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Das Lehrerhasser-Buch: Eine Mutter rechnet ab
 
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Das Lehrerhasser-Buch: Eine Mutter rechnet ab [Taschenbuch]

Lotte Kühn
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Dezember 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426778343
  • ISBN-13: 978-3426778340
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (392 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 173.797 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gerlinde Unverzagt
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jeder kennt sie: die Lehrerin, die sich in alles einmischt, kontrolliert und beobachtet. Ihre Kollegin, die zehn Wochen lang krank feiert, weil sie sich bei der Gartenarbeit überanstrengt hat. Den Lehrer, der so freundlich tut, aber keine Sekunde zögern wird, einen vor der ganzen Klasse vorzuführen. Und alle haben sie immer Recht, hören nicht zu und sitzen im Zweifelsfall sowieso am längeren Hebel. Lotte Kühn zeigt unsere Lehrer, wie sie wirklich sind: unprofessionell, faul, ohne jede Ahnung von Kindern, hilflos, überfordert und total gestresst.

Auszug aus Das Lehrerhasser-Buch Eine Mutter rechnet ab von Lotte Kühn. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Schule könnte so schön sein – mit guten Lehrern

Mir blieb damals in den ersten Grundschulwochen meines ersten Sohnes Johannes wie den anderen Müttern nur eines: den Lehrern zu vertrauen und darauf zu hoffen, dass dieses neue Lernen, von dem da soviel die Rede war und das mir durchaus intelligenter erschien als die Paukerei, die ich durchgemacht habe, bei den Kindern den Wissensdurst wecken würde, ohne den nichts Großes erreicht und nichts Bleibendes geschaffen wird. Lust am Verstehen wecken, anstatt zum Lernen zu zwingen – ja, das hätten wir gerne gehabt.
Meinetwegen im Projektunterricht, in Gruppenarbeit und nicht mehr frontal, ohne Noten, sondern mit verbalen Beurteilungen. Wie die Experten fürs Lernen das nun zu Wege bringen wollen, hätte ich getrost ihnen überlassen wollen. Ich war voller Hoffnung bei dem Gedanken, dass ich miterleben dürfte, wie mein Kind sich spielerisch den Zahlenraum bis hundert erobern und sich voller Schaffensfreude das Wunder des ganz eigenen schriftlichen Ausdrucks aneignen würde. Für diese Hoffnung gab es durchaus gute Gründe:
Schließlich hatte ich in den Jahren vor der Schule sehr wohl mitbekommen, wie stark Neugier und Lernvermögen den Menschen angeboren sind und die Wissbegier höherer Primaten, besonders ihrer Kinder, geradezu ein Wesensmerkmal ist. Menschenkinder sind da keine Ausnahme, wenn man von älteren Schulkindern einmal absieht. Bevor sie in die Schule kommen, stellen sie Fragen wie:
»Aber, Mama, wenn der Mond ganz trocken und steinig ist, warum leuchtet er dann?« Wenige Jahre später dann, der Erdkundelehrer hat gerade das Abfragen der uns umgebenden Planetennachbarn angeordnet, schnauben sie verächtlich und winken ab: Mir doch egal, wie die Dinger da oben heißen. Dass sie das Lernen lernen mögen – ein guter Plan, so schien mir, denn die Erfahrung, dass man auf einem Gebiet wirklich lernen kann, schien mir unendlich viel wichtiger als die Erfüllung der Normen, die dem Wasserkopf einer wirklichkeitsentwöhnten Schulbürokratie entsprungen sind.
Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass der Krieg zu gefährlich ist, als dass man ihn den Militärs überlassen könnte. Eine ähnliche Einsicht steht uns für die Schule noch bevor: Das Lernen ist zu wichtig, zu nahrhaft und als Prozess zu empfindlich und störanfällig, als dass man es nur der Schule und ihren beamteten Lehrern überlassen dürfte. Am liebsten würde ich mir meinen kleinen Jungen da vorne schnappen und weglaufen. Das ist natürlich ein sehr privater Gedanke – aber: Warum übernehme ich die Aufgabe, ihm Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen, nicht selbst? Dem Stoff der Grundschule darf man sich ja wohl noch intellektuell halbwegs gewachsen fühlen. Doch in Deutschland funktioniert die Schulpflicht ortsgebunden. Es kann einem von Geldstrafe bis Gefängnis ungefähr alles passieren, wenn man sich weigert, sein Kind in eine staatliche Schule zu schicken, weil man es vor Schaden bewahren will.
In Dänemark, Frankreich und Großbritannien gibt es anstelle der staatlich verordneten Schulpflicht nur eine Bildungs- oder Unterrichtspflicht. Dort darf Hausunterricht an die Stelle des Schulbesuchs treten. Aber jetzt ist es für einen Umzug sowieso zu spät.

Jedes zweite Schuljahr in dieser Grundschule beginnt mit der feierlichen, stets höflichen Beifall erntenden Aufführung der Drittklässler; die, als Einzelwesen entweder im Schuppen-Outfit oder als exotischer Vogel gewandet, allein in der afrikanischen Savanne zu einer Horde anderer Vögel stoßen und dann vom prachtvollen Einzelwesen zum unspektakulären Gruppenmitglied avancieren, sofern sie bereit sind, sich den herrschenden Regeln zu unterwerfen und etwas Eigenes, Einzigartiges von sich abzugeben. Diesbezügliche Unterweisung erhält der Paradiesvogel von einer alten Kröte, die aus dem Wasserloch heraus das muntere Treiben der Vögel beobachtet.
Viel kostümschneidernder Aufwand engagierter Mütter wird alljährlich aufgeboten, um den Newcomern schon mal atmosphärisch klarzumachen, wo es in den Pausen und der Zeit dazwischen langgeht. Bloß nicht auffallen, sondern unauffällig mitfliegen im Schwarm und höchstens ab und zu mal ein bisschen leuchten. Aber nie so, dass die anderen neidisch werden könnten.
Wenn ich nur ein bisschen mutiger wäre, würde ich vorschlagen, die Geschichte von Prokrustes, dem Prototypen aller Gleichmacher, im Grundschultheater zur Bühnenreife zu bringen. Prokrustes war zu den Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, ein alter Riese, der jeden Wanderer mit den schönsten Versprechungen in sein Haus lockte, um sich ihn dann zu schnappen und in sein Bett zu legen. Wer kurz
war, den streckte und dehnte er so lange, bis er passte. War einer zu lang, hackte er ein Stückchen ab, damit er das Bett genau ausfüllte.
Das ganze Schulsystem ist wie ein Prokrustesbett, in dem Kinder mit pseudopädagogischem Getue gleichgemacht werden. Das fängt schon mit der Bonbonfrage vor Klassenfahrten an. Da schreitet die Lehrerin mit der Miene eines Großinquisitors von Kind zu Kind und sammelt alle Süßigkeiten ein.
Kinder, die schon längst höchst verantwortlich mit ihrem Konsum von Zuckerzeug umgehen und sich ihre Schätze vernünftig einteilen können, verstehen die Welt nicht mehr –und fühlen sich zu Recht düpiert. Was die Lehrerin natürlich nicht kapiert und streng verordnet, dass alles eingesammelt wird und hinterher in genauer Dosierung von ihr als Belohnung verabreicht wird. Von kreativer Ungleichheit, dem einzigen Pfad zur Gerechtigkeit, hat sie noch nie etwas gehört. Oder: Da hat man sorgsam und geduldig ein System der Taschengeldzahlung etabliert, das die wöchentliche Auszahlungssumme um zwei Euro erhöht – unter der Bedingung, dass die Ausgaben für Hefte, Spitzer und Stifte davon bestritten werden. Ein schöner Weg, um Kinder frühzeitig zum verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Budget anzuleiten. Und dann besteht die Lehrerin darauf, persönlich die Hefte für alle zu kaufen, und kassiert dafür monatlich fünf Euro von den Eltern.
