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Produktinformation
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Georgie Sinclair hat gerade ihren Mann vor die Tür gesetzt, ihr Sohn entwickelt eine beunruhigende Vorliebe für Weltuntergangs-Websites, und ihren Job bei einem Klebstoff-Fachmagazin findet sie auch nur bedingt faszinierend. Da trifft sie eines Tages Mrs Shapiro, die allein in einem halb verfallenen alten Haus lebt. Die verschrobene Dame ist Jüdin und im Zweiten Weltkrieg nach London geflohen. Als Mrs Shapiro ins Krankenhaus muss, bittet sie Georgie, sich um das baufällige Haus zu kümmern. Gleich mit ihrer ersten Tat setzt sich Georgie gehörig in die Nesseln: Der Handwerker, den sie mit Reparaturen beauftragt, ist keineswegs Pakistani, wie sie dachte, sondern Palästinenser. Eine potenziell heikle Konstellation. Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch zwei geldgierige Immobilienmakler, eine arglistige Sozialarbeiterin und Georgies Ehemann ...
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geklebtes Leben mit Happy End!,
Rezension bezieht sich auf: Das Leben kleben: Roman (Taschenbuch)
Frisch getrennt und kratzbürstig - so präsentiert sich uns Georgie Sinclair. Quasi aus Versehen hat sie ihren Gatten dazu gebracht, sich von ihr zu trennen und obwohl sie es bereut, kann sie nicht anders, als sich nun zickig und rachsüchtig zu geben. Zum Einstieg jagt in ihrem Leben ein negatives Erlebnis das nächste: ihr Job bei einem Klebstoff-Fachmagazin langweilt sie, ihre Karriere als Schriftstellerin scheitert daran, dass die Verlage ihre Manuskripte zurücksenden und keinen Hehl daraus machen, wie schlecht sie diese finden. Ausserdem muss sie sich mit ihrem pubertierenden Sohn rumschlagen, der zum Nerd zu mutieren scheint. Eine triste Ausgangslage, doch Georgie klebt wie auch die anderen Protagonisten am Leben.Dann tritt die skurrile Mrs. Shapiro in Georgies Leben es: wie eine Pennerin zieht sie, verfolgt von zahlreichen Katzen, mit einem Wägelchen durch die Straßen und schnappt sich die Bücher und Schallplatten von Georgies Ehemann, die diese in den Müll geworfen hat. Beim Kauf herabgesetzter Lebensmittel kommt man sich näher und Mrs. Shapiro besiegelt die Freundschaft durch eine Einladung zu einem Abendessen, das selbst für robuste Mägen schwer zu verkraften ist. Einmal da, lässt sie Georgie nicht mehr los: als sie ins Krankenhaus kommt, gibt sie Georgie als Bezugsperson an, die nun gemeinsam mit der alten jüdischen Dame um deren Selbstbestimmung und das Haus, in dem sie wohnt, kämpft. Dabei wird sie von Arabern - Palästinensern, wie sich herausstellt - unterstützt, auch Georgies Familie, ihre Kollegen aus der Welt der Klebstoffe sowie Mrs. Shapiros Sohn spielen eine Rolle und unterstützen beide Damen im Kampf gegen das Böse - Sozialarbeiter und Makler. Ein Roman, der wie einer dieser belanglosen lustigen Frauenromane startet: doch es steckt wesentlich mehr dahinter! Die Autorin bietet wie immer ein hohes Niveau an Wortwitz und Erzählkunst. Marina Lewycka beherrscht die Kunst, ernste Themen auf witzige und unterhaltsame Art und Weise darzustellen, absolut perfekt. Wie es sich für einen Frauenroman gehört, gibt es auch ein Happy End - doch es ist eines der besonderen Art. Auch hier klebt bzw. hängt alles zusammen und der begeisterte Leser seinerseits klebt am Buch! Die Autorin hat sich vor allem mit "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" einen Namen gemacht, einem