Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit vor Entsetzen geweiteten Augen stolpern ein paar alte Männer durch die ausgebrannte Ruine des Palastes. In einem Gemach weit oben unter dem Dach stoßen sie auf die verkohlten Leichen des Fürstenpaars. Daneben liegen ein totes Kind und ein toter Hund. Erschrocken sehen sie, wie sich unter der Asche im großen Kamin etwas bewegt und ein kleiner Junge hervorkommt. In aller Eile schmuggeln sie ihn aus der Stadt und verstecken ihn auf Luly, der weit im Norden gelegenen Insel der Barden.
Die Barden nennen den kleinen Jungen "Rook", der Rabe, denn seine Augen sind schwarz wie Kohle. Im Laufe der Jahre lernt er alle Instrumente, deren er habhaft werden kann, nur an die Harfe wagt er sich nicht, denn ihr scheint eine geheimnisvolle Magie innezuwohnen, die ihm Angst macht. Auf einer Reise in die Hinterlande weissagt ihm eine alte Frau nicht seine Zukunft, sondern seine Vergangenheit, und bald nach seiner Rückkehr nach Luly verlässt er die Insel, um jene Stadt zu suchen, in der sich sein Schicksal entscheiden wird.
Mit ihrer "Erdzauber"-Trilogie hatte sich Patricia A. McKillip vor über zwanzig Jahren in die Herzen von Millionen von Lesern und Leserinnen geschrieben. Für ihren Roman Winterrose wurde sie mit dem renommierten World Fantasy Award ausgezeichnet. Ihr neuester Roman, Das Lied des Basilisken, ist das Werk einer Autorin auf der Höhe ihrer Schaffenskraft: Mit großer sprachlicher Eleganz komponiert McKillip eine Erzählung, die uns die Figuren immer wieder ganz nahe bringt, um im nächsten Augenblick aus der Distanz ein Intrigenspiel zu schildern, das fesselnder nicht sein könnte. Insbesondere die Verbindung zwischen Musik und Magie scheinen einer anderen Wirklichkeit abgelauscht, zu der nur die Autorin Zugang hat.
Dem Übersetzer Hans J. Schütz verdanken wir eine deutsche Fassung von Song for the Basilisk, die dem Original so nahe kommt wie nur irgend möglich. Dem Verlag Klett-Cotta verdanken wir den Nachweis, dass Fantasy-Bücher weder kitschig noch bombastisch aussehen müssen. Höchstwertung in diesem Fall, und zwar ohne Einschränkung. --Felix Darwin
Kurzbeschreibung
Eine magische Legende aus anderen Zeiten
Rook hat den Überfall des bösen Fürsten überlebt - und nimmt Rache für den Tod seiner Eltern.Schwarzer Rauch steht über dem zerstörten Schloss. Die Leibgarde liegt hingemetzelt vor der Tür zum Großen Saal. Ein Anblick der Verwüstung. Da regt sich etwas in der Asche des geborstenen Kamins - ein Kind. Die Männer, die es finden, nehmen es in ihre Obhut. Sie nennen es Rook, den Raben, wegen seiner ungewöhnlichen schwarzen Augen.
Jahre später lernt Rook auf der Bardeninsel Luly die Magie der Musik: Eine bestimmte Tonfolge gespielt auf einer bestimmten Flöte lässt das Getreide wachsen, eine andere vermag Wunden zu heilen. Und eine unscheinbare Knochenflöte bringt, wenn sie gespielt wird, den Tod.
Man hatte Rook davor gewarnt, jemals seinen wahren Namen zu nennen. Doch da er alle Erinnerung an den Überfall verloren hat, bei dem seine Familie ausgelöscht und sein Besitz zerstört wurden, misst er dem keine Bedeutung bei. Bis auf der Insel sonderbare Dinge geschehen. Und dann erinnert er sich: Er sieht wieder, wie die Schlächter des Basilisken den Palast seines Vaters überfallen, wie sie Feuer legen und die Schätze plündern. Sein Entschluss steht fest: er wird den machtgeilen, heuchlerischen Fürsten mit dem Basilisken im Wappen töten, er wird seine Eltern rächen, er wird die stumme Flöte ihr Todeslied singen lassen.
Heimlich verlässt er die Insel, nicht ahnend, dass er verfolgt wird.Patricia A. McKillip, geboren 1948 in Salem, Oregon, begann noch während ihres Studiums zu schreiben. Es sind nicht nur Fantasy-Romane, die ihren Erfolg begründet haben: Sie beherrscht ebenso das Genre Science fiction. Sie hat angesehene Fantasy-Preise gewonnen, den World Fantasy Award, den Mythopoeic Award und war Finalistin des Hugo Award. Sie lebt in einem kleinen Ort in den Catskills, New York.