Schade eigentlich. Denn das Kind kauft fortan nur noch Zuckerzeug am Kiosk von seinem Geld. Jeder kriegt dasselbe, aber keiner kriegt, was er braucht. Weicht ein pfiffiges, quicklebendiges Kind vom statistischen Durchschnittswert ab, gilt es als auffällig und wird so lange mit pädagogischen Maßnahmen traktiert, bis es dem Durchschnittswert entspricht. Kinder, deren Éntwicklungsstand noch nicht den Normwert erreicht hat, werden in fürsorglicher Belagerung so lange gedehnt, bis sie mit Ach und Krach und achselzuckend an die Folgeschule weitergereicht werden, wo ihr weiterer Werdegang dann nicht mehr interessiert – jedenfalls nicht den, der bis dahin dafür verantwortlich war, was das Kind gelernt hat und was nicht. Aber auch wenn die Abweichung eines Kindes vom Normalen in Grenzen bleibt, wird ihm im Unterricht etwas aufgezwungen, das weder kindlichem Lernverhalten noch biologischen Lernvoraussetzungen entspricht.
Allein schon das blödsinnige Sammelsurium von Fächern, das im Fünfundvierzig-Minuten-Rhythmus auf die Kinder einprasselt und das rund dreizehn Jahre lang sechs Stunden täglich in geschlossenen Räumen stattfindet – fast überall fehlt die notwendige tägliche Schulstunde für Sport und Bewegung.
Warum es eigentlich kein Fördern für Sport gebe, hat mein Sohn einmal beim Zeugnisgespräch am Ende der zweiten Klasse seinen Sportlehrer gefragt. Eigentlich logisch, denn er hatte längst mitbekommen, dass alle Kinder, die irgend etwas nicht gut können, morgens in der nullten Stunde zum Förderunterricht gehen und da eine Extraportion Unterricht bekommen. »So wie Mustafa, damit der Deutsch lernt«, hatte er noch erläutert. Süffisant in meine Richtung grinsend, beugte sich Herr Stulle da ganz tief hinunter, um ihm tief und bedeutungsvoll in die Augen zu schauen. »Da musst du mal die Regierung fragen, warum sie den Lehrern kein Geld dafür gibt, dass sie mit euch Sport machen können«, mehr hat ihm dieser kindertümelnde Superpädagoge nicht antworten können. Jaja, die böse Regierung, die den armen Lehrern das Leben schwermacht, die ist für alles verantwortlich. Das jedenfalls erzählen sie schon in der Grundschule den Kindern zu jeder Gelegenheit. Ob die Kreide alle ist oder die Klassenfahrt ausfällt und die Fußball-AG gestrichen wird, weil der Lehrer das nicht mehr bezahlt bekommt – immer ist die böse Regierung schuld, die der Schule das Geld wegnimmt. Obwohl das höchstens die halbe Wahrheit ist, finden die Kinder die Regierung dann total gemein und sind sofort bereit, ihren Lehrern zuliebe etwas dagegen zu unternehmen. Eine Demo zum Beispiel, die dann ungefähr zweihundert Kinder zum Rathaus führt, wo sie auf Transparenten ihr Recht auf Bildung oder Religionsunterricht oder Nachmittagsbetreuung einfordern. Das vermeintlich hörbare Herzklopfen, mit dem die Schulleiterin zu Beginn ihrer Rede wirklich tief in die rhetorische Trickkiste gegriffen hat, ist von vorgestern. Seit Jahr und Tag hält sie denselben Vortrag. Außer mir merkt das wahrscheinlich kaum einer, weil die meisten nur ein Kind und deshalb auch nur einmal im Leben ersten Schultag haben – außer dem eigenen vor vielen, vielen Jahren. Sind es etwa Kinderherzen, die da so laut klopfen? Alle mal herhören: »Sie fragen sich jetzt ganz sicher«, strebt Frau Sonnenstich dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Rede entgegen, in den Augen ein bemüht verschmitztes Wohlwollen, das die Spannung noch ein klitzekleines bisschen steigern will, »ob Ihre Kinder sich hier wohl fühlen werden? Ob sie andere nette Kinder kennenlernen werden, ob sie Freunde finden werden? Ob ihnen das Lernen Spaß machen wird und sie sich an dieser Schule gut einleben werden? Ob die Lehrerin lieb sein wird? Ob sie hier wirklich Lesen, Schreiben und Rechnen lernen werden?«
Was wie ein weiteres rhetorisches Mätzchen klingt, das die Schulleiterin mit routiniertem Charme an diesem großen Tag vorträgt, ist in Wirklichkeit eine verdammt gute Frage, die ihre ganz ureigene Berechtigung allerdings erst nach und nach offenbart.


