„Der Mensch als einziges Tier, das weiß, dass es sterben wird, habe die Sehnsucht, über den eigenen Tod hinaus zu schauen", wird der Zukunftsforscher Matthias Horx zitiert. Auch ihm ist in diesem Überblick über die Vielzahl divinatorischer Methoden, prominenter Zunftvertreter, mythologischer Protagonisten und sonstig Bedeutsamem zur Kunst der Weissagung ein lexikalischer Kurzartikel gewidmet.
Die Texte sind wohl recherchiert, liefern Anleitungen zu den gängigsten Orakelmethoden, erlauben sich aber durchaus auch einmal ein Augenzwinkern, wenn exotische Praktiken wie das Hühnerorakel (Alektryomantie) zur Sprache kommen: Dabei werden den Hühnern codierte Getreidekörner vorgeworfen und aus ihrem Fressverhalten darf geschlossen werden...
Warum auch nicht? „Sind die Beteiligten gut auf ihre Gefühlsebene abgestimmt und haben sie falsche Vorstellungen loslassen können, vermag vom Prinzip her jedes noch so simple Orakel eine brauchbare Antwort zu liefern." Dieser kosmisch-naturgesetzlichen Ausgangsbasis verdankt der Band seinen grundlegenden Respekt, der in Kombination mit der erwähnten humorvollen Skepsis eine überaus informative, gelungene und zum Schmökern einladende Kombination ergibt.