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Das Leben kleben: Roman
 
 
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Das Leben kleben: Roman [Taschenbuch]

Marina Lewycka , Sophie Zeitz
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (56 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 460 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423247800
  • ISBN-13: 978-3423247801
  • Originaltitel: We Are All Made of Glue
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (56 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 105.681 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Marina Lewycka
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»[…] und während man vor Lachen manchmal kaum weiterlesen kann, dankt man der englischen Autorin Marina Lewycka für jeden neuen Einfall, der ›Das Leben kleben‹ noch bunter macht.«
Brigitte 23.03.2010

»Mit ›Das Leben kleben‹ hat Lewycka einen amüsanten und trotzdem bewegenden Roman geschaffen.«
Viktoria Hänsel, Hannoversche Allgemeine 16.03.2010

»Marina Lewycka hat ihren Roman einfühlsam, mit Liebe und Hingabe geschrieben.«
buecherrezensionen.org 26.03.2010

»Sie schafft es eine weiteres Mal, die schräge Schreiberin Marina Lewycka: Nach ihrem Bestseller ›Der ukrainische Traktor‹ – randvoll mit absurden Situationen – legt sie mit ›Das Leben kleben‹ das nächste herrlich merkwürdige Buch vor.«
General-Anzeiger 27.03.2010

»Chaotisch, charmant, unglaublich turbulent und so urkomisch, dass man manchmal vor Lachen kaum weiterlesen kann.«
Frontal-Magazin, Graz März 2010

»Marina Lewycka ist eine wunderbare Erzählerin, die geschickt die Balance zwischen Lachen und Weinen hält und ihre Charakteren die Möglichkeit gibt, viele Seiten zu zeigen – mal gut, mal weniger gut – wie Menschen eben so sind.«
Margarete von Schwarzkopf, NDR1 Niedersachsen, Bücherwelt 06.04.2010

»Ein sehr unterhaltsames, lesenswertes Buch!«
buecherrezensionen.org 13.04.2010

»Lustig und lebensnah!«
Das Neue 10.04.2010

»Einen solch grotesk komischen und dabei zutiefst humanen Blick auf die Unmenschlichkeit der Geschichte und die Zumutungen des Lebens hat man schon lange nicht mehr gelesen. Großartig!«
Kathrin Fischer, HR1-Tipp 14.04.2010

»Wieder versteht es die Autorin ausgezeichnet, ein ernstes Thema spannend und einfühlsam in einem Unterhaltungsroman unterzubringen. Tatsächlich eine sehr lesenswerte Story, heiter, herzzerreißend, verrückt und doch geistreich.«
Manfred Orlick, buchinformationen.de 14.04.2010

» «
Meike Dannenberg, Bücher März 2010

[…] Lewycka meistert den Spagat zwischen Satire und Tiefgründigkeit so, dass man ganz zur Recht behaupten darf: Sie schafft es, das Leben zu kleben. Eine wundervolle Collage!


»Die Geschichte ist kritisch, witzig und anrührend erzählt – zum Lachen und Nachdenken zugleich.«
Laura 14.04.2010

»Das sind die großen Stärken des Romans: seine Klarheit und Direktheit, seine Situationskomik und seine kluge Dramaturgie, die auf ein hervorragendes Handwerk der Autorin schließen lässt.«
Vladimir Balzer, Deutschlandradio Kultur 19.04.2010

»Eine rundum vergnügliche Lektüre und vollkommen treffsicher in ihrer garstigen Weisheit.«
Reutlinger General-Anzeiger 19.04.2010

»Ihr Roman ›Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch‹ war ein Hit, und auch diese berührende Story von einer ungewöhnlichen Freundschaft hat das Zeug dazu.«
Maxi Nr. 5/2010

»Genug Stoff für vier höchst vergnügliche Abende.«
SonntagsZeitung Zürich 11.04.2010

»Holocaust, Emigration, Armut und Alter: grotesk komischer und zutiefst humaner Blick auf die Unmenschlichkeit der Geschichte«
Der Spiegel, Bestseller-Liste 19.04.2010

