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Das Leben entzwei
 
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Das Leben entzwei [Gebundene Ausgabe]

Brigitte Giraud , Anne Braun
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100244206
  • ISBN-13: 978-3100244208
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 269.478 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Brigitte Giraud
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Das Leben entzwei" erzählt das Unvorstellbare. Es ist die Geschichte einer Frau, Anfang vierzig, die ihren Lebensgefährten bei einem Motorradunfall verliert. Sie erzählt diese eine Woche von dem Moment, da sie im Krankenhaus von seinem plötzlichen Tod erfährt, bis zum Ende der Trauerfeier. Eine Woche der Fassungslosigkeit, der Trauer, des Schmerzes, Augenblicke, die nicht in Worte zu fassen sind. Brigitte Giraud findet Worte, klar und pointiert, findet Sätze, ganz einfach, ohne Pathos, die tiefgehen und bis zur letzten Faser treffen. "Das Leben entzwei" ist eine Geschichte eines Verlustes, und damit auch die Geschichte einer weiblichen Identität mit all ihren Fragen und Gedanken über Liebe, Glück, Beziehungen. "Das Leben entzwei" ist eine wahre Geschichte.

Über den Autor

Brigitte Giraud wurde 1960 in Sidi Bel-Abbès (Algerien) geboren. Sie studierte Deutsch und Englisch und arbeitete als Buchhändlerin. Seit ihrer Kindheit lebt sie in der Nähe von Lyon. Brigitte Giraud hat bisher drei Romane veröffentlicht. "Das Leben entzwei" ist ihr erstes Buch in deutscher Übersetzung.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wahnsinnig einfühlsam 10. März 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Was passiert, wenn das unvorstellbare passiert?
Man erhält einen Anruf, der Ehemann hatte einen Unfall.
Ein Leben wie in Trance beginnt, der Gang ins Krankenhaus, die Nachricht des Todes. Das Gefühl nicht getröstet werden zu wollen, jeden Augenblick wieder durchmachen, seine Sachen nicht waschen wollen ...
Unglaublich gefühlvoll und schnell zu lesen, aber nicht schnell wieder zu vergessen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Protokoll der Trauer 4. Mai 2005
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Ich-Erzählerin stellt in Paris ihren neuen Roman vor, fährt mit dem Zug zurück nach Lyon. Zu Hause erfährt sie, dass ihr Mann verunglückt sei und jetzt im Krankenhaus liegt, im OP. Man erlaubt ihr nicht, ihn zu sehen. Mehr erfährt sie nicht. Erst um Mitternacht sagt man: "Wir konnten nichts mehr tun". Claude ist tot und zwanzig Jahre Zusammenleben Vergangenheit.

Brigitte Giraud erzählt die Tage, die folgen, bis zur Beerdigung. Der Gang zur Polizei, die Übergabe von Claudes Habeseligkeiten im Krankenhaus, das Bestattungsinstitut, die Versicherung, alles das was man tun muss, wenn jemand gestorben ist. Sie steht daneben und beobachtet es, mehr als beobachten kann sie nicht. Wie habe ich mich zu verhalten, wie reagiert "man" in solchen Fällen?, fragt sie sich und findet keine Antwort.

Ein Text, der die Hilflosigkeit dokumentiert - dessen, der zurückgelassen wurde, sich damit abfinden muss, es nicht glauben kann und staunend sieht, wie die Welt sich weiter dreht. Alles, was jetzt bleibt, ist die Erinnerung und ihr gemeinsamer zehnjähriger Sohn.

Die Autorin protokolliert, wertet nicht, versucht mit einer einfachen, einfühlsamen Sprache zu schildern, was kaum zu schildern ist. Kein Buch für den Strand, sicher nicht, aber ein Buch, das schildert, was sonst eher verdrängt wird. Das Glück der Vergangenheit, das erst jetzt sichtbar wird. Das Gefühl, als sei man innerlich abgestorben, tot wie der Verstorbene.

Ein Roman sei es und "eine wahre Geschichte" sagt der Verlag. Aber es ist kein Roman, eher ein Protokoll eines Verlustes. Und an Dorris Dörries "Das blaue Kleid" kommt dieses Buch trotz aller Eindringlichkeit nicht heran.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Durch einen Motorradunfall wird der Ich-Erzählerin ihr Mann entrissen. Der Roman umfasst die Zeit von den bangen Stunden im OP, wo der Mann um sein Leben ringt, bis zur Trauerfeier eine Woche später. Wobei es sich eigentlich nicht um einen Roman handelt, sondern eher um ein Gefühls- und Gedankenprotokoll. Brigitte Giraud schildert mit schlichten, unpathetischen Worten, wie sich die überwältigenden Gefühle von Trauer und Schmerz, wie sie nicht nur vom Umfeld, sondern auch von der Ich-Erzählerin selber erwartet werden, nicht einstellen wollen, zumindest nicht sofort. Zu banal sind die Handlungen, die ihr im Krankenhaus, bei Polizei und Priester abverlangt werden.
Anrührend ist die behutsame Zärtlichkeit, mit der sich die Ich-Erzählerin der Dinge des Verstorbenen annimmt. Vor die Aufgabe gestellt, an der Abdankung sprechen zu müssen, beginnt sie über die jäh abgebrochene zwanzigjährige Beziehung zu reflektieren. Es ist ihr wichtig, dass sie die richtigen Worte findet, dass die Feier in einem Rahmen abläuft, der ihm, dem Verstorbenen, entspricht und gefallen hätte. Sie fürchtet den Verlust ihrer Intimität und die Vereinnahmung ihres Geliebten durch das Ritual von Priester, Orgel, Bestatter. Sie ist nicht stark genug, sie verliert die Kontrolle über das Geschehen und durchlebt die Abdankung wie in Trance.
Da auch Brigitte Giraud ihren Mann bei einem Motorradunfall verlor, darf man davon ausgehen, dass sie mit diesem Buch ihren Schmerz literarisch verarbeiten wollte. Die Ich-Erzählerin macht die Erfahrung, dass ihr erst nach der gewaltsamen Trennung bewusst wird, wie wertvoll ihre Beziehung war. "Jetzt weiss ich, dass ich glücklich war", schreibt Giraud an einer Stelle. Das Buch endet trostlos: Nicht nur die Beziehung, das Leben ist entzwei. Bei aller Trostlosigkeit ist dieser Befund in seiner Radikalität auch eine Liebeserklärung.
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