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Das Lexikon der verschwundenen Dinge
 
 

Das Lexikon der verschwundenen Dinge [Kindle Edition]

Volker Wieprecht , Robert Skuppin
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Literaturtest.de

Interview mit Robert Skuppin und Volker Wieprecht

Robert Skuppin und Volker Wieprecht

Fotonachweis: © Jenny SieboldtRobert Skuppin und Volker Wieprecht

Duschhaube, Bonanza, Herrenhandtasche, Klosteine, Popper oder Telefonzelle: Seit den 80er-Jahren wurden wir zahlreicher Dinge unserer Alltagskultur beraubt. Die beiden Kultmoderatoren des Berliner Senders RadioEins, Volker Wieprecht und Robert Skuppin, haben sich die Mühe gemacht, diese verschwundenen Dinge zu dokumentieren. Hier verraten sie, welcher Verlust am meisten schmerzte und warum bei aller Liebe zum Retro-Style schwarze Leggings verboten werden müssten.

Frage: Vom R4 über Duschhauben bis zu Heiratsschwindlern widmen Sie sich Phänomenen, die aus unserem Alltag verschwunden sind. Welcher Verlust war besonders schmerzreich?

Volker Wieprecht: Hart ficht uns der Verlust des Klickklacks an, ein Kinderspielzeug, mit dem man sich Anfang der 70er die Handgelenke zertrümmern konnte. Zwei Vollplastikkugeln an einer Schnur sollten erst über, dann unter der Hand klickklackartig zusammenschlagen. Wenn das schief ging, weil man beim Ziehen der Schnur aus dem Rhythmus kam, tat das höllisch weh. Manchmal mussten wir 2, 3 Tage Pause machen, um weiterüben zu können. Denn das Ziel, der absolute Traum war: einfach cool zehn Minuten die Kugeln klackern lassen. Das ist uns bis heute nicht gelungen.

Robert Skuppin: Richtig schmerzlich und tränenreich war der Verlust des Stoffdackels, der 1971 auf der Autobahnraststätte liegen blieb. 1991 war ich mal wieder da, aber der Dackel, die treulose Tomate, muss mit jemand anderem mitgegangen sein.

Frage: 1985 war die Welt noch in Ordnung und bestand im Wesentlichen aus Poppern, Nähmaschinen, Herrenhandtaschen oder lauwarmem Filterkaffee. War es am Ende eine bessere Welt?

Robert Skuppin: Nein, früher war nicht alles besser, es war nur früher! Also es gab manche Dinge noch nicht, dafür andere schon nicht mehr, und wieder andere gab es noch, die heute aber verschwunden oder fast verschwunden sind.

Volker Wieprecht: Die einzige und, wie Leibniz sagen würde, beste aller möglichen Welten ist immer alternativlos. Bewertungen wie „Damals war es besser oder schlechter!“ weisen mehr auf einen Mangel in der Gegenwart hin, als dass sie eine Aussage über die vergangene Zeit träfen. Wir haben immer nur in einer Zeit gelebt, der jeweils gegebenen. Aber nicht immer haben wir das Beste aus heutiger Sicht daraus gemacht.

Frage: Was qualifizierte die Dinge im Lexikon für einen Eintrag? Folgte die Auswahl gar subjektiven Kriterien?

Robert Skuppin: Aber hallo! Ist nicht alles, was Menschen machen, subjektiv? Wir haben lange, teilweise sehr lange mit vielen Menschen gesprochen. Es wurde spät, und irgendwann war klar, wir hatten eine Liste. Sie war nicht vollständig, sie konnte es gar nicht sein, aber wir merkten, schon die Liste machte uns Freude!

Frage: Der erste Eintrag betrifft die „Aufmerksamkeit“, die, gemessen an alten Bildungsidealen, kaum noch existent sei. Überfordert die Länge der Lexikonartikel mit bis zu sechs Druckseiten nicht schon die „Generation Doof“?

Volker Wieprecht: Ja. Aber wir fanden die Frage auch schon ganz schön lang …

Frage: Das „Konzept Retro“ steht für das Wiederauferstehen von, Gott sei Dank, verschwundenen Phänomenen. Folgt „Retro“ irgendeiner Gesetzmäßigkeit? Warum ausgerechnet musste z. B. die alte Tante Leggings wiederbelebt werden?

Robert Skuppin: Ja, es gibt da eine Gesetzmäßigkeit. Aus der Chaostheorie wissen wir, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings in China Tornados in den USA auslösen kann. Genauso ist es bei Retro! Irgendeine Oma hat irgendwelche Klamotten nicht weggeworfen, die findet dann irgendein Enkel, probiert sie an – und schon ein Jahr später hat die Hose weltweit wieder Schlag!

Frage: Was macht das Lexikon für diejenigen interessant, die die 80er nicht bewusst erlebt haben?

