Selten hat mich ein Roman so gefesselt wie dieser! Anfangs war ich skeptisch - ich fühlte mich von Zeit und Schauplatz - Moskau zur Zeit des Kalten Kriegs - auf Anhieb nicht übermäßig angesprochen, doch das Buch spielt ja nur zur Hälfte dort, zur anderen Hälfte im Jahr 2000 in Boston, Mass., und kaum hatte ich mich gemütlich niedergelassen und eingelesen, konnte ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Die allmähliche Aufdeckung dessen, was sich damals in den fünfziger, sechziger Jahren abgespielt hat, war - und das empfinde ich beim Lesen höchst selten - wirklich herzergreifend. Ein klassisches Drama - hochspannend bis zuletzt. Und zugleich ein Liebesroman - nein, eigentlich werden uns sogar drei Liebesgeschichten erzählt - Alexander und Katja in jungen Jahren; Alexander fünfzig Jahre später, der sich zu Estelle hingezogen fühlt, und seine Nichte Lauren, die sich von der kühlen Melissa herausgefordert fühlt ... Psychologisch einfühlsam und stilistisch sehr kunstvoll, wie Shamim Sarif das alles miteinander verwebt. Absolute Leseempfehlung!