intelligenten und witzigen Roman, in dem es um Exil-Ukrainer in England geht, die nach der Wende von Landsleuten aus der Heimat "heimgesucht" werden. Hier und auch im Nachfolgeroman "Caravan" brilliert sie wie kein(e) andere(r) durch ihre Beschreibung verschiedener ethnischer Gruppen. Der neue Roman thematisiert eine Konfrontation zwischen Figuren jüdischer und palästinensischer Herkunft, natürlich auch wieder im britischen Exil. Die eigentliche Kraft des Romans und seine hohe literarische Qualität steckt in diesen Szenen und selbstverständlich auch der Darstellung von Georgies Umgang mit allen Problemen, denn es trifft sie ja mehrfach. Die Wissenschaftlerin Lewycka tobt sich auch diesmal aus und zwar in der Welt der Klebstoffe - ein Thema, das sich parallel zu der Handlung des Romans durch das ganze Buch zieht. Ein sehr unterhaltsames, aber keineswegs anspruchsloses Buch, das ich jeder Freundin und jedem Freund - denn auch Männern würde ich dieses Juwel anspruchsvoller Unterhaltungsliteratur empfehlen - hochwertiger, humorvoller Romane ans Herz lege. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einen Himmel voll Sterne für diesen zauberhaften Roman,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Leben kleben: Roman (Taschenbuch)
DAS LEBEN KLEBEN - was könnte man dahinter vermuten? Auf den ersten Blick wirkt der Titel platt und nichtssagend, könnte sogar in die Irre führen, dahinter einen Roman voller Klischees oder eine komplett superlustige Story zu vermuten. Doch weit gefehlt. Schon nach den ersten drei, vier Kapiteln wird die Tragweite dieses sehr gut gewählten Titels einem aufmerksamen Leser bewusst, wenn Georgie und Mrs. Shapiro vorgestellt werden, man in deren Leben eintaucht, die unterschiedlicher nicht sein könnten:Eine noch recht junge Frau, die sich von ihrem Mann aus einer Bagatelle heraus getrennt hat, wobei diese sicher nur noch das letzte Fünkchen eines schleichenden und unaufhaltsamen Prozesses war, trifft die alte Dame Mrs. Shapiro, die in meinem heruntergekommenen Haus mit ihren Katzen wohnt, tagsüber mit einem alten Kinderwagen durch die Gegend zieht auf der Suche nach Dingen, die andere Menschen achtlos wegwerfen, weder den materiellen noch ideellen Wert zu schätzen wissen. Das Gros der Gesellschaft würde um Mrs. Shapiro und ihr in der Tat wenig einladen wirkendes Haus einen riesigen Bogen machen - so auch Georgie, anfangs. Doch dann führt das Schicksal sie wieder zusammen und näher, als es Georgie jemals lieb gewesen wäre und sie es sich hätte vorstellen können. Gemeinsam unternehmen die beiden Frauen gedankliche Stippvisiten in ihre Vergangenheit: Mrs. Shapiro erinnert, wie es damals war, wer sie war, woher sie kommt, die Grausamkeiten des Krieges, die Umstände, die dazu geführt haben, dass es sie nach London verschlagen hat und warum sie gezwungen" und auch ganz begierig darauf ist, Superschnäppchen selbst im Discounter zu machen, auch wenn ein Lebensmittel schon mal verdorben ist. Für die eine ein Aufarbeiten des Lebens, für die andere ein Aufarbeiten ihrer gescheiterten Ehe und die Konfrontation mit Themen, die sie sich für ihren Sohn Ben so gar nicht vorstellen kann, dass es ihn interessiert, sie in Angst und Schrecken versetzt, während sie glaubt, dass ihre Tochter von einem ganz anderen Schlag ist und ihr Leben perfekt meistert. Eine Bekanntschaft, aus der eine ganze besondere Art von Freundschaft wird und die es nicht selten erfordert, über sich hinauszuwachsen