Robert Skuppin: Sie lernen, dass die Welt, in der sie nun leben, nicht vollständig ist; viele Dinge sind verschwunden, und die finden sie sonst nirgends aufgeführt. Die Geschichtsbücher verschweigen, dass die Schreibmaschine fast verschwunden ist.

Frage: Eine Prognose: Was wird im Jahr 2020 im Lexikon der verschwundenen Dinge zu finden sein?

Robert Skuppin: Nun erstmal gehen wir davon aus, dass alles, was bisher schon verschwunden ist, auch 2020 weiterhin weg ist und damit Bestandteil des Lexikons bleibt. Ganz aktuell könnte es sein, das wir 2020 Feinrippunterwäsche von Schiesser, Modeleisenbahnen von Märklin und PKW der Marke Opel als verschwunden melden müssen....

Volker Wieprecht: ... CD-Player verschwinden auch. Hoffentlich auch diese schwarzen Leggings, die aussehen wie aufgesprühtes, zerknittertes Latex.

Die Fragen stellte Henrik Flor, Literaturtest.

Kurzbeschreibung

Die Welt entgleitet uns, wir werden ihrer nicht mehr Herr. Liebgewonnene Objekte, vertraute Phänomene, unverzichtbare Bestandteile unseres Lebens verschwinden einfach. Eben noch da, sind sie plötzlich weg. Und zum Zigarettenautomaten können sie nicht sein. Denn die sind ja auch verschwunden ...Volker Wieprecht und Robert Skuppin sind nicht bereit, den Verlust, den wir tagein, tagaus erleiden, kommentarlos hinzunehmen. Deshalb will dieses Buch entlarven, offenlegen, es möchte schreien, am liebsten sehr, sehr laut: Wo seid ihr, all ihr Monocassettenrecorder und Schreibmaschinen? Wo sind sie, die Käseigel, die Ado-Gardinen mit Goldrand, die Stopfpilze? Was ist aus der guten alten Schrankwand geworden? Von Aufmerksamkeit, Ehre, Heldentum und Klopapierrollen auf der Hutablage im Wagen – womöglich ein Käfer? – ganz zu schweigen. Ob Flugticket oder Postfilialen, ob Einkaufsnetz, Trockenshampoo, Makramee oder Missionarsstellung, ob Partykeller oder Paternoster – perdu und passé.Auf ebenso unterhaltsame wie kluge Weise versammeln Volker Wieprecht und Robert Skuppin Dinge, die bereits verschwunden sind oder zu verschwinden drohen: Nie wurde Nostalgie charmanter präsentiert, und nie wurde sie derart intelligent und witzig dargestellt.

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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bye bye Blitzwürfel 20. Juni 2009
Von Biene Maya 2013 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Wo sind nur die Glücksmomente unserer Kindheit hin? Das glückliche Händchen am Kaugummiautomaten und später die liebevoll zusammengestellten Mixtapes, Brieffreundschaften und weihnachtliche Familienfotos (mit Blitzwürfel) unterm geschmückten Baum. Wenn man nicht daran erinnert würde, hätte man das alles glatt vergessen'

Aber Moment mal, gibt es nicht schon stapelweise 70er-, 80er- und 90er-Nostalgieliteratur mit Sammelsuriumcharakter? Meine Befürchtung, auf den 67. Abklatsch von Generation Golf zu stoßen, hat sich zum Glück nicht bestätigt, denn hier schreiben Wieprecht und Skuppin, ein teuflisch redegewandtes Duo, das sich Eloquenz schon aus rein beruflichen Gründen auf die Fahnen schreiben kann. Die beiden 'besten Radiomoderatoren Deutschlands' (Jörg Thadeusz) haben die hier beschriebenen Untergänge persönlich miterlebt. Mal schmerzhaft (z.B. Compact Cassette, Slime und Autos wie Ente, Käfer und R 4), mal weniger schmerzhaft (Lebertran, Filterkaffee, Nichtschwimmerbadehose etc.)

Hier kann man wunderbar in Erinnerungen schwelgen. Ach ja, da gab es doch mal diese irre kurze Sendung mit dem Hütchenspieler auf RTL PLUS, die ich als Kind so lustig fand, Pronto Salvatore. Telefonzellen gibt es auch nicht mehr (zumindest verdienen sie nicht mehr diese Bezeichnung) und was ist eigentlich aus Muttis Stopfpilz und aus Omas Einkaufsnetz geworden? Heiratsschwindler sind auch nicht mehr was sie waren und Telegramme werden unsere Kinder sicherlich auch nicht mehr bekommen. Seufz'
Doch lange kann man nicht traurig sein, weil die Autoren dafür viel zu witzig schreiben. Einige Dinge kannte ich (Jahrgang 1980) nicht, weil sie schon weg waren, bevor ich da war. Das Pillhuhn hab ich nie gesehen.
Man trifft auch auf eher DDR-spezifische Angelegenheiten, wie z.B. Samisdat und die Jungen Pioniere.