»Marina Lewycka hat mit ihrem neuen Roman ›Das Leben kleben‹ nach dem Bestseller ›Kurze Geschichte des Traktors‹ auf Ukrainisch wieder eine wunderbar skurrile und zutiefst menschliche Geschichte zu Papier gebracht.«
Brigitte Suchan und Mathias Ziegler, Wiener Zeitung 21.04.2010

»Der vielschichtige, von Humor und Traurigkeit geprägte Roman taucht in zahlreiche Lebensläufe, streift Zeitgeschichte und entwirft wieder ein anschauliches Bild der englischen Gesellschaft.«
Annerose Kirchner, Ostthüringer Zeitung 17.04.2010

»In ihren wunderbaren Frauenfiguren, der fledermausigen Georgie Sinclair und der alten Naomi Shapiro, zeigt Lewycka, was und wie Heimat sein kann. Manchmal liegt sie nur einen Straßenzug entfernt.«
Cathrin Kahlweit, Süddeutsche Zeitung 28.04.2010

»Man sieht: Der Titel ›Das Leben kleben‹ ist Programm.«
Die Welt 24.04.2010

»Amüsanter und bewegender Roman!«
Tina 28.04.2010

»Sehr zu empfehlen!«
Nordlich 22.04.2010

»Einmal werden Sie lachen, dann wieder betrübt sein, und am Ende werden Sie über das ganze Gesicht strahlen und überaus glücklich sein, dieses Buch gelesen zu haben.«
Alex Dengler, denglers-buchkritik.de 26.04.2010

»Ein witziger, herzerfrischender Roman!

«
Schweriner Volkszeitung 24.04.2010

»Fesselnde, witzige und kluge Unterhaltungsliteratur […].«
Ute Baumhackl, Kleine Zeitung, Graz 24.04.2010

»Mit großer Leichtigkeit erzählt Marina Lewycka eine hinreißende Geschichte von Einsamkeit und Freundschaft.«
Petra von der Linde, Westfälischer Anzeiger, „Ham live" Mai 2010

»Lewycka gibt den schrulligen Typen ein menschliches Gesicht. Sie erblickt komische Situationen dort, wo es für andere Menschen ernst wird.«
Armgard Seegers, Hamburger Abendblatt 26.04.2010

»Marina Lewyckas Roman fügt alles mit Witz und Wärme zusammen.«
Freundin 05.04.2010

»Marina Lewyckas zaubert in ihrem herrlich exzentrischem Roman unvergessliche Charaktere für ebenso rührende wie absurd-witzige Szenen.«
Maren Albertsen, Szene Hamburg Nr. 5/ 2010

»Marina Lewycka erzählt ihre clever konstruierten Geschichten mit munterer, lebensbejahender Ironie.«
Ashana Amtsfeld, magazin Sonntagsblick, Zürich 02.05.2010

»Marina Lewycka hat eine wunderbare Komödie geschrieben, die sich mit großem Vergnügen in einem Satz verschlingen lässt.«
Andreas Frane, Nürnberger Zeitung 04.05.2010

»Wunderbar komisch und anrührend schreibt Lewycka […].«
Bettina Musall, SpiegelOnline 17.05.2010

»Einmal mehr gelingt es der Autorin mit ›Das Leben kleben‹, die ganz große Geschichte im Alltag zu kondensieren und das Schwere locker zu durchkreuzen.«
Kieler Nachrichten 19.05.2010

»Wenn’s der Wahrheitsfindung dient, ist alles erlaubt, der politisch unkorrekteste Klamauk, die derbsten Scherze, die holzhammerhärtesten Seifenkomödien-Klischees, die plumpsten Kalauer.«
Sabine Vogel, Berliner Zeitung 20.05.2010

»Hinreißend!«
Fernsehwoche 21.05.2010

»Es ist unwichtig, was die Leute trennt, letztendlich geht es darum, was die Leute zusammenhält. Mit dieser vergnüglich-nachdenklichen Lektüre gelingt ihr das Kunststück, Satire mit Tiefgang zu verbinden. Sie zeigt auf unterhaltende Weise, wie das Leben zu kleben ist!«
Giovanna Riolo, Freiburger Nachrichten 17.05.2010

