Aus der Amazon.de-Redaktion
Die 90er-Jahre waren trotz all ihrer Krisen und Fehlentscheidungen ein gutes Jahrzehnt für das deutsche Kino, eines der Konsolidierung, das eine ganze Reihe von außergewöhnlichen Regisseuren und großartigen Darstellern hervorgebracht hat. Nur eine Schwäche hatte es, sein Zurückschrecken vor der Wirklichkeit, vor dem im Wandel begriffenen Deutschland dieser letzten Dekade des 20. Jahrhunderts. Aber die wenigen Filme, die sich wie Wolfgang Beckers
Das Leben ist eine Baustelle der deutschen Realität dieser Epoche genähert haben, sind dafür umso faszinierender.
Nur durch Zufall gerät Jan (Jürgen Vogel) eines Abends in eine Straßenschlacht zwischen Demonstranten und der Polizei, aber dieser Zufall verändert alles für ihn. Er begegnet der geheimnisvollen Vera (Christiane Paul) und prügelt sich mit den beiden Männern, die sie verfolgen, nicht ahnend, dass beide Polizisten in Zivil sind. Dieser Zwischenfall bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Jan muss die Nacht in Haft verbringen, bekommt eine hohe Geldstrafe und verliert zudem noch seinen Job als Schlachter. Aber er begegnet Vera erneut, und die Liebe könnte ihn alles andere vergessen lassen, verschwände die Musikerin nicht immer in der Nacht heimlich wieder.
Mit Das Leben ist eine Baustelle ist Wolfgang Becker, dem vielleicht überzeugtesten 'Realisten' unter den heutigen deutschen Filmemachern, eine eindrucksvolle Momentaufnahme einer Stadt, Berlin, und einer Zeit, der ausgehenden Kohl-Ära, geglückt. Kleine Episoden und Szenen fügen sich zu einem Mosaik zusammen, das gar nicht erst alle Fragen beantworten will. Das Leben in seiner ganzen Unfertigkeit, seiner Abhängigkeit von Zufällen und seiner verwirrenden Komplexität fängt Becker so ein. Die Verwirrungen der Zeit spiegeln sich in der Unsicherheit seiner Figuren, in ihrem Suchen und ihrer Neigung, sich einfach treiben zu lassen.
Dabei gelingen gerade Christiane Paul und Jürgen Vogel zwei eindringliche Charakterstudien. So verwundbar wie hier war Jürgen Vogel noch nie. Hinter seiner physischen Präsenz, seinem machohaften Auftreten offenbart sich eine Verletzlichkeit, die mehr über diesen Schlachter verrät, als es Dialoge je könnten. Christiane Paul hat mit Vera zum ersten Mal ihren idealen Figurentypus gefunden, eine Frau, die sich jedem Kinoklischee entzieht, die geheimnisvoll wie eine Femme fatale und doch auch ganz natürlich ist. --Sascha Westphal
Video Jakob Kurzinhalt
Lebenskünstler Jan steht vor den Trümmern seines Lebens: Er verliert den Job, seinen Vater und seine Freundin. Da begegnet er der flippigen Vera. Ist es Liebe oder nur ein Spiel? Schon baut Jan Luftschlösser - und jede Menge Mist.
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine deutsche Produktion in gelungener DVD-Edition mit luxuriöser Ausstattung. Ganz besonders reizvoll: das Castinggespräch mit Christiane Paul. Es läßt sich leider nicht vermeiden, eine Lobeshymne auf diesen Film anzustimmen. Einer der besten deutschen Filme überhaupt. Ausgezeichnete Charakterzeichnung und die darstellerische Gewalt von Vogel und Paul (und überhaupt aller Darsteller), die ausgereifte Regie und die streckenweise unkonventionelle Handlungstruktur schaffen Kino der Gefühle, Kino der Überraschungen und Kino von allerbester Unterhaltungsqualität. Kaufen, Kaufen, Kaufen!
