Der Buchtitel klang für mich interessant und ich stellte mir vor, dass es darin um den Versuch der Autorin ginge, wie sie ökologisch korrekt leben will.
Ich hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass es sich um eine zähe Halbbiografie mit teilweisem Halbwissen handelt.
Anfangs hatte ich das Gefühl, dass sich Frau Paul allerlei Möglichkeiten überlegt hatte, wie sie ihr Leben zwar etwas ändern könnte, aber nicht so, dass es groß anstrengend wird. Um ihre Ideen dann noch bestätigt zu bekommen, schien sie auch nur mit Leuten gesprochen zu haben, die ihre Ansicht teilen.
Besonders deutlich wird das für mich, als sie mit der "Ernährungsexpertin" (interessieren würde mich auch mal, unter welchen Voraussetzungen man sich "Experte" nennen darf) Ute Gola redet. Die Ärztin hat für mich anhand des Interviews ledigliches Halbwissen in der Thematik, aber passenderweise decken sich ihre Ansichten mit denen Pauls.
Interessant fand ich jedoch die Interviews mit dem Klimawissenschaftler und dem Fluglinien-Chef.
Leider bezieht sich Frau Paul meiner Meinung nach zu sehr auf das Thema Klimawandel. Das kommt mir etwas zu einseitig vor, ist jedoch Geschmackssache.
Was mich sehr gestört hat ist die Zähigkeit des Buches. Normalerweise hätte ich für ein Buch mit 287 Seiten höchstens 3 Tage gebraucht, hier waren es jedoch gut und gerne mehr als 2 Wochen. Ich konnte selten mehr als 10 Seiten lesen ohne Müde zu werden oder das Interesse zu verlieren. Hinzu kam das häufige Ausschwenken in ihre Biografie, was teilweise absolut nichts mit dem Thema oder für dessen Verständnis zu tun hatte.
In der Sparte gibt es für mich wesentlich lesenswertere und empfehlenswertere Bücher wie z.B. Karen Duve "Anständig essen" oder auch das von Paul selbst empfohlene "Fast nackt" von Leo Hickman.
Wer sein bereits vorhandenes Wissen zur Thematik vertiefen will oder Neues erfahren möchte, ist mit Pauls Buch nicht gut beraten.
Letztendlich muss man aber sagen, dass Frau Paul es immerhin versucht hat und wenn sie Menschen mit ihrem Buch zum Nachdenken und Handeln anregen kann, ist schon viel gewonnen.