»Nach ihrem internationalen Bestseller ›Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch‹ liefert die nach England emigrierte Autorin Marina Lewycka mit ›Das Leben kleben‹ einen ebenso herrlich schrägen Nachfolger mit unbegrenztem Amüsierpotential.«
Madame Juni 2010

»Denn tatsächlich klebt auch ›die neue Lewycka‹ in den Händen, liest sich spannend und süffig und amüsant.«
Britta Heidemann, WAZ 29.05.2010

»Das Zusammentreffen unterschiedlicher Menschen und Lebenseinstellungen macht den Charme der Geschichte aus.«
Susanna Gilbert-Sättele, Frankfurter Neue Presse 27.05.2010

»Geistreiche Unterhaltungsliteratur: das ist die Spezialität von Marina Lewycka […].«
Denis Scheck, Der Tagesspiegel 30.05.2010

»Der Roman macht Mut, Fremden zu vertrauen.«
Susanna Gilbert-Sättele, Oberhessische Presse 28.05.2010

»Der Roman macht Mut, Fremden zu vertrauen.«
Recklinghäuser Zeitung 26.05.2010

»Der Roman macht Mut, Fremden zu vertrauen.«
Magdeburger Voksstimme 29.05.2010

»Lewycka erweist sich auch in ihrem dritten Roman als brillante Chronistin des Alltags.«
Eva Pfister, fifty-fifty, Das Straßenmagazin Juni 2010

»Lewycka erweist sich auch in ihrem dritten Roman als brillante Chronistin des Alltags.««
Eva Pfister, fifty-fifty, Das Straßenmagazin Juni 2010

»Suchtgefahr? Ja!«
Claudia Beckers, Woche heute 09.06.2010

»Die englische Autorin mit jüdisch-ukrainschen Wurzeln erzählt nicht ohne Selbstironie von sozial religiösen Missverständnissen und von einer ungewöhnlichen Freundschaft.«
Tatjana Mehner, Ostthüringer Zeitung 19.06.2010

»Das Zusammentreffen unterschiedlichster Menschen und Lebensseinstellungen macht den Charme der Geschichte aus, der es gleichzeitig nicht an politischer Schärfe mangelt.«
Aachener Nachrichten 12.06.2010

»Die Autorin wirbt in ihrem Roman mit Witz für Toleranz.«
Susanna Gilbert-Sättele, echo-online.de 29.06.2010

»Ein witzig-melancholisches Buch, das zum Nachdenken anregt.«
Ruhr Nachrichten 24.06.2010

»Es ist die große Qualität von Marina Lewycka, dass sie so unterhaltsam wie einfühlend von einer sozialen Realität berichten kann, die kein gängiger literarischer Topos darstellt.«
Eva Pfister, Lesart Juni 2010

»Turbulente Story über eine ungewöhnliche Freundschaft.«
Anke Groenewold, Neue Westfälische 26.06.2010

»Auch ›Das Leben kleben‹ ist ein wunderbar komisches, warmherziges Buch mit ernstem Hintergrund.«
Regina Urban, Nürnberger Nachrichten 07.07.2010

»Fast wie bei Quentin Tarantino.«
Christa Nebenführ, Buchkultur August/ September 2010

»Fast wie bei Quentin Tarantino.«
Buchkultur August/September 2010

»Wahnwitzig gut!«
Mareike Müller, Wienerin August 2010

»Lewyckas Roman ›Das Leben kleben‹: skurril und berührend.«
Siegener Zeitung 21.07.2010

»Witzig, wunderschön, berührend – perfektes Lesevergnügen garantiert!«
Frankfurter Stadtkurier 29.07.2010

»Verschroben und englisch – endlich mal wieder ein Buch, über das man herzhaft lachen kann und das trotzdem Tiefgang hat.«
Yvonne Pollnick, Main-Echo 07.08.2010