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Kundenrezensionen

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Dieses Buch kann wohl nur ertragen, wer sich auch nachmittags die Sendungen der IQ-fernen Sender RTL (/II), Sat1 und Pro7 anschaut - ach je, das sind ja scheinbar viele Menschen, sonst gäbe es diese Sendungen ja nicht.
Folglich gibt es wohl auch einfach eine Menge Leser, die, sobald sie die MÖglichkeit zum Hassen finden, ihrem niederen Bedürfnis nach Hass und Herabstufung anderer nachgeben. Praktisch: Lehrer hatte jeder, schlechte waren immer auch dabei- bingo, da kann man unreflektiert mit draufhauen und sagen "Jawoll, so isses".
Pauschale Lehrerschelte ist halt einfach, beurteilen kann vieles aber wohl nur, wer selber den Job des Lehrers gemacht hat. Ich kenne viele Lehrer und muss sagen, die meisten reißen sich ein Bein aus für ihre Schüler und bekommen trotzdem nur Gesellschaftsprügel... So lange sich das Bild in der GEsellschaft nicht wandelt, wird auch der Respekt vor Lehrern weiter schwinden, was letztlich auch guten Unterricht nicht mehr möglich macht (oder möchten Sie vor einer Klasse stehen, die IHnen "Null Bock - was willste Alter" nur so entgegenschleudert....) SChade, dass diese Buch in meinen Augen eher dazu beiträgt, dass Schule und Lehrer abgewertet werden.
Ich zitiere adressiert an die Autorin hier mal Dieter Nuhr:"Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fr... halten".
(Aber das wird auch die Autorin nicht interessieren, denn sie wird sich auch derlei so drehen, dass es in ihr Weltbild passt: Sie wollte bestimmt mit diesem Buch nur eine wichtige Diskussion über das Bildungssystem anstoßen etc etc.... *gähn*)
Wenn nicht eine der hier veröffentlichten Rezensionen eines Verlagskaufmannes so umfassend über die Entstehung eines solchen Buches aufgeklärt hätte (Danke dafür!), dann würde ich jetzt denken, dass es tatsächlich Autoren gibt, die derlei einseitigen und populistischen Schund des Inhalts wegen schreiben. So weiß ich wenigstens: Die Autorin tat es nur wegen des Geldes...
