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5.0 von 5 Sternen
Biographien, die süchtig machen, 3. November 2001
Rezension bezieht sich auf: Das Lexikon der Idole (Taschenbuch)
Ich schwärme selten für ein Buch. Aber hier muss es mal sein: Die 100 Biographien sind so großartig geschrieben, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann: Unterhaltsam, witzig, informiert und dabei immer wieder überraschende Informationen vermittelnd. Mindestens zweimal während jedes Textlesens habe ich mir gesagt: Ist ja interessant, das muss ich mir merken. Das Besondere an den jeweils etwa vier Seiten langen Biographien (über Idole wie Marilyn Monroe, James Dean, John Lennon, Mahatma Gandhi, Buffalo Bill oder Charles Bukowski) ist die Einbindung tagesaktueller Entwicklungen und gleichzeitig eine gewisse Respektlosigkeit. Mutter Teresa, John F. Kennedy, Albert Einstein oder Karl May beispielsweise werden recht kritisch gewürdigt. Am besten finde ich allerdings die vielen kuriosen Informationen. Dass Maria Callas sich einen Bandwurm einpflanzen ließ und 28 Kilo abnahm wusste ich z.B. nicht - oder dass Marlene Dietrich sich die Weisheitszähne ziehen ließ, damit ihr Gesicht schlanker erschien. Wer gerne lacht, auf unterhaltsame Weise etwas lernt oder sich für die Geschichte und das Leben hinter dem Mythos interessiert, der ist mit diesem tollen Buch bestens bedient! Gefreut hat mich außerdem, dass die Autoren auch Udo Jürgens und Udo Lindenberg mit aufgenommen haben - sehr fachkundig vorgestellt!
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5.0 von 5 Sternen
Ja, man soll!, 26. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Lexikon der Idole (Taschenbuch)
Soll man sich wirklich ein Lexikon über Idole zulegen?
Soll man wirklich Geld für Dinge ausgeben, die man bereits zu wissen glaubt?
Soll man tatsächlich auf die Fakten vertrauen, die mehrere Autoren hier zusammengetragen haben?
Ja, man soll!
Ich war erst skeptisch, habe das Buch aber dann von a bis Z verschlungen. Auch Charakterbeschreibungen, die für mich auf den ersten Blick nicht interessant waren, hatte man so spannend beschrieben, dass ich sie durchgelesen habe!
Das wird Ihnen auch so gehen. Und man lernt tatsächlich etwas. Dieses Buch könnte eine gute Folge von einer BBC-Reportage abgeben.
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4.0 von 5 Sternen
Idole sind auch nur Menschen - aber was für welche!, 22. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Lexikon der Idole (Taschenbuch)
Warum in drei Teufels Namen soll man sich ein Buch über wichtige und/oder berühmte Personen der Zeitgeschichte zulegen - womöglich noch für teures Geld -, wo es doch in Zeiten von Wikipedia, IMDb, h2g2 oder allmusic möglich ist, sich alles Wissenswerte über einen auch nur ansatzweise relevanten Menschen mit ein paar Klicks umsonst aus dem Internet zu besorgen?
Nun, weil es ein liebevoll gestalteter Tributband ist, den man als Fan mindestens einer der insgesamt 100 vorgestellten Publikumslieblinge, Helden und Abgötter gern im Regal stehen hat. Dass die einzelnen Artikel informativ und interessant sind, darf man voraussetzen, und wer das tut, wird nicht enttäuscht. Die Biografien sind detailliert und exakt, wie es sich für ein seriöses Nachschlagewerk gehört. Freilich: Kein Lexikon ist vollständig. Wer es darauf anlegt, wird selbst in der Encyclopedia Galactica Lücken finden. Aber um eine penible Auflistung der Daten ging es den Verfassern auch gar nicht. Jedes Idol erhielt seine 4 bis 5 Seiten, und es gelang trotz eines verständlichen Ansinnens nach Straffung klarzumachen, warum dieser Jemand zu einem Symbol für ein ganzes Genre oder eine Zeit avancierte.
Geschrieben in einem reportagehaften Stil und mit leichtem Humor, gelingt die Balance zwischen journalistische Distanz und normalsterblicher Ehrfurcht. Um es deutlich zu sagen: Dieses Lexikon ist keine Hommage! Eine unangenehme Figur wie beispielsweise Adolf Hitler wird nicht verschwiegen. Ebenso wenig verzichtete man auf Fidel Castro oder Che Guevara, die auch nicht jedem in den Kram passen dürften. Aber da waren die Urheber dieses Lexikons anerkennenswerterweise konsequent.
Natürlich, der Knackpunkt dieses Buches ist die personelle Zusammenstellung. Wer ist drin, wer nicht?! Es ist anzunehmen, dass es über diese Frage bereits bei der redaktionellen Konzeptfindung beleidigte Gesichter gegeben hat. Viele werden stinkig sein, dass ausgerechnet ihr Favorit fehlt. Aber, das muss zugestanden werden, die Auswahl der Autoren ist bestechend schlüssig. Ein Weltstar, so wird im Vorwort richtigerweise klar gemacht, ist noch lange kein Idol. Clint Eastwood, Charles Bukowski, Niki Lauda, Ludwig II. von Bayern, Hugh Hefner oder Buffalo Bill - doch, ja, sie alle haben bei gewissenhafter Abwägung sowohl ihren Platz in der Geschichte als auch in diesem Buch verdient. Ihre Strahlkraft hinweg über die Zeiten ist unbestreitbar. Und auch bei Udo Lindenberg oder Steffi Graf mag man nicht meckern, immerhin ist es ein "deutsches" Buch. Ein US-amerikanischer oder französischer Autor hätte sicherlich eine weitgehend andere Auswahl getroffen, aber dass man einheimischen Berühmtheiten zu ihrem Recht verhelfen wollte, ist nachvollziehbar und akzeptabel.
Obwohl ... na ja, hm, dass David Bowie ausgespart wurde, Udo Jürgens hingegen nicht, das mag verstehen, wer will. Hrrmpf!!
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