»Autorin Marina Lewycka weiß mit Witz und Charme von den Tücken des Lebens zu erzählen.«
Passauer Neue Presse 14.08.2010

»Das Buch ist warmherzig, heiter und tragisch, lebensbejahend und schön skurril.«
Anja Rettenmaier, Schwäbische Post 26.08.2010

»Rührend und liebenswert komisch.«
Susanne Fröhlich, mach mal Pause 12.01.2011

Kurzbeschreibung

Georgie Sinclair hat gerade ihren Mann vor die Tür gesetzt, ihr Sohn entwickelt eine beunruhigende Vorliebe für Weltuntergangs-Websites, und ihren Job bei einem Klebstoff-Fachmagazin findet sie auch nur bedingt faszinierend. Da trifft sie eines Tages Mrs Shapiro, die allein in einem halb verfallenen alten Haus lebt. Die verschrobene Dame ist Jüdin und im Zweiten Weltkrieg nach London geflohen. Als Mrs Shapiro ins Krankenhaus muss, bittet sie Georgie, sich um das baufällige Haus zu kümmern. Gleich mit ihrer ersten Tat setzt sich Georgie gehörig in die Nesseln: Der Handwerker, den sie mit Reparaturen beauftragt, ist keineswegs Pakistani, wie sie dachte, sondern Palästinenser. Eine potenziell heikle Konstellation. Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch zwei geldgierige Immobilienmakler, eine arglistige Sozialarbeiterin und Georgies Ehemann ...


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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Geklebtes Leben mit Happy End!, 23. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Leben kleben: Roman (Taschenbuch)
Frisch getrennt und kratzbürstig - so präsentiert sich uns Georgie Sinclair. Quasi aus Versehen hat sie ihren Gatten dazu gebracht, sich von ihr zu trennen und obwohl sie es bereut, kann sie nicht anders, als sich nun zickig und rachsüchtig zu geben. Zum Einstieg jagt in ihrem Leben ein negatives Erlebnis das nächste: ihr Job bei einem Klebstoff-Fachmagazin langweilt sie, ihre Karriere als Schriftstellerin scheitert daran, dass die Verlage ihre Manuskripte zurücksenden und keinen Hehl daraus machen, wie schlecht sie diese finden. Ausserdem muss sie sich mit ihrem pubertierenden Sohn rumschlagen, der zum Nerd zu mutieren scheint. Eine triste Ausgangslage, doch Georgie klebt wie auch die anderen Protagonisten am Leben.

Dann tritt die skurrile Mrs. Shapiro in Georgies Leben es: wie eine Pennerin zieht sie, verfolgt von zahlreichen Katzen, mit einem Wägelchen durch die Straßen und schnappt sich die Bücher und Schallplatten von Georgies Ehemann, die diese in den Müll geworfen hat. Beim Kauf herabgesetzter Lebensmittel kommt man sich näher und Mrs. Shapiro besiegelt die Freundschaft durch eine Einladung zu einem Abendessen, das selbst für robuste Mägen schwer zu verkraften ist. Einmal da, lässt sie Georgie nicht mehr los: als sie ins Krankenhaus kommt, gibt sie Georgie als Bezugsperson an, die nun gemeinsam mit der alten jüdischen Dame um deren Selbstbestimmung und das Haus, in dem sie wohnt, kämpft. Dabei wird sie von Arabern - Palästinensern, wie sich herausstellt - unterstützt, auch Georgies Familie, ihre Kollegen aus der Welt der Klebstoffe sowie Mrs. Shapiros Sohn spielen eine Rolle und unterstützen beide Damen im Kampf gegen das Böse - Sozialarbeiter und Makler.

Ein Roman, der wie einer dieser belanglosen lustigen Frauenromane startet: doch es steckt wesentlich mehr dahinter! Die Autorin bietet wie immer ein hohes Niveau an Wortwitz und Erzählkunst. Marina Lewycka beherrscht die Kunst, ernste Themen auf witzige und unterhaltsame Art und Weise darzustellen, absolut perfekt. Wie es sich für einen Frauenroman gehört, gibt es auch ein Happy End - doch es ist eines der besonderen Art. Auch hier klebt bzw. hängt alles zusammen und der begeisterte Leser seinerseits klebt am Buch!