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133 von 157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich schreibe als Verlagskaufmann, um mal darüber aufzuklären, wie die Produktion und Vermarktung solcher Bücher in einem großen Verlag funktioniert. Das erklärt dann so manches über das Buch, was bisher nur nebulös wahrgenommen wird, wenn man so die Rezensionen liest. Es gibt einen einfachen Grund, weshalb das Buch sowohl inhaltlich so ist wie es ist und warum es auch stilistisch so ist. Das Buch wurde samt Titel, Inhalt und Vermarktungsstrategie vom Knaur-Verlag vorgegeben, es ist kein authentisches Autorenwerk. Der Titel musste vom Verlag vorgegeben werden, denn es gibt im Knaur-Verlag eine ganze Hass-Reihe. Der Autorenname ist wie so oft gefaked (was nicht weiter schlimm ist) und auch die Inhalte sind nach Vorgabe vom Verlag bzw. Lektor zusammengeschrieben, ohne die eigentlich unerlässliche Recherche, die jedem Sachbuch vorausgehen sollte. Das Buch musste von vorneherein einem bestimmten Hass-Stil entsprechen, es durfte gar kein Buch über die Wahrheit sein, es durfte gar nicht ausgewogen und ehrlich sein, sondern es sollte von vornherein laut Verlag einfach Hass schüren, einseitig überziehen, beleidigen und polemisieren, ebenso wie die bereits erschienenen Posthasserbücher, Telekomhasserbücher usw. Hat ein Verlag solch eine Buchreihe aufgelegt, muss diese Reihe eine bestimmte Anzahl von Titeln erreichen, damit sie von potentiellen Käufern überhaupt als Reihe wahrgenommen werden. Außerdem nutzt man den psychologischen Effekt, dass der normale Mensch ein Buch, dass in einer Reihe erscheint, meist als bedeutender einstuft. Wenn solch eine Buchreihe konzipiert wird, wird in der Regel schon von Anfang an definiert, welche Titel erscheinen sollen und in welchen Zeitabständen. Ob es zu den Titeln überhaupt passende und wahre Inhalte gibt, kann zu dem Zeitpunkt aber noch gar nicht ausgesagt werden, da ja noch niemand gründlich recherchiert hat und die Autoren oft erst im Nachhinein eingekauft werden (solche drittklassigen Autoren gibt es wie Sand am mehr, die händeringend nach einem Auftrag von irgendeinem Verlag suchen und alles schreiben, was der Verlag will). Daher ist es zwangsläufig so, dass die Inhalte dann so hingebogen werden, damit das Buch bzw. die Buchreihe weiterhin im beabsichtigten Stil vermarktet werden können. Die Zielgruppe solcher Bücher sind von den Verlagen auch genau definiert: man zielt nicht auf die Insider und Fachleute, sondern auf den in der speziellen Thematik ungebildeten und mit Vorurteilen belasteten Laien (hier primär die Eltern), der auf der Suche ist, seine Vorurteile bestätigt zu bekommen (auch das ist ein klassischer verkaufspsychologischer Effekt, der im Marketing benutzt wird). Insgesamt ist es also nur eine reine Vermarktungsmasche, eine Marketing-Aktion des Knaur-Verlages, der einfach irgendeine Autorin brauchte, um ein weiteres Buch seiner viertklassigen Hass-Reihe herauszugeben. Der Knaur-Verlag weiß selbst, dass sich ein erstklassiger Schriftsteller für solch eine Aktion nicht hergeben würde. Und der Knaur-Verlag weiß auch selbst, dass das Buch eigentlich schlecht ist, aber Hauptsache ist, es bringt die notwendige Rendite rein, weil sonst Köpfe im Verlag rollen (im Verlag müssen genauso Verkaufsziele erreicht werden wie bei Versicherungsvertretern und Bankkaufleuten). Jeder Verlag hat hunderte semiprofessionelle Autoren wie Gerlinde Unverzagt in der Kartei, alles Leute, die bisher gerade so von ihren Werken leben konnten und aufgrund knapper Kasse bereit sind, fast jede Schandtat mitzumachen. Die wenigsten Bücher auf dem deutschen Büchermarkt sind authentisch, es sind fast alles vom Verlag vorgegebene Vermarktungsmaschen. Ein Verlag hat heute nichts mehr zu verschenken, sondern will Geld verdienen. Wenn jemand seine ehrlichen Memoiren herausgeben will, dann soll er das selbst finanzieren; soll der Verlag das finanzieren und will der Autor ein Honorar haben, muss er dagegen schreiben, was der Verlag will, was der Verlag vermarkten kann, was gerade am Markt ankommt usw. Wahre Inhalte interessieren da nicht, die Rendite ist das Entscheidende, denn es gibt tausende Verlage, die um die Käufergunst und ums Überleben kämpfen. Man gebe sich daher bitte nicht der Illusion hin, hier habe eine authentische Autorin ein inhaltlich glaubwürdiges Buch geschrieben. Vielmehr hat eine Auftragsschreiberin das abgeliefert, was der Verlag verlangt hat. Dafür bekommt sie dann auch ihr Geld.

