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Brigitte Giraud erzählt die Tage, die folgen, bis zur Beerdigung. Der Gang zur Polizei, die Übergabe von Claudes Habeseligkeiten im Krankenhaus, das Bestattungsinstitut, die Versicherung, alles das was man tun muss, wenn jemand gestorben ist. Sie steht daneben und beobachtet es, mehr als beobachten kann sie nicht. Wie habe ich mich zu verhalten, wie reagiert "man" in solchen Fällen?, fragt sie sich und findet keine Antwort.
Ein Text, der die Hilflosigkeit dokumentiert - dessen, der zurückgelassen wurde, sich damit abfinden muss, es nicht glauben kann und staunend sieht, wie die Welt sich weiter dreht. Alles, was jetzt bleibt, ist die Erinnerung und ihr gemeinsamer zehnjähriger Sohn.
Die Autorin protokolliert, wertet nicht, versucht mit einer einfachen, einfühlsamen Sprache zu schildern, was kaum zu schildern ist. Kein Buch für den Strand, sicher nicht, aber ein Buch, das schildert, was sonst eher verdrängt wird. Das Glück der Vergangenheit, das erst jetzt sichtbar wird. Das Gefühl, als sei man innerlich abgestorben, tot wie der Verstorbene.
Ein Roman sei es und "eine wahre Geschichte" sagt der Verlag. Aber es ist kein Roman, eher ein Protokoll eines Verlustes. Und an Dorris Dörries "Das blaue Kleid" kommt dieses Buch trotz aller Eindringlichkeit nicht heran.
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