Die Autorin hat sich vor allem mit "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" einen Namen gemacht, einem intelligenten und witzigen Roman, in dem es um Exil-Ukrainer in England geht, die nach der Wende von Landsleuten aus der Heimat "heimgesucht" werden. Hier und auch im Nachfolgeroman "Caravan" brilliert sie wie kein(e) andere(r) durch ihre Beschreibung verschiedener ethnischer Gruppen. Der neue Roman thematisiert eine Konfrontation zwischen Figuren jüdischer und palästinensischer Herkunft, natürlich auch wieder im britischen Exil. Die eigentliche Kraft des Romans und seine hohe literarische Qualität steckt in diesen Szenen und selbstverständlich auch der Darstellung von Georgies Umgang mit allen Problemen, denn es trifft sie ja mehrfach. Die Wissenschaftlerin Lewycka tobt sich auch diesmal aus und zwar in der Welt der Klebstoffe - ein Thema, das sich parallel zu der Handlung des Romans durch das ganze Buch zieht. Ein sehr unterhaltsames, aber keineswegs anspruchsloses Buch, das ich jeder Freundin und jedem Freund - denn auch Männern würde ich dieses Juwel anspruchsvoller Unterhaltungsliteratur empfehlen - hochwertiger, humorvoller Romane ans Herz lege.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einen Himmel voll Sterne für diesen zauberhaften Roman, 28. März 2010
Von 
Lesemäuschen (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Leben kleben: Roman (Taschenbuch)
DAS LEBEN KLEBEN - was könnte man dahinter vermuten? Auf den ersten Blick wirkt der Titel platt und nichtssagend, könnte sogar in die Irre führen, dahinter einen Roman voller Klischees oder eine komplett superlustige Story zu vermuten. Doch weit gefehlt. Schon nach den ersten drei, vier Kapiteln wird die Tragweite dieses sehr gut gewählten Titels einem aufmerksamen Leser bewusst, wenn Georgie und Mrs. Shapiro vorgestellt werden, man in deren Leben eintaucht, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

Eine noch recht junge Frau, die sich von ihrem Mann aus einer Bagatelle heraus getrennt hat, wobei diese sicher nur noch das letzte Fünkchen eines schleichenden und unaufhaltsamen Prozesses war, trifft die alte Dame Mrs. Shapiro, die in meinem heruntergekommenen Haus mit ihren Katzen wohnt, tagsüber mit einem alten Kinderwagen durch die Gegend zieht auf der Suche nach Dingen, die andere Menschen achtlos wegwerfen, weder den materiellen noch ideellen Wert zu schätzen wissen. Das Gros der Gesellschaft würde um Mrs. Shapiro und ihr in der Tat wenig einladen wirkendes Haus einen riesigen Bogen machen - so auch Georgie, anfangs. Doch dann führt das Schicksal sie wieder zusammen und näher, als es Georgie jemals lieb gewesen wäre und sie es sich hätte vorstellen können. Gemeinsam unternehmen die beiden Frauen gedankliche Stippvisiten in ihre Vergangenheit: Mrs. Shapiro erinnert, wie es damals war, wer sie war, woher sie kommt, die Grausamkeiten des Krieges, die Umstände, die dazu geführt haben, dass es sie nach London verschlagen hat und warum sie gezwungen" und auch ganz begierig darauf ist, Superschnäppchen selbst im Discounter zu machen, auch wenn ein Lebensmittel schon mal verdorben ist. Für die eine ein Aufarbeiten des Lebens, für die andere ein Aufarbeiten ihrer gescheiterten Ehe und die Konfrontation mit Themen, die sie sich für ihren Sohn Ben so gar nicht vorstellen kann, dass es ihn interessiert, sie in Angst und Schrecken versetzt, während sie glaubt, dass ihre Tochter von einem ganz anderen Schlag ist und ihr Leben perfekt meistert. Eine Bekanntschaft, aus der eine ganze besondere Art von Freundschaft wird und die es nicht selten erfordert, über sich hinauszuwachsen und seinen Schatten zu springen, Grenzen auszudehnen und auch mal zu überschreiten. Nicht zuletzt durch fragwürdige Sozialarbeiter wie auch windige Geschäftsleute liegt über all dem die große Frage: wem kann ich eigentlich noch vertrauen, was weiß ich überhaupt von meinem Nächsten - und zwar nicht nur vom Nachbarn nebenan, sondern auch diejenigen, mit denen ich Zimmer an Zimmer täglich lebe und die ein Teil von mir sind...