Dass die Autorin einige Inhalte des Buches gar nicht selbst vertritt, kann man mustergültig an ihren anderen bisher veröffentlichten Büchern erkennen. Eines davon wird mit folgendem Werbetext vermarktet: "Markenklamotten, Süßigkeiten bis zum Schlechtwerden, eigener Fernseher, Handy und PC, Urlaubsreisen in die fernsten Länder, Reit- und Flötenstunden: Jeder Wunsch wird erfüllt, und zwar sofort. Die Wohlstandskinder haben scheinbar alles. Doch sie können kaum mehr etwas genießen. Kinder brauchen aber mehr als Geld und anderes als Rundumversorgung." In diesem Buch schreibt Frau Unverzagt somit eher das Gegenteil von dem, was Sie im Lehrerhasserbuch schreibt. Sie weiß genau, dass es meist die Eltern sind, die versagen und völlig falsch erziehen. Dass sie sich dennoch hat hinreißen lassen, als Autorin für das vom Knaur-Verlag vorgegebene Lehrerhasser-Buch zu fungieren, kann man leicht mit den finanziellen Interessen erklären. Das Geld fällt nicht vom Himmel, da prostituiert man sich schnell. Das machen die meisten Autoren so. Selbst in der Wissenschaft geht der Trend immer mehr dahin, dass die Autoren (Univerisitätsprofessoren etc.) nicht mehr das publizieren dürfen, was sie wollen, sondern was der Verlag will. Letztlich sind dabei auch die Autoren die Opfer, die Täter sind die Verlage, der Letzttäter ist der Käufer, der mit seinem Kauf solche Machenschaften finanziert. Man kann davon ausgehen, dass Frau Unverzagt ihr Lehrerhasserbuch durchaus peinlich ist, aber nun ist sie halt aufgeflogen und muss das Spiel mitspielen, denn da gibt es vertraglich klare Spielregeln zwischen Verlag und Autor. Vielleicht spielt sie das Spiel jetzt aber auch gerne mit, da sie ja nun unverhofft viel Geld mit dem Buch verdient (sofern sie vom Verlag nicht ein Pauschalhonorar bekommen hat).

Sorry, der Text ist etwas lang,ich hoffe amazon.de hat genug Speicherplatz ;)

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191 von 227 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die armen Lehrer! 20. Februar 2006
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Lotte Kühns Lehrerhasserbuch ist eine Generalabrechnung mit den Lehrern der Grundschule, des Gymnasiums und vermutlich auch mit ihren eigenen Eltern. Das Material ihres Buches bezieht sie aus den Schulerfahrungen ihrer vier Kinder und ihrer eigenen Schulzeit, in der „ich auf Teufel komm raus geschwänzt, gelogen und gefälschte Entschuldigungsbriefe abgeliefert habe“ (Zitat). „Lotte Kühn wuchs in einem Lehrerhaushalt auf und konnte auf diese Weise vielfältige Erfahrungen mit den Befindlichkeiten ihres Berufs sammeln“ erfährt der Leser auf Seite zwei aus der Biografie der Autorin. Die folgenden Zitate aus ihrem Buch können sich also auch auf ihre Eltern beziehen: „Lieber als zu lehren spielt der Lehrer Tennis, läuft Ski, fälscht seine Steuererklärung und baut sein Dachgeschoss aus ... oder arbeitet schlitzohrig auf sein ganz persönliches Burn-out hin, das ihm die Frühpension beschert:“ – „Lehrer sind faule Säcke.“ -- „Lehrer schimpfen, brüllen, mahnen ... lassen auswendig lernen ...“ -- „Lehrer ignorieren, vernachlässigen, behandeln ungerecht.“ -- Und: „Es gibt noch viel schlimmere Lehrer.“ Es sind hier nicht die Lehrer ihrer Kinder gemeint, sondern alle. Ihre Beschimpfungen, die sich durch das ganze Buch hindurch erstrecken, beziehen sich auf das gesamte Lehrpersonal, dem sie in Bausch und Bogen alle menschlichen Qualitäten abspricht. Es sind in ihren Augen „hohle Schaumschläger und überhebliche Fachidioten, die eher wie Replikanten aus Blade Runner denn als lebendige Menschen wirken. Die nicht Lehrer wurden, weil sie für diesen Beruf geeignet sind, sondern weil sie für alle Berufe ungeeignet sind.