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Das Leben ist ein Traum
 
 
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Das Leben ist ein Traum [Taschenbuch]

Pedro Calderón de la Barca , Eugen Gürster
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150000653
  • ISBN-13: 978-3150000656
  • Größe und/oder Gewicht: 14,7 x 9,6 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 343.283 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Pedro Calderón da la Barca, ein Sprachkünstler des spanischen Barock, wurde mit 51 Jahren zum Priester geweiht. Und es ist vermutlich sein aufgeklärter Katholizismus, der ihn heute noch lesenswert macht. Einerseits vermittelt er die kirchlichen Dogmen so anschaulich, dass er Sehnsucht nach christlichen Werten weckt; andererseits sagt er, das Verhältnis von Gott und Kirche ähnelt einem Theater - doch die Kirche verabscheut die Bühne. Und in seinem Dreiakter 'Das Leben ist ein Traum' zelebriert er sogar den freien Willen des Menschen." -- Welt am Sonntag

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von helmut seeger TOP 1000 REZENSENT
Eines der schönsten Dramen, das ich kenne. OK, will nicht allzu viel heißen, aber einen groben Überblick über die Klassiker würde ich mir schon zutrauen. An Eleganz der Sprache und Konstruktion kommt an dieses kaum eines heran, an das ich mich erinnere. Die genialische Verbindung von Inhaltsschwere und spielerischer Leichtigkeit spielen in shakespeare'schen Dimensionen.

König Basilius lässt seinen Sohn im Kerker schmoren, weil eine Prophezeiung ihm dessen zu erwartende furchtbare Herrschaft weissagt. Schließlich lässt er ihn frei, sich als Herrscher zu bewähren, und prompt zeigt sich der Sohn als Tyrann, bis er wieder im Kerker landet und am Ende, erneut befreit, geläutert wird.
Wohl geht das wieder auf Kosten des Proletariats, dessen Kopf es kostet (ein Diener wird vom neuen Herrscher ermordet, das spielte im Mittelalter wohl aber keine so große Rolle), aber dieser grobe Scherz kann dem Autor ausnahmsweise verziehen werden.

Der Titel des Stücks rührt daher, dass dem freigelassenen Sohn, während er versucht, seine Tyrannei zu etablieren, von seinem königlichen Vater und seiner Umgebung souffliert wird, dass seine Herrschaft sich als Traum erweisen und ihm die gewonnene Macht jederzeit wieder genommen werden könne.
Calderon spinnt diesen Grundgedanken so geschickt fort, dass er dem Leser und Betrachter des Stücks insgesamt suggeriert, dass alle (weltliche) Macht sich sehr wohl als Traum entpuppen könnte, auf deren Fortbestand man sich keinesfalls verlassen sollte. Insofern ist das Stück sogar hoch aktuell.
Die Verbindung von Witz (meist durch die Dienstboten gewährleistet), sprachlichem Schwung und großartiger Konstruktion des Handlungsbogens in diesem Stück dürften wohl kaum einen kalt lassen. Das ist Literatur und Dramaturgie vom feinsten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Alles nur geträumt 12. Februar 2010
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Kann es sein, dass unser Leben nur ein Traum ist und das wahre Leben erst nach dem Tod beginnt? Dieser philosophischen und in der christlichen Theologie bedeutsamen Frage geht Calderón in seinem Drama Das Leben ist ein Traum nach. Trotz der ernsten Themen - schicksalhafte Vorherbestimmung vs. freien Willen, Ehre und Vergeltung sowie ein Vater-Sohn-Konflikt - kommt das Stück leichtfüßig daher, als eine gelungene Mischung aus Komödie und Tragödie. Am Ende steht die Erkenntnis, dass der Mensch sich über sein Schicksal erheben und dabei ganz bescheiden bleiben kann. Prinz Sigismund muss nicht der blutrünstige Tyrann werden, als der er seinem Vater prophezeit wurde. Das grausame, unbeirrbare Schicksal, das noch in den antiken Dramen zum festen Inventar gehörte, lässt sich bei Calderón aushebeln. Freilich nur, weil sich der Mensch aus freiem Willen auf die Seite des Guten stellt. Traumhaft.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
Calderon lebte von 1600 bis 1681 in Madrid. Er zählt zu den bekanntesten und bedeutendsten spanischen Schriftstellern und Dichtern. Eines seiner bekannten Werke liegt nun vor.