Bild: In dunklen Szenen ist die Disc nicht völlig gegen Artefakte gefeit, Gesichter, die sich bewegen, können dann schon einmal etwas nachziehen (00.04.20). Ansonsten wird das Bild allerdings von Artefakten weitgehend verschont. Ein zartes Grundrauschen läßt sich nicht übersehen und legt sich gerne einmal auf hellere Flächen (00.27.30), fällt aber kaum ins Gewicht, da das Tempo und die Intensität des Filmes einen ohnehin völlig einnehmen. Gesunde Farben, die den grauen Berliner Winter reflektieren und beste Kontrastwerte beleben das Bild, das insgesamt stabil und erfreulich ist.
Ton: Ohne ein Effektfeuerwerk zu bieten, versetzt die 5.1 Tonspur den Zuschauer in ein sehr greifbarers Tonambiente, das durch perfekte Kanalansteuerung eine tiefe Räumlichkeit und Natürlichkeit erreicht (00.01.22, Strassenschlacht). Die Songmischung ist durchsichtig und breitfrequent angelegt (01.48.30) und auch die Sprechstimmen klingen natürlich. --movieman.de
VideoMarkt
Der junge Fleischer Jan gerät in Berlin in eine Straßenschlacht. Dabei lernt er die geheimnisvolle Vera kennen, die er gegen die anstürmenden Polizisten verteidigt. Eine Nacht mit fatalen Folgen. Denn am nächsten Tag ist Jan nicht nur seinen Job los, er erhält auch noch eine Geldstrafe. Immerhin bringt ihn die Zeit, die er mit seiner neuen Freundin Vera verbringt, auf andere Gedanken. Als ihm jedoch ein Mädchen, mit dem er einmal zusammen war, beichtet, daß es HIV-positiv ist, scheint Jans Leben endgültig aus den Fugen zu geraten.
Video.de
Mit seiner Tragikomödie zeichnet der versierte Regisseur Wolfgang Becker ("Kinderspiele") ein aufregendes, detailliertes und authentisches Bild vom Großstadtdschungel Berlin der neunziger Jahre. Dabei ist die Liebesgeschichte zwischen einem ewigen Verlierer (Jürgen Vogel in Bestform) und einer femme fatale (Jung-Star Christiane Paul) nur der Aufhänger für eine Reihe von Nebenhandlungen, die - ähnlich wie bei Altmans "Short Cuts" - geschickt miteinander verwoben werden. Der exzellent gespielte und brillant fotografierte Streifzug durch die Straßen Berlins wird längst nicht nur Anhänger deutscher Filmkunst begeistern.
Blickpunkt: Film
Zufällig in eine Straßenschlacht geraten, lernt Fleischer Jan Vera kennen und verliebt sich in sie. Doch das junge Glück ist nur von kurzer Dauer. Jans Ex-Freundin beichtet ihm, daß sie HIV-positiv sei und Vera schleicht sich nachts heimlich aus dem Bett. Liebesgeschichte im Berlin der 90er Jahre mit Jürgen Vogel, von Wolfgang Becker einfühlsam erzählt.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Einfühlsame, moderne Großstadtballade und unmögliche Lovestory im Berlin der Neunziger Jahre.
Kurzbeschreibung
Der junge Fleischer Jan gerät in Berlin in eine Straßenschlacht. Dabei lernt er die geheimnisvolle Vera kennen, die er gegen die anstürmenden Polizisten verteidigt. Eine Nacht mit fatalen Folgen. Denn am nächsten Tag ist Jan nicht nur seinen Job los, er erhält auch noch eine Geldstrafe. Immerhin bringt ihn die Zeit, die er mit seiner neuen Freundin Vera verbringt, auf andere Gedanken. Als ihm jedoch ein Mädchen, mit dem er einmal zusammen war, beichtet, daß es HIV-positiv ist, scheint Jans Leben endgültig aus den Fugen zu geraten.