Das Buch ist in vielerlei Hinsicht lehrreich. Zunächst auf rein sachlicher Ebene (was ging ab, als die Nähmaschine erfunden wurde?), aber auch auf persönlicher. So erfuhr ich beispielsweise von einer Freundin, wie großartig Trockenshampoo wäre. Nie hätte ich gedacht, dass irgendjemand aus meinem Bekanntenkreis so etwas Verrücktes kennen könnte!

Das Lexikon der verschwundenen Dinge ist eine unterhaltsame Mischung aus herrlich unnützem Wissen und seufzerischer Nostalgie. Als Bonus gibt es übrigens den witzigsten Witz weltweit (es kommen Jäger darin vor).

Man kann sich einen schönen Spaß daraus machen, das Lexikon zu ergänzen: Dosen (Cola, Bier etc.), Tante-Emma-Läden, "Spuckis" (Antifa-Anleck-Aufkleber an Ampeln), Jeansjacken mit Aufnähern et cetera...
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer das kongeniale Duo Wieprecht/Skuppin bereits aus dem Radio kennt, der dürfte nicht überrascht sein: frech, witzig und scharfzüngig ebenso wie klug und charmant reisen die beiden durch die Vergangenheit und bewahren so epochale Wesen wie das Pillhuhn vor dem endgültigen Aussterben. Und wer erinnert sich nicht gerne an Bonanza, Slime, Karin Sommer und Monika Sundermann?

Ein Buch randvoll mit kurzweiligen wie informativen Nachrufen auf Dinge, die die Welt einmal brauchte (Telegramme, Schreibmaschine) - oder auch nicht (Popper, Herrenhandtasche).

Für alle Nostalgiker und solche die es noch werden wollen das ideale Geschenk!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer kennt nicht die legendären YPS-Hefte? Unvergessen sind die Ente und der R4 auf unseren Strassen oder das Original vom Käfer. Auf amüsante und kurzweilige Weise werden Dinge aus unserer schon fast vergessenen Vergangenheit noch einmal ins Gedächtnis zurückgerufen. Man kann sich während der Lektüre sehr gut an einzelne Erlebnisse erinnern und sieht die Kindheitsbilder direkt vor Augen. Kennt Ihr das Gefühl vor diesen rote Automaten an den Hauswänden zu stehen, 20 Pfennig reinzuwerfen und nicht zu wissen, was kommt raus? Ja, die Automaten gibt es noch vereinzelt, aber ohne Inhalt.
Jene, die sich an diesen Erlebnissen aus der Kind- oder Jugendzeit (Mofa)erfreuen möchten, sollten sich dieses Buch kaufen. Es ist ein must-have für Kinder der 60er und 70er Jahre.

Das war : S P I T Z E (Quelle: dallidalli).
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Jemand hat diese Dinge...
...eingebuddelt und sie haben sie wieder ausgebuddelt! Das Einkaufsnetz:o)...total vergessen, eben im Gehirn verbuddelt. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Tagen von Lena veröffentlicht
Kurzweilig, wenn auch mit Ungenauigkeiten
Ich habe das Buch im Büro stehen und schaue immer mal wieder rein. Ich bin Jahrgang 1965, also so ungefähr wie die Autoren. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Markus Reichert veröffentlicht
außergewöhnlich
dieses Buch ist so außergewöhnlich, weil es für wirklich jeden etwas gibt, was Erinnerungen weckt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. März 2010 von D. S., M. Renneke
Ohne Bilder...
Schade, schade! Dieses äußerst kurzweilige Buch wäre eins meiner absoluten persönlichen Bestseller geworden, wären da nicht die (schmerzlich vermissten)... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Februar 2010 von A. Kahl
informativ
es ist schon erstaunlich, was man so alles vergessen hat ....aber es fällt einem dann doch gleich wieder ein, auf.
Veröffentlicht am 21. August 2009 von Radis-chen
Das Lexikon der verschwundenen Dinge
Sehr unterhaltsam und humorreich geschriebene Erinnerung an Sachen, die in der Jugend und frühem Erwachsenenalter der 60er und 70er Generation wichtig gewesenen Dinge und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. August 2009 von Lothar Schwarzer
Interessantes Lexikon der Dinge, die mal angesagt waren.
Das Buch muß man zwar nicht unbedingt haben, aber es ist witzig geschrieben und versetzt einen ein wenig in frühere Zeiten zurück, in denen Dinge den Zeitgeist der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Juli 2009 von Raoul Dieckmann
Kult!
Die Autoren sind meine Lieblingsmoderatoren im Radio, und auch dieses Buch zeugt von Scharfsinn, guter Beobachtung und feinsinnigem Humor - für mich eine Entdeckung. :-)
Veröffentlicht am 14. Juni 2009 von H. Reimann
Lesespaß
Das "Lexikon der verschwundenen Dinge" ist ein kurzweiliges, sehr angenehmes Lesevergnügen. Auch wenn ich mir mehr Bilder gewünscht hätte (sind praktisch nicht... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Juni 2009 von Michael Kohn
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