“ Auch die Namen ihrer persönlich gescholtenen Lehrer sind aufschlussreich. Sie heißen Sonnenstich, Leisetreter, Bedürftig, Pfannenstiel, Evil (engl. für übel) usw. Lotte Kühns Hasstiraden ziehen sich so in vielen Variationen entsetzlich langweilig über 203 Seiten hinweg. Am Ende des Buches versucht sie in 12 Seiten ihren Traum von Schule und guten Lehrern zu träumen, aber selbst das gerät zum Alptraum. – Mein Fazit: Wer gehofft hat, dass Lotte Kühn in ihrem Buch einen Beitrag zu einer konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Problem Schule leisten würde, sieht sich bitter enttäuscht. Die Beschäftigung mit dem Lehrerhasserbuch ist vertane Zeit, der Kauf vertanes Geld. W. Retlaw
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Vertane Zeit!!
Dieses Buch sollte jeder, der es in die Hand bekommt, so schnell wie möglich weglegen. Ich hatte selbst diverse Schwierigkeiten mit meinen Lehrern, aber ein solch... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von MrSpock veröffentlicht
Pauschalurteile am laufenden Band - und nur negativ
Frau Lotte Kühn alias Gerlinde Unverzagt hat in diesem Buch ein Trauma verarbeitet, das sie wohl seit ihrer Schulzeit verfolgt; offensichtlich ist sie in der Schule zutiefst... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von M. Krupp veröffentlicht
Es ist immer ein Funken Wahrheit dabei
Ob nun der Inhalt vom Verlag vorgegeben ist, ein Lektor an Stelle einer Mutter dieses Buch geschrieben haben sollte und es das Ziel des Verlages sei, eine "Hass-Reihe" des Hauses... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Mayer Birgit veröffentlicht
Ein Körnchen Wahrheit und viel Polemik
Vorab muss ich mich auch gleich mal outen: ich bin Lehramtsstudentin kurz vorm Examen.
Sehr interessant an den Rezensionen ist, dass die Lehrer zwar oft nur 1 Stern geben,... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von KristinF veröffentlicht
Eine verzweifelte Mutter rechnet falsch...
Ich bereue es, dieses Buch gekauft zu haben, und das ist mir bisher noch nie passiert, selbst wenn ich ein Buch im Nachhinein als ausnehmend schlecht empfunden habe. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Nick O. veröffentlicht
Nur gebraucht kaufen!
Ganz ehrlich: Wenn ich dumme Hetzreden lesen wollte, könnte ich mir historische Dokumente vornehmen. Lesen Sie weiter...
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ENDLICH
End lich macht mal jemand den Mund auf! Ganz ehrlich ich selber bin jetzt in der 12 und selbst dort hört das bloßstellen nicht auf! Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Vanessa veröffentlicht
Unsachlich, überflüssig und kontraproduktiv.
Eine unter/überforderte Mutter inszeniert sich selbst. Das Ergebnis ist ein kontraproduktives Machwerk, dass sich fast ausschliesslich in Schwarzweissmalerei übt. Lesen Sie weiter...
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Vor 17 Monaten von Lenka veröffentlicht
Lehrerhasser-Buch
Vieles in der Schule ist "handgestrickt" und meilenweit von jeder Professionalität entfernt. Nichts aber wird im schulischen Kontext so dilletantisch gehandhabt, wie der... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Bernd Richter veröffentlicht
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