Es kommt gar nicht so selten vor, dass Naturwissenschaftler plötzlich vor einem ungelösten Problem stehen, das sie in die Knie zwingt. Wenn sie ganz viel Pech haben, stellen diese scheinbar unlösbaren Rätsel auch noch gigantische Theoriegebäude in Frage, die in mühsamer Kleinarbeit Stein für Stein errichtet worden waren. So hat beispielsweise die Erkenntnis, dass sich die Expansion des Universums beschleunigt, die Stringtheorie arg ins Straucheln gebracht. Doch sind solche neuen Erkenntnisse, die vermeintlich grundlegende Theorien in ihren Grundfesten erschüttern, eine maßgebliche Quelle der Inspiration, die zu einem Paradigmenwechsel beitragen kann. Wir haben u.a. die Relativitätstheorie, die Plattentektonik und die Quantentheorie scheinbar unlösbaren Problemen zu verdanken.
Michael Brooks, promovierter Quantenphysiker und leitender Redakteur beim "New Scientist" hat in diesem Buch 13 Rätsel aus der Naturwissenschaft zusammengetragen, die den Rahmen sprengen und der Wissenschaft damit bedeutende Impulse geben können.
Brooks geht hier Fragen aus den unterschiedlichsten Bereichen nach: Wo stecken 96% unseres Universums? Was ist dunkle Materie? Warum verändern sich eigentlich unveränderliche Konstanten, wie z.B. die Lichtgeschwindigkeit? Wie lässt sich Sexualität erklären? Haben wir einen freien Willen? Und was steckt eigentlich hinter dem Placebo-Effekt?
Diesen und vielen weiteren Fragen geht Brooks in diesem Buch nach. Er zieht zahlreiche fundamentale Erkenntnisse der Naturwissenschaft heran, die vormals auch als unmöglich galten und beweist damit, dass es ja doch klappen kann! Man kann scheinbar unüberwindliche Mauern vielleicht nicht niederreißen, aber möglicherweise ein neues Gebäude daraus zusammenbasteln.
Brooks schreibt verständlich und humorvoll. Oft lässt er Anekdoten in seine Ausführungen einfließen. Solche amüsanten Einzelheiten bleiben ja bekanntlich am ehesten hängen.
In einigen Artikeln (u.a. dem zur Homöopathie) argumentiert er in meinen Augen allerdings etwas zu fahrig. Man gewinnt ein bisschen den Eindruck, als würde er bereits nachvollziehbare Erkenntnisse bewusst abwerten, damit sie ihm besser in den Kram passen.
Alles in allem ist das Buch jedoch eine lehrreiche und durchaus auch amüsante Lektüre.