Mein erster Eindruck, als ich das Buch in Händen hielt, war das seltsame Gefühl, ein GUTES BUCH in Händen zu halten. Das Cover zeigt eine Frau mit einer überdimensional (im Verhältnis zu ihrem Körper) großen Klebetube unterm Arm, aus der es unaufhörlich tröpfelt. Symbolisch das Leben mit seinen oft vielen Rissen, Löchern, Baustellen, Verletzungen etc., die man sich selbst bzw. anderen zufügt oder einem zugefügt wurden - und man irgendwie kitten (kleben) muss. Mein erster Eindruck hat mich nicht im Stich gelassen: es IST ein (sehr) gutes Buch.

Ein wirklich schönes, nein, zauberhaftes und charmantes Buch. Je weiter ich gelesen habe, desto trauriger wurde ich, weil das Ende nahte. Es gibt Bücher, die liest man in einem Rutsch durch. Hier war es für mich so, dass ich das gerne getan hätte, aber irgendwie das Gefühl nicht los wurde, dem Inhalt damit nicht die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. In der Tat ertappte ich mich dabei, nach dem Lesen die Kapitel noch einmal sacken zu lassen. Für mich ein Buch wie ein teures Parfüm, mit dem man sparsam umgeht, damit man lange etwas davon hat.

Wie viele Sterne ich dem Buch tatsächlich geben würde? Heben Sie in einer sternenklaren Nacht den Kopf zum Himmel, denn dort blinkt die Antwort in unendlicher Zahl.

Danke dem dt-Verlag für die wunderbare Gestaltung des Buches: vom Cover bis zum Aufbau alles perfekt.

Und ganz besonderen Dank an Marina Lewycka für diesen wunderschönen Roman, der auf mein Regal mit jenen Büchern kommt, die ich niemals verkaufen werde.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Multikulti am Bau, 19. Februar 2011
Von 
marielan - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Leben kleben: Roman (Taschenbuch)
Mir hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Trotz einiger Chic-Lit-Elemente gefällt es mir, weil es nicht den aufdringlichen Humor des Genres hat. Die einzeln gestreuten Chaos-Szenen sind gerade noch erträglich.

Georgina hat einen Handwerker beauftragt, die nötigsten Reparaturen an Mrs Shapiros Haus zu machen. Der von ihr erwartete Pakistani Ali stellt sich als Palästinenser heraus. Und Mrs Shapiro ist Jüdin und soll einen Sohn haben, der in Israel lebt. Georgina, die nach eigenem Aussagen keine Ahnung von Geschichte, Geographie und Politik hat, erfährt durch die Lebensgeschichten von Mrs Shapiro und Ali, sowie durch Dokumente, die sie im Haus findet, mehr über die Hintergründe der israelisch-palästinensischen Feindschaft und der Rolle Englands in dem Zwist. Der Krieg selbst wird nur oberflächlich gestreift.

Die Figuren sind bis zur kleinsten Nebenrolle grotesk überzeichnet, so dass sie wie Parodien ihrer selbst wirken. Weil aber alle so sind, steckt System dahinter.

Wer ein lustiges Buch mit viel Situationskomik erwartet, ist sicher enttäuscht. Ich würde es nur jemandem empfehlen, dessen Humor ich genau kenne.

Es wäre für mich ein 4-Sterne-Buch, wenn Bens Geschichte nicht so ein dubioses Ende bekommen hätte.
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