Leben Sie wie Leonardo, werden Sie ein Universalgenie. Beginnen Sie links zu schreiben, zu jonglieren, zu zeichnen (Zeichenkurs nach Leonardo vorhanden), bewußt zu leben, dokumentarisch und autobiographisch zu arbeiten, zu genießen, ganzheitlich zu denken, alles zu erlernen, alles (das Leben inklusive) mit MindMapping (c) zu planen und vieles mehr und sterben Sie im Anschluß, wie der Künstler, unglücklich ob der vielen unvollendeten Werke. Leider wird das Buch weder Leonardo noch seinen Werken gerecht (besonders peinlich die Jonglieranleitung in der Illustration zu Luca Paciolis "de divina proportione"). Die Prinzipien des Leonardo herauszuarbeiten und zu versuchen, diese zu vermitteln ist ein sehr guter Ansatz. Durch die Anleitung zum Kopieren von Tätigkeiten und Vorgehensweisen wird dem Leser vorgegaukelt, daß auch er zum ewigen Genie taugt, wenn er nur genügend Energie und Zeit investiert. Das Scheitern ist unvermeidlich. Viele Beispiele aus Leonardos Leben sind unreflektiert übernommen oder überinterpretiert. Beispiele: Leonardo soll "30.000 menschliche Körper und unzählige Tierkadaver" seziert haben - selbst für einen professionellen Pathologen unmöglich; er wundert sich über Fossilienfunde in den Bergen - schon ist der erste Archäologe geboren. Die Liste läßt sich fortsetzten. Schade um das vergebene Potiential. Weniger absolut formuliert und weniger Superlative verwendet und das Buch käme seinem Anspruch näher. Eine Auseinandersetzung mit Leonardo und seinen Werken ist empfehlenswert, dieses Buch nicht.