und seinen Schatten zu springen, Grenzen auszudehnen und auch mal zu überschreiten. Nicht zuletzt durch fragwürdige Sozialarbeiter wie auch windige Geschäftsleute liegt über all dem die große Frage: wem kann ich eigentlich noch vertrauen, was weiß ich überhaupt von meinem Nächsten - und zwar nicht nur vom Nachbarn nebenan, sondern auch diejenigen, mit denen ich Zimmer an Zimmer täglich lebe und die ein Teil von mir sind... Mein erster Eindruck, als ich das Buch in Händen hielt, war das seltsame Gefühl, ein GUTES BUCH in Händen zu halten. Das Cover zeigt eine Frau mit einer überdimensional (im Verhältnis zu ihrem Körper) großen Klebetube unterm Arm, aus der es unaufhörlich tröpfelt. Symbolisch das Leben mit seinen oft vielen Rissen, Löchern, Baustellen, Verletzungen etc., die man sich selbst bzw. anderen zufügt oder einem zugefügt wurden - und man irgendwie kitten (kleben) muss. Mein erster Eindruck hat mich nicht im Stich gelassen: es IST ein (sehr) gutes Buch. Ein wirklich schönes, nein, zauberhaftes und charmantes Buch. Je weiter ich gelesen habe, desto trauriger wurde ich, weil das Ende nahte. Es gibt Bücher, die liest man in einem Rutsch durch. Hier war es für mich so, dass ich das gerne getan hätte, aber irgendwie das Gefühl nicht los wurde, dem Inhalt damit nicht die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. In der Tat ertappte ich mich dabei, nach dem Lesen die Kapitel noch einmal sacken zu lassen. Für mich ein Buch wie ein teures Parfüm, mit dem man sparsam umgeht, damit man lange etwas davon hat. Wie viele Sterne ich dem Buch tatsächlich geben würde? Heben Sie in einer sternenklaren Nacht den Kopf zum Himmel, denn dort blinkt die Antwort in unendlicher Zahl. Danke dem dt-Verlag für die wunderbare Gestaltung des Buches: vom Cover bis zum Aufbau alles perfekt. Und ganz besonderen Dank an Marina Lewycka für diesen wunderschönen Roman, der auf mein Regal mit jenen Büchern kommt, die ich niemals verkaufen werde. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Multikulti am Bau,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Leben kleben: Roman (Taschenbuch)
Mir hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Trotz einiger Chic-Lit-Elemente gefällt es mir, weil es nicht den aufdringlichen Humor des Genres hat. Die einzeln gestreuten Chaos-Szenen sind gerade noch erträglich.Georgina hat einen Handwerker beauftragt, die nötigsten Reparaturen an Mrs Shapiros Haus zu machen. Der von ihr erwartete Pakistani Ali stellt sich als Palästinenser heraus. Und Mrs Shapiro ist Jüdin und soll einen Sohn haben, der in Israel lebt. Georgina, die nach eigenem Aussagen keine Ahnung von Geschichte, Geographie und Politik hat, erfährt durch die Lebensgeschichten von Mrs Shapiro und Ali, sowie durch Dokumente, die sie im Haus findet, mehr über die Hintergründe der israelisch-palästinensischen Feindschaft und der Rolle Englands in dem Zwist. Der Krieg selbst wird nur oberflächlich gestreift. Die Figuren sind bis zur kleinsten Nebenrolle grotesk überzeichnet, so dass sie wie Parodien ihrer selbst wirken. Weil aber alle so sind, steckt System dahinter. Wer ein lustiges Buch mit viel Situationskomik erwartet, ist sicher enttäuscht. Ich würde es nur jemandem empfehlen, dessen Humor ich genau kenne. Es wäre für mich ein 4-Sterne-Buch, wenn Bens Geschichte nicht so ein dubioses Ende bekommen hätte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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