| |||||||||||||||
![]() Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Das Licht brennt ein Loch in den Tag gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 0,25 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.
Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern. |
Produktinformation
|
Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten(Was ist das?)Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
|
Genazino bietet mit diesem Buch 115 Einblicke in die Welt. Kurze Wahrheiten, im Schnitt eine Seite, von mir gekauft zum zwischendurch lesen, habe ich es doch in einem durch verschlungen. Besonders gut gefallen hat mir die vierundneunzig. Es ist ein Brief an Werner, dem wohl aufgefallen ist, dass nicht alle Erinnerungen zueinander passen: «Im Grunde habe ich mich nur von der Idee getrennt, daß eine in allen Punkten wahrheitsgetreue Erinnerung ethischer und nützlicher ist, als eine umgebaute.»
Ein tolles Buch, dass man bestimmt öfter mal zur Hand nimmt. Eine deutliche Kaufempfehlung.
Ach ja:, die Überschrift. Der Titel des Buches und der Titel meiner Rezension sind Redensarten, deren Bedeutung dem Erzähler nie ganz klar geworden sind. «Vermutlich ist er ein Trost dafür, daß es noch nie einen schönen Tag gab. Oder soll er aussprechen, daß jeder Tag ein schöner Tag ist? Oder gar: Es gibt keine schönen Tage, aber es ist immer gut, auf einen zu warten? Es kam vor, daß Mutter auf den Spruch des Vaters ihrerseits mit einem Spruch antwortete. Der unvergeßlichste lautet: Das Licht brennt ein Loch in den Tag. Auch von diesem Satz weiß ich nicht, was er meint.»
.
Dies verdankt der 1943 in Mannheim geborene Autor einer Besprechung seines Romans „Ein Regenschirm für diesen Tag" durch das „Literarische Quartett" am 17. August 2001. Deutschlands Großkritiker Marcel Reich-Ranicki, er hatte bis dahin von Wilhelm Genazino noch kein Buch in Händen gehalten, lobte den Roman euphorisch. Plötzlich wurde aus Genazinos „kleiner Randanerkennung" so etwas wie Bekanntheit. Es folgten hymnische Besprechungen in allen Feuilletons. „Ein Zufall", wie Wilhelm Genazino heute meint. Er weiß natürlich, dass es auch ganz anders laufen kann. „Der Erfolg ist genauso schillernd und unglaubwürdig wie das Vergessenwerden", wie es der „unbändige Komödiant mit der barmherzigen Seele" (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung) formuliert hat.
Das Vergessenwerden oder vielmehr der Kampf gegen das eigene Vergessen steht auch im Mittelpunkt des 1996 erschienenen Romans „Das Licht brennt ein Loch in den Tag". Damit zeigt die Handlung auffällige Parallelen zu Genazinos „Die Obdachlosigkeit der Fische". Im Zentrum dieses 1994 publizierten Buchs steht die Erinnerung einer alternden Lehrerin an eine fatal gescheitere Jugendliebe. Die Frau bewahrt ihre Liebesschmerzen in ihrem Gedächtnis auf, um dem greifbaren Verschwinden des eigenen Lebens entgegen zu wirken.
Auch Herr W. in „Das Licht brennt ein Loch in den Tag" lebt in ständiger Furcht, eines Tages ohne eigene Erinnerung existieren zu müssen. Hinzu kommt das Gefühl, das Leben verschwendet zu haben. Der Ich-Erzähler verfällt auf die Idee, seine Erlebnisse in Briefe an seine Freunde zu verteilen. Im Falle des Verlusts seiner eigenen Erinnerungen könnte er so auf andere Gedächtnisse zurückgreifen. W. hält das Gesehene und Erlebte detailrecht fest. Das Schreiben wird für den Ich-Erzähler immer mehr zu einer Kunst des Erinnerns.
Wilhelm Genazino versucht mit seinen Büchern die „Gesamtwürdigkeiten des Lebens" aufzulösen. Mitunter gelingt es dem Autor sogar, seine Leser über das Unverstehen einer Welt, deren Lauf wir nur schwerlich fassen können, hinwegzutrösten. Mehr darf man von einem Autor nicht erwarten.
Nach der Lektüre von „Das Licht brennt ein Loch in den Tag" bleibt jedoch ein etwas schaler Eindruck zurück. Trotz einem durchaus inspirierenden Ansatz fällt das Buch nach nur wenigen Seiten der Beliebigkeit anheim. Die allerweltsmüden Prosaminiaturen wollen sich nicht zu einem schlüssigen Ganzen zusammenfügen. Das ist für einen Meisterautor im Range eines Wilhelm Genazino ungewöhnlich. Der Autor war bei diesem Roman nicht in Bestform. Ich fürchte: ein Buch, dass nicht lange bleiben wird.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|