Sigismund, des Königssohn Polens sitzt im Turm, gefangen wegen einer Voraussage der Sterne. Diese sprachen gegen ihn und weissagten einen Tyrannen (Abwandlung Ödipus). Daraufhin ergreift der Vater eine Vorsichtsmaßnahme, hier kein Aussetzen in einer anderen Gegend, sondern er sperrt ihn ein und produziert so aus Angst vor der Zukunft einen Tyrannen; die Prophezeiung wurde selbst erfüllt, wie die vom König gewünschte Bewährungsprobe zeigte. Betäubt aus dem Turm, hingesetzt in den edelsten Prunk und erwachend aus einem Traum, sitzt Sigismund auf den Thron und soll zeigen wer er ist. Das tut er: Er wirft einen Domestiken vom Balkon und will sich an denen, die ihn einsperrten rächen, scheut gar vor versuchter Vergewaltigung nicht zurück. Zurück in den Turm ist sein erneutes Schicksal, ebenso unter Betäubung. Als er erwacht, war es, wie man ihm sagte: Es war nichts als ein Traum.

"Was ist Leben? Raserei! / Was ist Leben? Hohler Schaum, / Ein Gedicht, ein Schatten kaum! Wenig kann das Glück uns geben; / Denn ein Traum ist alles Leben / Und die Träume selbst ein Traum. "

Astolf, Herzog von Moskau, spekuliert auf den Königsthron, ebenso wie Prinzessin Estrella. Zur gleichen Zeit: Rosaura mit ihrem schon witzigen Gehilfen Clarin taucht auf einem feurigen Pferd auf vor Sigismunds Turm. Sie ist auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater, der ihre Mutter verlassen hatte und hat ihn gefunden, lange bevor sie es ahnt, in Clotald, der Bewacher von Sigismund.

Die Probe Sigismunds war gescheitert, er sinnt nach, sein Leben erscheint vor seinen Augen und so sicher und real es erscheinen mag., es könnte auch ein Traum sein kann. Der Schluss liegt also nahe, so zu leben, als wäre es nur ein Traum, aus dem man erwachen muss. Calderon verfährt raffiniert mit einer unauflöslichen Dialektik von Leben und Traum, Leben als Traum, Traum als Leben.

"Was erstaunt ihr, was erschreckt euch, / Wenn ein Traum mein Lehrer war / Und ich voll Beklemmung fürchte, / Daß ich noch einmal erwache, / Noch einmal im Turm mich finde? / Mag es anders auch geschehen, / Es genügt schon, es zu träumen; / Denn ich habe eingesehen, / Daß das ganze Glück der Menschen / Schließlich wie ein Traum vorbeizieht; / Diesmal will ich es benützen, / mag es kurze Frist auch dauern. / Um Vergebung unserer Mängel / Muß ich bitten; edlen Herzen / Ist es eigen, zu verzeihen".

Was am Anfang sich zeigte, wird nur durch Traumgeschehen jedweder Art bekräftigt und zeigt sich als schon zu Beginn bekannte prästabile Klarheit. Sigismund ist, durch eine Lektion, die vom Vater nicht geplant war, ein anderer. Daher: Sigismund wird König. Er erhält Estrella zur Frau. Astolf, den Rosaura im Verdacht hatte, ihr Vater zu sein, wird ihr Mann. Nach dem die Dinge geklärt, die Heiraten vollzogen sind bleibt eines zu tun: Der Verräter, dem Sigismund einen Aufstand zu seinen Gunsten zu verdanken hat, wird in den Kerker geschickt. "Der Verräter ist entbehrlich, / Wenn erst der Verrat vollbracht ist."

Calderon deutlich hervortretende moralische Sichtweise passt in die Zeit. Deutliche Fingerzeige werden erhoben für ein Leben, in welchem die gute Tat, die gute Handlung im Vordergrund steht. Traum ist gewesen, was war, Traum ist das Leben, was kommt, denn im Erwachen erkennt man das Gute.

Calderon hatte Einfluss auf Grillparzer, der mit seinem Stück: Der Traum ein Leben diese Ambivalenz von Traum und Wirklichkeit aufgenommen hatte.
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