglitten, dass ein Roman indiziert wurde.
Jeier hat seine Karierre mit Groschenromanen begonnen, das lässt sich offensichtlich nicht einfach abschütteln.
Die Sätze triefen von Adjektiven, ein Klischee folgt dem anderen. Die Handlung ist vorhersehbar.
Es hat mir keinen Spaß gemacht, dies Buch zu lesen, obwohl ich gerne über Geschichte lese, verpackt in einen Roman. Davon gibt es gute Beispiele, die z.B. Tilman Röhrig oder Peter Härtling, aber auch Walter Jens geliefert haben.