Was bei diesem Lexikon zunächst auffällt, ist die Schlagseite zum Thema "Kinofilme/Medien allgemein" - nicht weiter verwunderlich bei einem Medienwissenschaftler als Autor. In welchem Kinofilm wurden Schwule erstmals vorurteilslos dargestellt? seit wann kann man im Kino oder Fernsehen über dies oder jenes offen reden? Gibt es dabei Unterschiede zwischen den USA und Europa? (Natürlich gibt's die;-) ....
Dann hangelt man sich aber rasch weiter über das Wirken der unsäglichen "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften" zu politischen Themen. Darf man Staatsterrorismus auch dann Staatsterrorismus nennen, wenn er von Israel ausgeht? Darf man so was als Nichtdeutscher sagen, als Deutscher aber nicht? Im Zuge der ausführlichen Erörterung der Möllemann-Friedman-Debatte wird klar, daß auch unsere sich aufgeklärt dünkende Zeit durchaus noch über Tabus verfügt: An die Stelle der abgelebten alten Tabus sind die neuen der "Politischen Korrektheit" getreten .... Ganz ohne Tabus und ihre Respektierung kann eine humane Gesellschaft vielleicht auch nicht funktionieren (siehe u. a. "Peter Singer", der Euthanasie-Befürworter - ein Tabu, das ich gewahrt wissen möchte), aber das Wissen um diese Tabus läßt uns aufgeklärt damit umgehen - also gewissermaßen "Gefahr benannt - Gefahr bekannt" :-). Ein Lexikon, das zum Schmökern und Weiterlesen ermuntert.