Nate Burke war Polizist in Baltimore, als er bei einem Schusswechsel verwundet wurde und seinen Partner verlor, was ihn in eine schwere Krise stürzte. Das Angebot, Polizeichef im kleinen Ort Lunacy, Alaska, zu werden, wies ihm deshalb einen Weg zur Flucht. Jetzt nimmt er seinen Dienst im tiefsten Winter auf. Die Konfrontation mit der eisigen Landschaft, der rauen Witterung und den teils eigenwilligen Einwohnern böte Ablenkung genug. Wirklich auf andere Gedanken bringt Nate aber die Buschpilotin Meg Galloway. Als in einer Eishöhle eine Leiche entdeckt wird, stellt sich schnell heraus, dass es sich bei dem Toten um Megs Vater handelt. Er war Jahre zuvor von einem auf den anderen Tag verschwunden. Da es sich eindeutig um Mord handelt, bittet Meg Nate Ermittlungen anzustellen.
Obwohl die Aufklärung des Verbrechens ein wichtiger Bestandteil des Romans ist, spielt das Schicksal des Protagonisten doch die zentrale Rolle. Erwartungsvoll beobachtet der Leser, ob es Nate gelingt, sich allein aus seinem tiefen Loch zu hieven. Der innere Kampf, sich nicht vollends hängen zu lassen, sondern die Tage wieder aktiv in Angriff zu nehmen, wird eindrücklich geschildert. Mit Meg ist ihm eine selbstbewusste, emanzipierte Frau zur Seite gestellt. Der Kriminalfall wird aber nicht stiefmütterlich behandelt. Die Suche nach dem Täter, der seit Jahren unerkannt in der Gemeinde weilt, ist ebenso fesselnd wie der Rest der Erzählung. Besonders erwähnenswert ist der außergewöhnliche Schauplatz, das wildromantische Alaska. Eine exzellent erzählte Geschichte über einen Mann auf dem Weg zurück ins Leben und die Jagd nach einem eiskalten Killer. (TD)