Wie groß muss Liebe sein, wenn die Sehnsucht einem Menschen nahe zu sein, zum Verzehr dieses einläd?
Slavenka Draculic lehrt uns, dass tiefe Emotion und der Hunger nach ewigem Besitz, nicht immer von Verlustänsgsten begleitet wird. Manchmal scheint es für komplizierte Beziehungsfragen doch so naheliegende Lösungen zu geben, die lediglich ein wenig Vorbereitungen benötigen.
Den Kannibalismus als höhere Bewusstseinsebene,um diese zu erlangen man wirklich aufrichtig lieben muss, zeigt Drakulic, auf eine sehr nüchterne Art, die den Leser erschauern lässt.
Der Gedanke seinen Partner "gänzlich in sich aufzunehmen", scheint der Protagonistin zunächst selbst noch morbid, doch schon bald freundet sie sich genau mit diesem an. Sie suggeriert dem Leser auf eine kühl-sachliche Art, dass die wahre Liebe ihren Tribut fordert, als sei es das selbstverständlichste der Welt.
Lassen Sie sich ein, auf diese obskure Geschichte und begleiten Sie die Hauptfigur auf leisen Sohlen. Nie war ein Wohnungsputz wie die Autorin ihn beschreibt spannender, nie gründlicher, denn mit jedem beseitigten Blutfleck, ist die ersehnte geistige Katharsis greifbarer.
Glauben Sie nicht, dass es ein entspanntes Lesevergnügen wird, und halten Sie zum Schluß einen Eimer bereit. Viel Vergnügen...., ach, und Bon Appetit!